Emittentenrisiko
DWS Go nimmt Zertifikaten das Insolvenzrisiko

Kein Thema wird am Zertifikatemarkt im Moment so heiß diskutiert wie die Emittentenbonität. Der Fall Lehman Brothers hat die Anleger aufgeschreckt. Die DWS geht jetzt einen neuen Weg und bringt Papiere ohne Ausfallrisiko. Möglich wird dies über eine komplizierte Struktur mit Luxemburger Verbriefungsvehikeln. Diese hat allerdings ihren Preis.

FRANKFURT/DÜSSELDORF. Die DWS unternimmt als erster Zertifkate-Anbieter einen Anlauf, die hitzige Debatte um die Sicherheit strukturierter Produkte für sich zu nutzen. Die Zertifikateplattform DWS Go wird in Kürze Papiere anbieten, die faktisch kein Emittentenrisiko bergen. Unter dem Label "DWS Go Safe" sind zunächst ein Zertifikat auf den Goldpreis und eins auf die Bric-Staaten sowie ein Discounter auf den Euro Stoxx 50 geplant.

Das Thema Bonität und Emittentensicherheit ist durch die Pleite der Investmentbank Lehman Brothers extrem in den Fokus gerückt. Anlegern, die Zertifikate von Lehman gekauft haben, droht nun der Verlust ihres Einsatzes. Vielen ist dadurch erst klar geworden, dass Zertifikate Inhaberschuldverschreibungen sind und damit neben einem Kursrisiko auch ein Ausfallrisiko bergen.

Der öffentliche Aufschrei nach dem Fall Lehman hat die Zertifikate-Branche mit Wucht getroffen. Das Interesse der Anleger ist signifikant zurückgegangen. "Einige Vertriebspartner haben den Verkauf von Zertifikaten vorübergehend sogar ausgesetzt", berichtet Eckhard Hülsmann, Leiter Strukturierte Produkte bei der DWS. Er erwartet, dass sich der Zertifikatemarkt in den kommenden Jahren grundlegend ändern wird, weil Anleger ein ganz neues Risikobewusstsein an den Tag legen werden.

Um sich im veränderten Umfeld frühzeitig zu positionieren, hat die DWS ihre Zertifikateplattform weiterentwickelt. Bereits jetzt geht die Gesellschaft einen anderen Weg als die meisten Banken. Für jedes Zertifikat von DWS Go wird in Luxemburg ein eigenes so genanntes Compartment aufgelegt. In dieses zahlt die Partnerbank von DWS Go - bisher ist das die französische Société Générale - Vermögenswerte ein, mit denen die Auszahlung der Anleger sichergestellt werden soll.

Die DWS bezeichnet diese Compartments als "eine Art Sondervermögen". Diese Bezeichnung ist aber insofern irreführend, als dass Anleger nur einen begrenzten Insolvenzschutz genießen. Wird der Emittent, der die Zertifikate für die DWS Go auflegt, über Nacht insolvent, nützt dem Anleger das Compartment herzlich wenig und ihm droht auch hier der Verlust seiner Einlagen.

Bei den jetzt vorgestellten Zertifikaten schließt die DWS dieses Insolvenzrisiko deshalb aus, indem sie die Sicherheitsanforderungen noch weiter erhöht. Zusätzlich zu den Papieren, die in das Verbriefungsvehikel eingehen, muss die Partnerbank - sprich: die Société Générale - hochwertige Vermögenswerte als Pfand in einem separaten Depot hinterlegen. Akzeptiert werden dabei ausschließlich Staatsanleihen von erstklassigen Schuldnern wie Deutschland oder Frankreich. Geht die Bank Pleite, liegt das Pfandrecht auf die Papiere beim Verbriefungsvehikel der DWS Go, womit die Rückzahlung gesichert ist.

Seite 1:

DWS Go nimmt Zertifikaten das Insolvenzrisiko

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%