Energiemarkt
Strahlende Aussichten für Öl-Substitute

Vor allem Schwellenländer wie China und Indien wollen zukünftig ihren stetig wachsenden Energiehunger durch den Ausbau der Atomenergiegewinnung stillen. Andere Länder setzen dagegen darauf, fossile Brennstoffe auch mithilfe von Biotreibstoffen abzulösen. Anleger können mit zwei neuen Zertifikaten von beiden Ansätzen profitieren.

HB DÜSSELDORF. Dass die globalen Erdölvorkommen in wenigen Jahrzehnten erschöpft sein werden, merkt jeder, der derzeit zur Tankstelle fährt. Aber nicht nur die schrumpfenden Ölvorräte bei gleichzeitig steigender Nachfrage haben die Energiepreise in jüngster Vergangenheit deutlich steigen lassen und die Diskussion der Experten in Richtung alternativer Energiequellen gelenkt. Vor allem die Angst vor Versorgungsengpässen im Zuge politischer Konflikte in bedeutenden Förderländern hat sich zu einem zentralen Preistreiber entwickelt.

Nur konsequent erscheint es da beispielsweise, dass US-Präsident George Bush Anfang Februar angekündigt hat, die Abhängigkeit von Erdöl verringern zu wollen. Als geeignetes Mittel hierfür wurde der Bau zusätzlicher Atomkraftwerke genannt. Die von den USA geplante Ausweitung der Atomenergiegewinnung hat in China und Indien längst begonnen. Allein in den kommenden 20 Jahren möchte die Regierung in Peking bis zu 50 neue Atomkraftwerke ans Netz nehmen. Und auch in Brasilien und Japan wird der Bau weiterer Kraftwerke erwogen.

Für Anleger stellt sich die Frage, welche Möglichkeit es gibt, von einem weiteren Vormarsch der Atomkraft zu profitieren. Kernkraftswerkbetreiber sind nicht gezielt investierbar, weil es sich meistens um Konglomerate handelt, die auch noch in anderen Versorgungsbereichen (Kohle, Gas, Wasser) aktiv sind. Eine interessante Anlagealternative bieten daher Investitionen in den wichtigsten Rohstoff der Atomenergiegewinnung. So ist das lange Zeit im Abseits stehende und politisch geächtete Uran wieder ins helle Licht der Märkte gerückt.

Und die Renaissance der Kernenergie hat zu einem regelrechten Boom am Uranmarkt geführt. Die Preise sind seit Ende 2000 von sieben auf 40 US-Dollar je Pound in die Höhe geschossen. Allein in den letzten zwölf Monaten ist der Uranpreis bereits um 80 Prozent geklettert. Damit hat der Preis des radioaktiven Metalls die anderen Metall-Märkte im Jahr 2005 teils deutlich überflügelt. Experten der kanadischen Investmentbank GMP Securities prognostizieren, dass sich die Urannachfrage auf absehbare Zeit verdreifachen dürfte. In den nächsten sechs Monaten sollte der Preis um rund 25 Prozent auf 50 Dollar (ca. 42 Euro) je Pfund anziehen, erwartet Fondsmanager Jean-Francois Tardif von Sprott Opportunities Hedge Fund LP. Eric Zaunscherb von Raymond James Canada sieht den Preis im Jahr 2008 schon bei 55 Dollar je Pound.

Da der Rohstoff selbst nicht an den Börsen gehandelt wird, bieten sich Anlegern für eine Positionierung in diesem Markt vor allem Aktien von Uranproduzenten an. Das Angebot an entsprechenden Papieren für Zertifikateanleger war bisher sehr beschränkt. Es besteht aus Discountzertifikaten auf Cameco, den größten Uran-Produzenten der Welt (z.B. WKN: DB3ALC mit einer Laufzeit bis Juni 2007, einem Discount von derzeit rund 28 Prozent und einer maximalen jährlichen Rendite von ca. 15 Prozent). Zertifikate auf andere bedeutende Uran-Aktien, wie beispielsweise Areva, Usec oder Paladin existieren momentan nicht. Auch ein Uran-Basket- Zertifikat suchten Anleger bisher vergebens.

Die UBS ermöglicht risikofreudigen Anlegern nun jedoch den Einstieg über ein neues nicht währungsgesichertes Zertifikat auf einen Aktienkorb, der die Wertpapiere von zehn bedeutenden Uranproduzenten in der Welt vereint (WKN: UB1URA). Das Papier wird seit dem 20. April gehandelt und verfügt über eine Laufzeit bis Ende April 2010. Die Gewichtung der einzelnen Aktien im Korb basiert auf deren jeweiliger Marktkapitalisierung zum Zeitpunkt der Emission des Zertifikats. Der Preis, den Anleger für die Zusammenstellung des Uran-Aktien-Korbs zahlen müssen, liegt im Verzicht auf Dividenden, die an die Emittentin fließen.

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