Erfolg hängt von Terminkurve ab
Futuregeschäfte mit Rohstoffen erlauben Mehrerträge

Investoren partizipieren beim Kauf von Derivaten gegenüber dem für sie sowieso meist unmöglichen oder uninteressanten Direktinvestment in Rohstoffe von vielen Vorteilen. Der Erfolg hängt aber von der Terminkurve ab.

Derzeit liest man immer wieder, dass der Rohstoffsektor über den Zeitraum der vergangenen 30 Jahre – relativ gesehen – im Vergleich zu Aktien und Renten recht unattraktive Renditen von weniger als fünf Prozent pro Jahr erwirtschaftet hat. Den Beleg hierfür glaubt man im CRB Spot Index zu finden. Dieser Index wird oft als Standardreferenz herangezogen, da er unter allen Rohstoffindizes am längsten – nämlich seit 1957 – existiert. Dieser Vergleichsmaßstab wäre denn auch angemessen, würden Investoren in physische Rohstoffe zum Spot-Kurs investieren. Das ist jedoch nicht der Fall, da Investoren in der Regel keinen Zugang zu realen Käufen haben. Deshalb sollte ein möglichst realistischer und passender Vergleichsmaßstab herangezogen werden.

»Neuer kostenloser Zertifikate-Newsletter - jetzt anmelden

Rohstoffe werden seit mehr als 100 Jahren bis heute in Form von Terminkontrakten über standardisierte Futures-Kontrakte an den Börsen gehandelt. Futures verbriefen ein Recht, den zugrunde liegenden Basiswert entweder zu kaufen oder zu verkaufen. Das Investment in Futures hat zunächst einen großen Vorteil: Vergleicht man ein physisches Goldinvestment mit einem Investment in einen Goldfuture, dann würde man beim physischen Geschäft bei Erwerb den Kaufpreis gesamt bezahlen. Bei Erwerb eines Terminkontrakts über eine Börse würde man im Gegenzug nur einen geringen Prozentsatz von rund fünf bis zehn Prozent als Margin hinterlegen müssen. Das heißt, dass der Großteil des Geldes nicht kapitalgebunden ist und zinsbringend angelegt werden kann. Im Vergleich zum physischen Investment profitiert der Anleger zusätzlich von diesem Zinsertrag – der Collateral Yield. Aus Ertragssicht stehen dem reinen Spot-Return beim physischen Gold also bei einem Future Investment sowohl der Spot-Return als auch die Collateral Yield gegenüber.

Ein Gegenargument wäre, dass sich die Collateral Yield mit dem zu bezahlenden „Cost of Carry“ des Futures aufheben würde und es so zu einem Nullsummenspiel käme. Allerdings findet man im Rohstoffterminsektor ein weiteres gängiges Phänomen, das es in anderen Terminmärkten nur selten gibt: Backwardation. Die Backwardation beschreibt die Funktion einer Terminkurve, und sagt aus, dass der Terminpreis unter dem aktuell notierten Kassamarkt steht. Arbitrageure würden an dieser Stelle sofort fragen: „Ist der Leihezins niedriger als die Backwardation?“ Wäre dies der Fall, würde er den Basiswert leihen, um diesen in der Kasse zu verkaufen, dafür den Terminkontrakt kaufen und hätte so den Markt arbitriert.

Seite 1:

Futuregeschäfte mit Rohstoffen erlauben Mehrerträge

Seite 2:

Seite 3:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%