Euro-Schwäche
Wie Anleger an „Made in Germany“ verdienen

Der schwache Euro bereitet exportorientierten Konzernen Freude. Und die Gemeinschaftswährung könnte in naher Zukunft weiter abwerten. Anleger winken Gewinne, wenn sie sich für die richtigen Produkte entscheiden.
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Der DAXplus Export Strategy-Index (ISIN: DE000GS29EQ1) wird in zwei Varianten, nämlich als Preis-Index ohne Dividenden der zugrunde liegenden Aktien und als Performance-Index unter Einrechnung der Unternehmensausschüttungen, berechnet. Goldman Sachs hat als Basiswert für das Zertifikat die Performance-Index-Variante gewählt, so dass Investoren nicht nur von Kurssteigerungen sondern auch von den Dividenden profitieren. Allerdings wird eine jährliche Management-Gebühr von 1,2 Prozent abgezogen.

Der Index enthält die zehn exportstärksten Aktien aus Dax und MDax, gemessen an dem Erlösanteil, der außerhalb Deutschlands erzielt wird. Die Aktien sind nicht nach ihrer Marktkapitalisierung gewichtet, sondern machen unabhängig von ihrer Größe jeweils ein Zehntel des Index aus. Gegenwärtig umfasst das Exportaktien-Barometer die Unternehmen Adidas, Airbus, Bayer, Fresenius Medical Care, Henkel, Hochtief, Linde, Merck, MTU und Symrise.

Einer der größten Profiteure des schwachen Euro könnte der Dax-Konzern Fresenius Medical Care (FMC) sein. FMC hatte bereits im abgelaufenen Jahr mit einem Kursgewinn von 19,5 Prozent für Freude bei den Anlegern gesorgt. Das Unternehmen steht mit seinem konjunkturresistenten Geschäftsmodell beispielhaft für weltweite gefragte Qualität aus Deutschland und ist der globale Marktführer bei der Dialyse-Behandlung. Positive Einflussfaktoren haben das Unternehmen bereits im dritten Quartal des vergangenen Jahres beflügelt.

Sowohl bei den Erlösen, die bei 4,1 Milliarden US-Dollar lagen als auch beim operativen Ergebnis von 590 Millionen US-Dollar konnte der in Bad Homburg beheimatete Konzern Zuwachsraten vermelden. FMC setzt auf weiteres Wachstum in den Schwellenländern Asiens und Lateinamerikas. Im vergangenen November wurde durch die Übernahme von Cogent Healthcare, einer Firma, die Krankenhausärzte beschäftigt, das Netzwerk in diesem Segment gestärkt. Aktuell kommen über 87 Prozent des Konzern-Umsatzes aus Nordamerika.

Export-Erträge
Goldman Sachs hat das Open-End-Zertifikat auf den DAXplus Export Strategy-Index im Juli 2010 emittiert. Seither konnten Anleger einen Ertrag von über 98 Prozent einfahren. Aktuell notiert das Papier nur wenige Cent unterhalb des Hochs vom 27. November 2014 bei 35,69 Euro. Das sollte Neuinvestoren allerdings nicht schrecken, denn die Fundamentaldaten, die für einen weiterhin schwachen Euro sprechen, sind intakt und bereiten den Boden für die Gewinne der Export-Aktien.

Kommentare zu " Euro-Schwäche: Wie Anleger an „Made in Germany“ verdienen"

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  • Nur ein vordergründiges kleines Strohfeuerchen - mehr nicht.
    Nie konnte eine derart schwankende Währung wie nun der Euro nachhaltige Vorteile für eine Wirtschaft bringen.

    Im Gegenteil leidet die Flexibilität, die Anpassungsqualität und die Innovation daran, daß die einst teure DM durch einen billigen und (fast) wertlosen Euro abgelöst wurde.

    So unterläßt die Wirtschaft hier zunehmend die nötigen Anpassungen an die Wettbewerbsfähigkeit, weil der Euro beständig sinkt.

    Gleichzeitig verteuert er die Importe und schadet der Wirtschaft damit mittel- bis langfristig viel mehr als der Export begünstigt werden kann.

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