Experten rechnen mit Preissteigerungen
Agrarrohstoffe sollen Renditehunger stillen

Rohstoffpreise und ihr Superzyklus bewegen die Investoren. „Seit drei Jahren läuft die Rohstoffhausse auf Hochtouren – ausgenommen die Preise für Agrarprodukte wie Zucker, Kaffee, Getreide oder Kakao. Die sind in den vergangenen 20 bis 25 Jahren kontinuierlich gefallen“, sagt Eugen Weinberg, Rohstoffanalyst der DZ-Bank in Frankfurt. Das ist der Grund, warum Experten hier besonderes Potenzial sehen.

„Fundamental gibt es für alle Rohstoffe drei Themen: Erstens die hohe Nachfrage der aufstrebenden asiatischen Länder China und Indien, zweitens steigende Material- und Transportkosten und drittens den Inflationsschutz“, sagt Weinberg. Nach Ansicht von Stefan Gresse, Leiter öffentlicher Vertrieb Zertifikate der ABN Amro Bank, werden die Anleger bald auch den Agrarsektor für sich entdecken. Das werde den Kursen Auftrieb geben. Bis dato sei das Interesse auf Energie- und Metallrohstoffe reduziert.

Wie Chinas Industrialisierung und Wirtschaftsboom mit prognostizierten Preissteigerungen von Getreide, Sojabohnen oder Kaffee zusammenhängen, erklären die Experten so: Der Wohlstand in China steige und eine immer größer werdende Mittelschicht strebe nach Luxus und westlichen Lebensmitteln. Statt immer nur Reis und Tee, wollten die Chinesen nun Brot, Pizza, Croissants und Kaffee. „Das Konsumverhalten der Menschen dort ändert sich. Das ist zwar ein Prozess, der sich über mehrere Jahre hinzieht, aber er ist deutlich spürbar“, sagt Gresse. Besonders gut sei diese Entwicklung in der Vergangenheit in Ländern wie Taiwan und Südkorea zu beobachten gewesen. „In China wird es ähnlich sein, nur dass sich die Verschiebung der Konsumpräferenzen auf Grund der Größe der Bevölkerung viel massiver auswirken wird“, so Gresse.

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Und auch auf der Angebotsseite der Agrarprodukte machen sich das Wirtschaftswachstum aufstrebender Schwellenländer und höhere Preise für Energie- und Industrierohstoffe bemerkbar. Die Produktionskosten steigen, weil die landwirtschaftlich nutzbare Fläche abnimmt und gleichzeitig die Preise für Düngemittel kräftig anziehen. „Düngemittel werden mit enormem Energieaufwand – basierend auf Gas und Öl – hergestellt“, sagt Weinberg von der DZ Bank. Bei vielen Produktionsfaktoren gebe es zudem einen harten Konkurrenzkampf mit der Industrie. Darüber hinaus werde der Subventionsabbau weitere Kostensteigerungen nach sich ziehen.

„Investitionen in Agrarrohstoffe eignen sich allerdings eher als langfristige Anlage“, sagt Gresse von ABN Amro. Kurzfristig könnten die Preise sehr volatil sein. Agrarrohstoffpreise werden grundsätzlich über Future- Kontrakte mit einer maximalen Laufzeit von drei Monaten an der Börse in Chicago gehandelt.

Für Privatanleger haben die Banken in Deutschland Zertifikate auf die Preisentwicklung an den Future-Märkten mit ganz unterschiedlichen Laufzeiten emittiert. „Am stärksten nachgefragt und für Einsteiger sicher am einfachsten sind allerdings Zertifikate auf Agrarindizes“, sagt Gresse. „Die haben den Vorteil, dass man sich keine Meinung über einzelne Teilmärkte bilden muss.“ An der Euwax in Stuttgart sind Zertifikate auf den GSCI-Agricultural-Excess-Return-Index, den GSCI-US-Grain-Excess-Return-Index und den Rogers-International-Agriculture-Index notiert.

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