Fallende Facebook-Aktie 500 Prozent Gewinn mit Facebook-Aktien

Des einen Leid ist des anderen Gewinn: Mit einem sogenannten Put-Warrant haben Investoren in den vergangenen Wochen auf einen Kurssturz der Facebook-Aktie gesetzt – und dabei kräftig abkassiert.
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45 Prozent hat die Facebook-Aktie bereits verloren. Quelle: dpa

45 Prozent hat die Facebook-Aktie bereits verloren.

(Foto: dpa)

New YorkDer 45-prozentige Kurssturz von Facebook seit dem Börsengang hat einigen Investoren einen Gewinn von über 500 Prozent gebracht. Sie hatten strukturierte Produkte gekauft, die von einem Absturz der Aktie profitieren. Angeboten wurden diese Papiere unter anderem von der Schweizer Bank Vontobel.

Ein so genannter Put-Warrant, der Facebook im März bei 22 Dollar sieht, kostete in der Woche nach dem Facebook-Börsengang gerade einmal 6 Euro-Cent - am Montag dieser Woche, als Facebook für 21,87 Dollar in New York gehandelt wurde, war ein solcher Schein bereits 36 Euro-Cent wert, wie Daten von Bloomberg belegen.

Bei seinem Börsengang, welcher das größte IPO aller Zeiten bei Technologieunternehmen war, hatte das Unternehmen rund 16 Mrd. Dollar eingesammelt. Seit dem Tag des Börsendebüts konnte Facebook nicht mehr über Ausgabekurs schließen. Weiter bergab ging es nach dem 26. Juli, als Analysten in den ersten Quartalszahlen ein langsameres Umsatzwachstum und niedrigere Gewinnmargen ausmachten.

„Wer den 22-Dollar-Put kaufte, als Facebook bei 38 Dollar lag, der hat eine ganze Menge Geld verdient“, sagte Heiko Geiger, Vertriebschef für Deutschland und Österreich bei Vontobel in Frankfurt. Seine Bank hatte den 22-Dollar-Warrant auf den Markt gebracht.

Der Wert von Warrants nimmt typischerweise zu, wenn sich die zu Grunde liegende Aktie auf den Ausübungs-Preis zubewegt - also das Niveau, bei dem das Wertpapier Gewinn abwirft oder nicht. Besitzer können die Warrants mit Gewinn weiterverkaufen. Oder aber sie warten, bis der Aktienkurs sich über den Ausübungspreis hinaus bewegt und sie eine Geldsumme erhalten.

„Wenn man nicht darauf spekulieren will, dass der Kurs noch weiter fällt, wäre man gut beraten, Gewinne mitzunehmen“, sagte Geiger. Facebook-Sprecher Tucker Bounds wollte keinen Kommentar abgeben.

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15 Kommentare zu "Fallende Facebook-Aktie: Die 500-Prozent-Rendite-Wette"

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  • DAs Facebook soweit runterfällt war ein offenes Geheimnis und konnte unter anderem auch hier nachgelesen werden:
    http://experimentiert.com/internet/200-euro-facebook-wette-.html

    Wer also den Put gekauft hat, hat genau das richtige gemacht, alle anderen haben entweder nicht viel Ahnung von Aktien oder sind zu sehr in Facebook verliebt und wer verliebt ist, da sagt man ja das dies Blind machen soll... ;-)

  • "Sie hatten strukturierte Produkte gekauft, die von einem Absturz der Aktie profitieren. Angeboten wurden diese Papiere unter anderem von der Schweizer Bank Vontobel"

    Schöne Reklame für die Zertifikatebranche und insbesondere Vontobel. Ein äquivalenter Put an einer echten Börse zb CBOE hätte das gleiche eingespielt plus die Gebühr und Margen der Zertifikateemittenten minus dem Emittenten Risiko.

  • Es handelt sich tatsächlich um eine Wette. Hier wettet die staatlich gestützte Commerzbank, dass Facebook steigt und wenn nicht, dann zahlt sie. Sie wettet aber sicher auch auf fallende Kurse. Wenn Facebook fällt, kassiert sie das Geld des Spielers auf der anderen Seite. Die Aktie selbst braucht man dazu nicht. Und wenn die Bank alles verzockt, dann muss Merkel ran.

  • es ist schon klar dass man kräftig verdient an einem put wenn man den put mit basis 22 kauft und der kurs aktuell bei 38 ist. Da möchte ich doch auch von Glück sprechen, sowas gibt es wirklich selten, meist ist das Geld einfach weg. Vermutlich haben viel mehr am Tag des Börsengangs oder vorher schon Calls statt puts gekauft, das Geld ist so gut wie weg, es sei denn der Call hat eine ganz lange Laufzeit und der Kurs von FB wird sich die nächste Zeit prächtig entwickeln. Es ist nichts schlechtes daran, puts oder calls zu kaufen, oft verdient damit aber nur der Emittent und das sind immer Banken. Bei grossen Kursschwankungen kann man aber auch gutes Geld verdienen, ansonsten wird der Kurs gefressen vom Zeitwert, der jeden Tag weniger wird.

  • Vom Finanzintermediär.

  • Wie genau funktioniert das mit den Put Options? Hört sich für mich wie eine Wette an. Doch mir ist nicht klar, wer den Gewinn bei Put Options bezahlt, woher kommt das Geld?



  • Wenn jemand daherkäme und würde behaupten, der Börsengang von Facebook wäre der größte Wertpapierbetrug aller Zeiten gewesen, würde ich nicht widersprechen wollen.

    Wenn man die Hütchenspieler in den Fußgängerzonen beobachtet, kann man feststellen, dass oft ein Freund des Hütchenspieler-Ganoven inkognito mitspielt und sehr oft gewinnt. Damit sollen arglose Spieler angelockt werden, die durch die vielen Gewinne des Ganoven-Kompagnion ihre eigenen Chancen viel zu gut einschätzen. Es ist klar, dass sie dann nur noch verlieren werden.

    Eine sehr bekannte - und Gott nahestehende - Investmentbank hat in einem OTC-Geschäft einige Monate vor dem Börsengang Anteile von Facebook zu einem Preis gekauft, der hochgerechnet, eben diese sagenhafte 100 Mrd. Firmenwert ergab. Üblicherweise werden solche Geschäfte ja im Stillen abgewickelt, aber in diesem Fall wurde kräftig die Werbetrommel geschlagen und die Preisdaten veröffentlicht. Selbstverständlich ohne Hintergedanken.

    Die Ähnlichkeit mit dem Vorgehen der Hütchenspieler ist natürlich rein zufällig.

  • @ HB > Es muß richtigerweise lauten:
    „Des einen Ruin, ist des anderen Gewinn!“

  • Wenn die "Investoren" mehr und bessere Informationen hatten als der Rest der Mitspieler, wie die Verhältnisse bei Fakebook wirklich sind, dann war es eine relativ sichere Sache auf fallende Kurse zu setzen. Da wird eine riesige Menge virtuelles Geld durch den Bankenapparat gedreht und bei jeder Umdrehung verdienen die Banken und ein paar wenige die entweder mehr Glück, bessere Informationen oder beides hatten. Der Rest der Mitspieler wundert sich, wo das Geld bleibt. Diese ganzen strukturierten Produkte braucht doch kein Mensch. Es wird Zeit dass die Anleger merken, dass hier nur heiß Luft gehandelt wird und dass für diese Produkte eigentlich Glückspielsteuer anfallen sollte. Ich mach da auf jeden Fall nicht mit....

  • facebook ist keine "Wette" - sondern reine self fullfilling prophecy.

    So ist das wenn zwar eine Regierung massives Interesse daran hat, dass sich Nutzer auf einer zentralen und vor allem amerikanischen Plattform outen.

    Die Fakten waren doch von Anfang an klar:
    Werbung auf facebook funktioniert nicht, die Usability ist schlecht und das Einzig wirklich coole an facebook ist das Aktienkürzel "fb" ;)

    Erstaunlich ist einzig dass man mit einem Put auf facebook auch noch Geld verdienen kann...

    Wollten wir DIESES PUT-Gezocke im Zuge der Bankenkrise nicht schon längst beerdigt haben!?

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