Finanzwetten
Bafin will die meisten CFD verbieten

Mit speziellen Wetten auf Währungen und Aktien können hohe Summe verdient, aber auch verloren werden. Die oftmals eingesetzten Finanzkontrakte („CFD“) mit Nachschusspflicht sollen verboten werden – zum Schutz der Anleger.
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Frankfurt/BerlinDie Finanzaufsicht Bafin plant den Handel mit Finanzprodukten einzuschränken, mit denen Anleger auf minimale Preisveränderungen von Aktien, Währungen oder Rohstoffen setzen. Kontrakte mit einer Nachschusspflicht dürfen Privatkunden dann nicht mehr angeboten werden.

„Das Verlustrisiko ist bei finanziellen Differenzgeschäften (Contracts for differences, CFD) mit Nachschusspflicht unkalkulierbar. Aus Verbraucherschutzgründen können wir das nicht akzeptieren“, begründete die oberste Wertpapieraufseherin der Bafin, Elisabeth Roegele, das Vorgehen. Die vom Anleger auszugleichende Differenz könne dass dann Vielfache des eingesetzten Kapitals betragen.

Nach Angaben des CFD-Verbands gibt es in Deutschland rund 250.000 Trader, von denen rund 50.000 CFDs handeln. Nach dem geplanten Verbot für Bonitätsanleihen interveniert die Bafin innerhalb von wenigen Monaten damit zum zweiten Mal im Produktbereich. Mit dem Kleinanlegerschutzgesetz, das Mitte 2015 in Kraft trat, wuchsen der Bafin neue Kompetenzen zu, die sie jetzt nutzt. Erstmals wurde mit dem Gesetz der Verbraucherschutz auch als Aufsichtsziel der Bafin etabliert. Betroffene Unternehmen haben die Möglichkeit, sich bis zum 20. Januar zu den geplanten Maßnahmen zu äußern.

Die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde ESMA hatte zuletzt im Juli 2016 eine Investorenwarnung zu CFDs ausgesprochen. Sie waren vor allem durch den sogenannten Franken-Schock Anfang 2015 in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Die Schweizerische Nationalbank hatte damals den Euro-Mindestkurs aufgehoben, und viele CFD-Anleger erlitten daraufhin durch Nachschusspflichten hohe Verluste. Auch die britische Finanzaufsicht hat diese Woche härtere Regeln für CFD-Anbieter angekündigt.

Jürgen Röder
Jürgen Röder
Handelsblatt / Redakteur Finanzzeitung

Kommentare zu " Finanzwetten: Bafin will die meisten CFD verbieten"

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  • Troll, wechseln Sie doch mal die Unterhose und auch die Verlobte, diese Comedy-Kommentartoren und das Handelsblatt geben doch genug Stoff für einen täglichen Lacher.
    Bemühen Sie sich wenigstens, Ihre Leser erwarten mehr von Ihnen. Danke

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. http://www.handelsblatt.com/netiquette 

  • Umweltbundesamt will fast alle Autos verbieten!

    das Handelsblatt verbeitet mit dieser falschen CFD Clickbait überschrift Fake News.
    Es geht um einen Vorschlag der einen Teilbereich der Regulierung nachjustiert, der schwarze Schaafe aus dem Brokermarkt aussortieren wird. Vom einem CFD VERBOT kann überhaupt nicht die Rede sein.

    Wer lieber seiner Bank 30 Euro pro Transaktion schenkt, schreibt hier auch von "Mist - der endlich verboten wird" CFD Broker bieten Transaktionen für Centbeträge an!

    Wer mit unseriösen Brokern zusammenarbeit, die nicht in Deutschland niedergelassen und von der BaFin reguliert sind, kann jedoch tatsächlich erleben was Anno Nymicus schreibt.

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