Garantiezertifikate
Am Ende sicher

Der Einsatz ist garantiert, und wenn die Aktien steigen, gibt es einen Schnaps obendrauf. Es klingt wie ein Anlegertraum: null Risiko und trotzdem ordentliche Gewinne. Kein Wunder, dass in keiner Zertifikate-Gattung hierzulande mehr Geld investiert ist als in Garantiepapieren: derzeit rund 45 Milliarden Euro, ein Drittel des gesamten Markts.

Dahinter steckt keine Zauberei, sondern eine einfache Grundkonstruktion. In Garantiezertifikaten wird eine Anleihe ohne Kupon (Nullkuponanleihe) mit einer Kaufoption kombiniert. Die Anleihe sorgt durch ihren Kursanstieg bis Ende der Laufzeit, dass der Nominalwert von 100 Prozent auf alle Fälle erreicht wird. Die Kaufoption holt den Zusatzgewinn, wenn die Aktien steigen. Geht das nicht auf, verfällt zwar die Option, doch der Nennwert ist ja über die Anleihe gedeckt.

Was sich so schön anhört, sieht in der Börsenpraxis nüchterner aus. Das zeigen die Kursverluste, die Garantiezertifikate in der aktuellen Finanzkrise einfuhren. Während der Basiswert Euro Stoxx von Juli bis August 10,9 Prozent abgab, verloren etwa Garantiezertifikate mit einjähriger Restlaufzeit 8,3 Prozent. Ein nur leicht gebremster Fall; von Sicherheit im Kurs kann also zunächst nicht die Rede sein.

Dabei ist ausgerechnet der Kursanstieg seit Emission des Zertifikats im September 2003 für diese Enttäuschung verantwortlich. Denn gesichert wird in dem Zertifikat nur der Nominalwert von 100 Euro. Der danach aufgelaufene Zugewinn hängt völlig von den Schwankungen der Börsen ab. Knicken die Kurse dann ein, löst sich ein mühsam erarbeiteter Gewinn schnell in Luft auf.

Am Ende der Laufzeit im August 2008 gibt es 100 Euro Nennwert plus 71 Prozent des Gewinns, den der Euro Stoxx über der Basis von 2645 steht. Bei 5 000 Punkten (ein Indexanstieg von 89 Prozent seit Emissionsstart) wären das 163,19 Euro im Zertifikat. Je weiter die Aktien steigen, desto mehr wirft auch das Zertifikat ab.

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