Geldanlage
Die wundersame Welt der Terminkontrakte

Der Siegeszug von Terminkontrakten begann bereits vor 20 Jahren. Ihr Aufstieg ging einher mit der Globalisierung und dem ungehinderten Kapitalfluss. Von der Geschichte über die Preise bis zum Sonderfall erfahren Sie hier alles Wissenswerte über diese Art der Geldanalage.

Geschichte
Futures oder Terminkontrakte sind keine Errungenschaft der Neuzeit. Bereits im antiken Griechenland wurden erste Termingeschäfte mit Olivenöl abgeschlossen. Später entstanden dann am japanischen Reismarkt die ersten Vorläufer des heutigen Futuresgeschäfts. Die erste organisierte Terminbörse moderner Prägung wurde im Jahr 1848 in Chicago gegründet.

Börsen
Die größten Futuresbörsen der Welt sind die Eurex, die CME Group, die Nyse Euronext und die BM&F Bovespa. Auf den Terminhandel in Nordamerika entfallen rund 38 Prozent der globalen Umsätze. Asien bringt es auf etwa 31 Prozent und Europa auf 23 Prozent.

Kontrakte
Die größten Futures-Geschäfte beziehen sich auf den Wechselkurs von Euro zu Dollar an der CME in Chicago und auf deutsche Staatsanleihen, genauer den Bund-Future an der deutsch-schweizerischen Eurex.

Abrechnung
Im modernen Futures-Handel wird bei 95 Prozent der Geschäfte nicht der Kontraktgegenstand geliefert, etwa Schweinehälften. Meist gleichen die Vertragspartner ihr Geschäft anders aus.

Preis
Der Preis des Terminkontrakts errechnet sich in der Regel aus dem Preis des Kassamarktes plus der Bestandhaltungskosten. Er wird durch die Laufzeit und durch den Zins bestimmt. Der Zins hat insofern eine große Bedeutung, als er ein wesentlicher Teil der Lager- und Bestandhaltungskosten ist, zu denen auch die Versicherungskosten zählen. Die Preise der Kassa- und Futureskontrakte nähern sich zum Verfallstag hin an.

Normalfall
Normalerweise gilt an den Rohstoffmärkten: Der aktuelle Preis ist niedriger als der Preis für weiter entfernte Liefertermine. Denn bis zum Liefertermin können Unruhen oder Unwetter die Preise für Öl oder Getreide in die Höhe treiben. Diesen Normalfall beschreiben die Profis mit dem Begriff "Contango".

Sonderfall
Beim umgekehrten Fall lautet der Fachbegriff "Backwardation". Dabei ist der Preis eines Rohstoff-Futures mit kurzer Laufzeit höher als der Preis eines noch länger laufenden Kontraktes. Dies ist in der Regel dann der Fall, wenn die aktuelle Nachfrage nach einem bestimmten Rohstoff besonders hoch ist und eine Verknappung befürchtet wird.

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