Geldanlage
Futures: Kleiner Einsatz - große Chance

"Den Futures gehört die Zukunft!" Mit diesem Wortspiel als Slogan versuchten Banken, Broker und Terminbörsen bereits vor 20 Jahren, die Anleger zu einer stärkeren Nutzung dieser Finanzprodukte zu bewegen. Und die Investoren griffen zu. Mit den sogenannten Terminkontrakten können Anleger mittlerweile auf fast alles wetten, sogar auf das Wetter. Was aber sind Futures genau?

FRANKFURT Der Siegeszug von Futures (Terminkontrakten) und Optionen, den wichtigsten börsennotierten Derivaten, ging einher mit der Globalisierung und dem ungehinderten Kapitalfluss. In den vergangenen beiden Dekaden stiegen die Umsätze im Geschäft mit Futures und Optionen um über 20 Prozent pro Jahr. Optionen gewannen dabei stärker an Popularität als Futures. Denn während anfangs rund zwei Drittel der an Börsen getätigten globalen Derivate-Umsätze auf Futures entfielen, liegt das Verhältnis inzwischen bei rund 50 zu 50.

Was aber sind Futures? Bei diesem Finanzprodukt handelt es sich um einen Vertrag zwischen zwei Parteien, bei dem der Verkäufer zur Lieferung und der Käufer zur Abnahme des Vertragsgegenstandes verpflichtet ist. Dies unterscheidet Futures von Optionen, bei denen nur auf einer Seite die Verpflichtung zur Vertragserfüllung besteht. Durch die Standardisierung der Futures ist ein liquider Handel der Kontrakte an Börsen möglich. Das heißt, die einzelnen Bestandteile des Terminkontrakts werden vereinheitlicht. Das betrifft den Vertragsgegenstand - also einen Basiswert wie eine Aktie oder einen Index oder aber eine Ware wie beispielsweise Weizen; ferner betrifft es die Kontraktgröße, also die zu liefernde Menge sowie die Qualität der Ware, den exakten Zeitpunkt und den Preis, zu dem der Vertrag erfüllt wird.

Bei Futures wird unterschieden zwischen Finanz- und Rohstoff-Terminkontrakten. Mit den gigantischen Finanzinvestitionen in die Rettung der Ökosysteme kamen neue Vermögenswerte wie Emissionszertifikate oder Wetter-Terminkontrakte hinzu. Theoretisch sind Futures auf alle gehandelten Vermögenswerte und Waren denkbar - vorausgesetzt, sie lassen sich standardisieren. Wegen stark unterschiedlicher Merkmale und Qualitäten scheiterten daher Pläne zur Einführung von Futures zum Beispiel auf Wasser und Diamanten.

Im Gegensatz zu Optionen, wo der Käufer dem Verkäufer eine Optionsprämie zahlt, fallen beim Abschluss von Futures solche Kosten nicht an. Allerdings müssen Futures-Vertragspartner eine Börsengebühr zahlen. Darüber wird bei Futures-Geschäften ein Vorschuss fällig, der als Sicherheitsleistung gilt und als "Einschuss" oder "Initial Margin" bezeichnet wird. Der Käufer muss diesen Betrag bar oder in Form von Staatsanleihen zahlen.

Dieser Einschuss entspricht in der Regel zwischen fünf und fünfzehn Prozent des Kontraktwertes. Der Reiz von Futures besteht daher in ihrer Hebelwirkung. Diese entsteht dadurch, dass der Nutzer nur einen prozentualen Kontraktwert als Einschuss zahlen muss, er aber mit diesem Einsatz den vollen Wert des Kontraktes bewegen kann. Futures werden auch als Hebelinstrumente bezeichnet - mit entsprechenden Chancen und Risiken.

Gerade während der zuletzt sehr turbulenten Börsenphasen, in denen die Kurse extrem schwankten, korrigieren Terminbörsen ihre Einschussforderungen nach oben, um eine Überhitzung der Märkte zu verhindern. In ruhigen Phasen werden diese Forderungen dann wieder gesenkt, um das Geschäft wieder anzukurbeln.

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