Geldanlage
Im Süden Europas geht es aufwärts

Die südlichen Krisenländer der Euro-Zone haben ihre Hausaufgaben gemacht. Die Anpassungen waren schmerzhaft für die Bevölkerung. Doch der Lohn dafür ist eine Rückkehr zum nachhaltigen Wirtschaftswachstum.
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DüsseldorfDeutschlands Wirtschaft geht es gut. Der Export boomt, die positive Handelsbilanz wächst. Noch. Doch die Tugenden, die Deutschland stark gemacht und die Krise der vergangenen Jahre haben überstehen lassen, werden in Berlin derzeit über Bord geworfen. Austerität? Sparsamkeit? Zurückhaltung bei den Löhnen? Überprüfung der Rentenkassen auf nachhaltiges Wirtschaften? All das, was Kanzlerin Merkel in den vergangenen Jahren von den Staaten der europäischen Südperipherie gefordert hat, wird von der großen Koalition gerade in großem Stil missachtet.

Die Rentenkassen werden geplündert, der Staatsapparat wird weiter aufgebläht, Beamte und angestellte Staatsbedienstete haben gerade erst nach nur kurzen Verhandlungen einen üppigen Lohzuschlag aus der Pulle bekommen. Wozu sparen? Alles muss raus! Während sich die Politiker in Berlin darin überbieten, Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln zu reduzieren, haben ausgerechnet die Südstaaten der Euro-Zone sich in den zurückliegenden Jahren unter Schmerzen die Ermahnungen des internationalen Währungsfonds, der Europäischen Zentralbank und des Europäischen Rettungsfonds zu Herzen genommen und sind ihre Problemfelder ernsthaft angegangen.

„Die Wachstumsprognosen für Italien, Spanien, Portugal und Griechenland verbessern sich zusehends“, bestätigt François Gobron, Manager des Generali European Recovery Equity Fund. „Die Leistungsbilanzen sind nahezu ausgeglichen, und die Haushaltsdefizite gehen zurück. Die Renditen der Staatsanleihen sind stabil und der Anstieg der Verbraucherpreise ist gering“, so Gobron. Insbesondere in Spanien und Italien geben die Einkaufsmanagerindizes positive Signale und zeigen eine deutliche Expansion an.

Das sollte sich positiv auf die Entwicklung der Unternehmensgewinne auswirken, die noch immer weit unter dem Niveau von vor der Finanzkrise liegen. Insbesondere Finanzwerte seien zuletzt sehr gut gelaufen. Als Gründe dafür nennt der Fondsmanager unter anderem die sich verbessernden Staatsfinanzen in der Peripherie sowie das abnehmende Länderrisiko. Insbesondere Finanztitel profitierten aufgrund ihrer prozyklischen Eigenschaft von verbesserten Konjunkturaussichten.

Ein gutes Beispiel dafür liefert Griechenland. Das schuldengeplagte Land hat sich am Dienstag dieser Woche kurzfristig 1,3 Milliarden Euro am Kapitalmarkt besorgt. Der Zinssatz für die sechsmonatigen Papiere beläuft sich auf gerade einmal 3,01 Prozent. „Noch vor einem Jahr war es undenkbar, dass Griechenland den Kapitalmarkt anzapft. Jetzt ist es Realität“, sagt Alessandro Giansanti, Zinsstratege bei ING. Zur Erinnerung: Noch vor zwei Jahren brachten griechische Staatsanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren eine Rendite von 37 Prozent. Mit einer Rückzahlung rechneten nur unverbesserliche Optimisten.

Am Donnerstag hat das Land zudem nach Angaben der Regierung in Athen rund drei Milliarden Euro mit einer fünfjährigen Laufzeit aufgenommen - zu einem Zinssatz knapp unter fünf Prozent. Der griechische Regierungssprecher Simos Kedikoglou warnte im Fernsehen vor allzu großer Begeisterung. Die Griechen müssten „noch vieles leisten“, sagte er.

 

Kommentare zu " Geldanlage: Im Süden Europas geht es aufwärts"

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  • "Im Süden Europas geht es aufwärts"

    Kann man alles glauben, was in den privaten Konzernmedien steht?

    Die Wachstumsperspektiven in Spanien sind lächerlich.

    Die spanische Regierung schwärmt vom größten Rückgang der Arbeitslosigkeit seit 1999.
    Doch die angeblichen Erfolge auf dem Arbeitsmarkt sind Augenwischerei.

    Im vergangenen Dezember waren in Spanien 4,7 Millionen Menschen als arbeitslos gemeldet.
    Das entsprach einer Arbeitslosenquote von 26 Prozent. Die spanische Regierung wertet es als Erfolg, dass es zuletzt 107.570 weniger Arbeitssuchende gab, als im Vormonat. Gegenüber Vorjahr sank die Zahl sogar um 147.385 Personen. Man schwärmt vom stärksten Rückgang seit 1999. Doch was ist der wirkliche Grund für die verbesserten Daten?

    "Die Arbeitslosigkeit ist gesunken, weil Leute das Land verlassen, weil immer junge Menschen ihr Glück im Ausland suchen. Oder weil die Leute einfach völlig desillusioniert das Handtuch werfen und sich gar nicht mehr registrieren lassen", erklärt der spanische Ökonom José Carlos Díez in einem Beitrag des TV-Magazins Plusminus.

    Aber auch die Nummer zwei in Europa gerät immer stärker unter Druck. Die "Grande Nation" Frankreich bekommt massive Probleme mit den Schulden.

    Zu den harten Fakten:

    Frankreich hat aktuell eine Schuldenquote von 93,5%. Das allein ist schon hoch - aber nicht besorgniserregend. Heftig ist die hohe Geschwindigkeit mit der diese Quote steigt!
    Noch 2012 lag der Vergleichswert nur bei rund 90,5%.

    Und auch das Haushaltsdefizit Frankreichs liegt deutlich über den Vorgaben: 2013 brachte es Frankreich hier auf einen Wert von 4,3%. Das ist extrem weit entfernt von den Vorgaben des Maastricht Vertrages von 3%.

    Kommt das böse Erwachen nach der Europawahl?

    Hören wir in den Medien noch etwas von der Euro-Krise?

    Derzeit ist es in den Medien sehr ruhig geworden um die wirtschaftlichen Probleme im gemeinsamen Wirtschaftsraum.

    Aber die Frage ist wie lange noch?

  • @ Fredi: Und weil die AfD so US-freundlich ist hat sie eine Resolution zu Ukraine beschlossen, die ganz und gar nicht im Sinne der USA ist. Außerdem lehnt die AfD das Freihandelsabkommen ab, solange es geheim verhandelt wird und deutsche Verbraucherschutzstandards unterlaufen werden. Verbreiten Sie Ihre Lügen doch auf den linksgrünen Faschoseiten! Da haben Sie ein dankbares Publikum, das Argumente gar nicht hören will.

  • ...Es geht aufwärts....?
    Eine olle Kamelle:
    Zuvor standen wir am Abgrund,
    jetzt sind wir einen Schritt weiter.
    Donnerwetter!!

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