Gesetzesinitiative
Grüne wolle Lehman-Opfern helfen

Den deutschen Opfern der US-Pleitebank Lehman Brothers läuft die Zeit davon. Viele können nur noch bis Jahresende ihre Banken auf Falschberatung verklagen, danach sind die Ansprüche verjährt. Die Grünen wollen dies ändern und planen eine Gesetzesinitiative.
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FRANKFURT. Nach dem Willen der Grünen sollen die längeren Verjährungsfristen für Falschberatung, die seit August 2009 gelten, auch auf die Lehman-Opfer angewendet werden. Bisher gilt für sie die alte Fassung des Wertpapier-handelsgesetzes. Danach verjähren Ansprüche drei Jahren nach Kauf der Papiere. Nach der neuen Fassung haben Anleger zehn Jahre Zeit.

"Natürlich könnten auch die Banken auf die Verjährung der Kunden-Ansprüche verzichten, wenn sie denn alles richtig gemacht hätten beim Verkauf. Dass sie das nicht tun, zeigt, dass sie tatsächlich fürchten, wegen Falschberatung Schadenersatz leisten zu müssen", kritisiert Gerhard Schick, finanzpolitischer Sprecher der Grünen im Bundestag. Er will die Initiative einbringen.

Auch die Deutsche Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz (DSW) begrüßt längere Verjährungsfristen. "Das hilft Anlegern, ganz genau zu überdenken, ob es sinnvoll ist, ihre Bank auf Falschberatung zu verklagen", sagt DSW-Sprecher Marco Cabras. "Viele sind schon hart an der Verjährung. Lehman-Anleger müssen sich jetzt dranhalten."

Rund 50 000 Bankkunden haben nach DSW-Schätzungen hierzulande Lehman-Zertifikate gekauft, die meisten vor allem in den Jahren 2007 und 2008. Mit der Pleite der US-Investmentbank im September 2008 waren die Schuldverschreibungen nichts mehr wert.

Vertrieben haben die Papiere vor allem Citibank und Dresdner Bank, aber auch die Frankfurter Sparkasse und die Hamburger Sparkasse. Bisher haben sich die Institute mit etwa jedem fünften Lehman-Opfer geeinigt und dafür rund insgesamt 91 Mio. Euro ausgegeben. Doch allein die Forderungen aus Schuldverschreibungen von Citibank und Commerzbank, die die Dresdner inzwischen übernommen hat, belaufen sich auf mehr als 1,2 Mrd. Dollar. Laut Informationen aus Finanzkreisen soll es sich dabei vor allem um Kundenforderungen handeln.Futter für ein Second-Reading oder eine Tabelle

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  • Wieso soll der STuerzahler wieder mal die Zeche zahlen?
    Die Grünen können ja mal vorschlagen die "Opfer"
    aus der Parteikasse zu bezahlen.
    Der einzige der zahlen muss sind die Finanzinstitute
    und der gierige Kunde sonst niemand!

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