Gold und Goldminen-Aktien
Der Ausverkauf von Gold als Chance

Gold ist in US-Dollar so billig wie seit fünf Jahren nicht mehr. Antizyklisch agierende Investoren aus dem Euroraum könnten in den kommenden Monaten vom Ausverkauf doppelt profitieren. Welche Produkte infrage kommen.
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DüsseldorfDerzeit scheint nicht viel dafür zu sprechen, in Gold zu investieren. Seit vier Jahren schon fällt der Goldpreis. Die kurzen Aufwärtsbewegungen, die es zwischenzeitlich gab, endeten stets unterhalb des jeweils zuvor erreichten Hochs und bestätigten damit nur den Abwärtstrend. Zuletzt beschleunigte sich die Talfahrt noch einmal.

Allein in den vergangenen vier Wochen ist der Goldpreis um fast 200 US-Dollar gesunken. Aktuell kostet eine Feinunze des gelben Metalls nur noch etwas mehr als 1.100 US-Dollar. Zur Erinnerung: Ende August 2011 kostete eine Feinunze Gold noch rund 1.900 US-Dollar. Wer sich damals Gold ins Depot gelegt hat, verbucht heute unter dem Strich ein Minus von 42 Prozent – in Dollar gerechnet. In Euro bleibt ein Minus von 22 Prozent.

Denn der US-Dollar hat gegenüber dem Euro in dieser Zeit mehr als 20 Prozent an Wert zugelegt. Da der Dollaraufschwung vor allem in den vergangenen 15 Monaten stattfand, sieht die jüngste Goldbilanz für Anleger aus dem Euroraum sogar recht gut aus. „Im Jahr 2014 war Gold für Anleger aus dem Euroraum die zweitbeste Anlageklasse überhaupt“, sagt Uwe Günther von BPM Berlin Portfolio Management.

Auch das aktuelle Kalenderjahr läuft bislang besser als von vielen europäischen Anlegern gefühlt: In Euro gerechnet, hat sich Gold seit Januar 2015 trotz der jüngsten Korrektur um rund drei Prozent verteuert. „Wenn ich die Wertentwicklung von Gold betrachte, ist für mich entscheidend, in welcher Währung ich denke. Investoren sollten sich deshalb vor allem darüber Gedanken machen, wie sie die Entwicklung des Euro im Verhältnis zu US-Dollar und Goldpreis sehen“, so Günther.

Hintergrund: Goldpreis und Dollar haben sich in der Vergangenheit zwar oft entgegengesetzt zueinander entwickelt: Sank der Dollar im Verhältnis zum Euro, stieg der Goldpreis. Denn Gold wird als Alternativwährung zur Weltleitwährung US-Dollar angesehen. Doch diese Korrelation funktioniert auch umgekehrt. Das war zuletzt zu beobachten. Als US-Notenbankchefin Janet Yellen kürzlich bestätigte, sie werde die Leitzinsen noch in diesem Jahr erhöhen, stärkte das den Dollar und setzte zugleich den Goldpreis unter Druck.

Die Entwicklung beim Gold scheint im Moment zwar eindeutig auf einen weiter fallenden Preis hinzudeuten: Doch es war schon oftmals eine gute Idee, gegen den mehrheitlich propagierten Trend zu handeln. „Rein fundamental müsste Gold eigentlich im Verhältnis zur im Umlauf befindlichen Geldmenge steigen“, sagt Uwe Wiesner vom Vermögensverwalter Hansen & Heinrich in Berlin.

„Die Marktgesetze sind durch die Geldpolitik der Zentralbanken allerdings teilweise außer Kraft gesetzt. Das heißt aber nicht, dass sie langfristig ihre Gültigkeit verloren haben“, so Wiesner. Langfristig orientierte Anleger sollten deshalb vorsichtig in Gold investieren und auf den Faktor Zeit vertrauen.

Wann beim Goldpreis die Talsohle durchschritten ist, ist nur zwar nur schwer abzusehen. Doch der letzte Ausverkauf hat offenbar bereits begonnen. „Wer Angst vor weiteren Verlusten hat, hat in den vergangenen Monaten Gold verkauft. Die Gold-Pessimisten sind aus dem Markt. Wir raten jetzt zu vorsichtigem Bottom-Fishing, also kaufen zu Tiefstkursen“, sagt Jörg Jubelt von PMP Vermögensmanagement in Düsseldorf. „Gold gilt trotz aller Unkenrufe immer noch als sicherer Hafen. Wenn es an den Börsen kracht, könnte der Goldpreis kurzfristig sogar noch einmal fallen, denn internationale Anleger nutzen den Verkauf von Gold-Positionen, um liquide zu sein“, erklärt Jörg Jubelt.

Gut zu beobachten war das in der vergangenen Woche, als chinesische Anleger in Panik große Mengen an Gold verkauften, um Kredite aufzulösen, mit denen sie vorher spekulative Aktienkäufe finanziert hatten. „Doch wenn der sich der erste Rauch verzogen hat, erinnern sich die Leute an die Krisenwährung Gold. Dann kann es ganz schnell gehen, und der Goldpreis steigt. Seit Jahrzehnten ist das zu beobachten. Es ist eine sich immer wieder selbst erfüllende Prophezeiung“, so Jubelt.

Der seit einigen Jahren sinkende Goldpreis ist nicht nur für Gold-Anleger ärgerlich. Der Preisrückgang hat auch die Aktienkurse der Gold-Produzenten unter Druck gesetzt. Ablesen lässt sich das am NYSE ARCA Gold Bugs Index, kurz HUI. Der Index enthält Minen-Unternehmen, die keine umfassende Absicherungsgeschäfte an den Terminmärkten tätigen: Während der Goldpreis in den zurückliegenden zwölf Monaten unter dem Strich um rund 16 Prozent gesunken ist, hat der HUI im selben Zeitraum rund 53 Prozent an Wert verloren.

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Kommentare zu " Gold und Goldminen-Aktien: Der Ausverkauf von Gold als Chance"

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  • Der Schwarzmarkt war auch verboten und dennoch konnten die Leute dort
    mit Gold und Sachwerten zahlen.

  • @ Manfred Zimmer

    << Rechnen Sie nach, wer das bessere Geschäft machte. >>

    Ein guter Rat! Dann weiß ich, was mein Großvater - um bei Ihrem Beispiel zu bleiben - 1933 hätte tun sollen, damit ich heute milliardenschwerer Erbe wäre. Danke!
    Aber wie stünde ich heute da, wenn ich etwa im Spätsommer 2011 in Gold gegangen wäre? Wie lange müßte ich leben, um jemals wieder auf Plus/Minus Null zu kommen?

    Bemühen Sie auch ruhig einmal die Historie und sehen sich an, wann Gold schon mal auf einem Niveau von etwa 1.100 $ gelegen hat. Nach einem "Kaufkurs" sieht mir das aktuell jedenfalls nicht gerade aus. Der Chart gleicht eher dem der Telekom, nur zeitlich gestreckter. Aber auch das sagt nicht viel aus.

    << Wenn die Geschichte alle Antworten lieferte, würde sich die Forbes-400-Liste der Reichsten der Welt aus Bibliothekaren zusammensetzen. >> Warren Buffett

  • sorry,aber ich kann mir nicht helfen,aber was kann man mit solchen kaffeesatzleser artikeln anfangen? einerseits und andernseits,keiner weiß was kommt,gut so....

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