Goldman Sachs mit China-Bonus
Das neue Top-Investment für das Reich der Mitte

Nachhaltiges Aufwärtspotential im dreistelligen Prozentbereich sehen wir für die kommenden Jahre nur bei Megatrends, allen voran die „Emerging Markets“. Neben Osteuropa verdient vor allem China Ihre be-sondere Beachtung: Mit einem jährlichen Wirtschaftswachstum von 8 bis 10 Prozent, das auch noch von einer niedrigen Inflationsrate begleitet wird (zuletzt 0,3 Prozent), lässt das bevölkerungsreichste Land der Erde alle anderen Schwellenregionen weit hinter sich.

FRANKFURT. Die weltweiten Exporte des neuen Giganten dürften schon heuer auf knapp die Hälfte dessen steigen, was die USA ausführen. Hinzu kommt ein boomender Binnenmarkt, der nicht nur von den üblichen Infrastruktur-Ausgaben (Mobilität, Versorgung, Telefonie) getrieben wird, sondern auch von der Konsumlust der Chinesen. Trotz dieser märchenhaften Zahlen steht der rote Gigant freilich noch ganz am Anfang seines Wegs in die Weltspitze – das Bruttosozialprodukt pro Kopf liegt gerade einmal bei 1.000 US-Dollar, während die USA das Vierzigfache auf die Waage bringen.

Wachstumsstory wird getrübt durch Währungsproblematik

Auch über dem Reich der Mitte ist der Himmel allerdings nicht strahlend blau; von der Währungsseite drohen dunkle Wolken. Seit 1994 hat die Volksrepublik ihren Yuan fix an den US-Dollar gebunden. Um das Gleichgewicht zu halten, muss die chinesische Notenbank Tag für Tag eine halbe Milliarde US-Dollar aufkaufen. Der offizielle Umtauschkurs gibt also bei weitem nicht mehr den tatsächlichen Wert der Währung wieder. Das kann nicht auf Dauer so bleiben. Eine Aufwertung um mindestens 20 Prozent ist eine Frage der Zeit – und birgt ein nicht zu unterschätzendes Gefahrenpotential: Mit einem stärkeren Yuan würden zunächst die Exporterlöse sinken, was sich aber angesichts des konkurrenzlos günstigen Lohnniveaus durch einen höheren Absatz ausgleichen ließe. Viel schlimmer träfe das Land die gleichzeitige Verteuerung der Importe. Schon jetzt kann China nur knapp die Hälfte seines Energiebedarfs mit eigenen Ressourcen decken; der Rest muss zugekauft werden. Im Zuge des weiteren Fortschritts der Industrialisierung wird der Eigenanteil weiter sinken, auch weil die Chinesen vom Energiesparen genauso wenig halten wie die Amerikaner.

Neu im Index-Universum: FTSE/Xinhua China 25

Wenn der Yuan steigt und die Weltmarktpreise für Öl und Gas nicht parallel fallen, könnte sich das zur veritablen Wachstumsbremse und damit zu einem ersten gravierenden Härtetest für die junge Marktwirtschaft entwickeln. Bei allem Potential tut man sich deshalb schwer, jetzt noch in das von ABN Amro aufgelegte „Open End“-Papier auf den Hang Seng China Enterprises Index („H-Shares“, WKN 685 964) einzusteigen. Satte 35 Prozent hat das Kursbarometer seit dem Jahresanfang zugelegt und ob die vor zwei Wochen begonnene Konsolidierung nun schon am Ende ist, steht in den Sternen. Wie gerufen kommt des-halb ein neues Bonus-Zertifikat von Goldman Sachs, mit dem das US-Haus diesen für langfristig disponierende Anleger so hervorragenden Mechanismus erstmals außerhalb der Standardmärkte anwendet. Bezugswert des insgesamt sechs Jahre laufenden Papiers ist nämlich der FTSE/Xinhua China 25 Index, der die 25 höchstkapitalisierten und liquidesten China-Aktien umfasst, die an der Börse Hongkong gehandelt werden.

Die Konditionen entsprechen den mittlerweile gängigen Standards, zu üppigen 40 Prozent Bonus-Rendite gesellt sich ein 30prozentiger Risikopuffer. Fraglich bloß, ob der ausreicht – vor knapp zwei Jahren ist der Index nämlich schon einmal binnen drei Monaten von 6.300 Punkten (dort lag, welch ein Zufall, auch der letzte Höchststand) auf 3.900 Zähler zusammengekracht. Das ergibt ein Minus von weit mehr als einem Drittel. Zugegeben, die letzten 400 Punkte dieses Einbruchs kamen im Zuge der traurigen Ereignisse vom 11. September 2001 zustande. Dennoch ist die Gefahr einer vorzeitigen Deaktivierung des Bonus-Mechanismus hier sicherlich höher als wenn es um den Euro Stoxx 50 gehen würde. 40 Prozent Abstand nach unten wären unter Risiko-Gesichtspunkten sicherlich wünschenswert gewesen, aber dann hätten nach unserer überschlägigen Berechnung kaum mehr als 20 Bonus-Chance zu Buche gestanden.

Vielleicht ist es deshalb sehr nützlich, dass der für die Bonusschwelle maßgebliche Referenzstand des Index erst wie üblich am Ende der noch bis zum 17. Oktober laufenden Zeichnungsfrist festgelegt wird. Bis dahin könnten die Kurse noch weiter nachgeben, so dass die Barriere zum Schluss unter den alten Tiefstständen liegt. In diesem Fall sehen wir das „FTSE/Xinhua Bonus“ sowieso als Top-Chance an, jetzt noch mit einem optimierten Chance-Risiko-Profil auf den China-Zug aufzuspringen. Gleichzeitig sollte man das Bonus-Risiko auch nicht überbewerten. Denn selbst wenn der Bonus-Mechanismus deaktiviert wird, fährt man nicht schlechter als bei einem gewöhnlichen Index-Zertifikat – denn die Dividenden, die zur Refinanzierung des risikogepufferten Bonus dienen, gehen beim „H-Share“ von ABN Amro ebenfalls flöten (allerdings ohne, dass Sie dafür eine Gegenleistung erhalten). Außerdem ist das realwirtschaftliche Potential Chinas groß genug, damit auf Sicht von sechs Jahren trotz eines eventuell bevorstehenden Einbruchs deutlich höhere Kurse drin sind als heute. Trotz unserer leichten Bedenken im Hinblick auf den Risikopuffer verdient sich Goldman Sachs also eine glasklare „BestBuy“-Empfehlung. Dass man auch bei diesem Bonus-Zertifikat wieder mit der vollen Laufzeit kalkulieren sollte, versteht sich inzwischen wohl von selbst.

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