Hebelprodukte
Wie Anleger gegen den Bund-Future wetten

Aktuell notiert der Bund-Future bei etwa 138 Prozent. Das ist Rekordniveau. Allerdings ist der Kursanstieg nach oben begrenzt. Auf einen Sinkflug zu spekulieren, könnte sich jetzt also lohnen.

FrankfurtDer Bund-Future steigt. Und steigt. Und steigt. Aktuell notiert das Zinsbarometer, dessen Kurs ausdrückt, wie teuer eine theoretische sechsprozentige Bundesanleihe aktuell kosten würde, bei etwa 138 Prozent. Das ist Rekordniveau. Deshalb beobachten die Emittenten von Zertifikaten, dass immer mehr Händler mit Hebelprodukten auf die Kursentwicklung des Bund-Futures wetten. Sie investieren in sogenannte Turbo-Puts, die sehr schnell an Wert gewinnen, wenn der Kurs des Bund-Futures fällt.

Das Kalkül der Trader: Bald muss der Bund-Future wieder fallen, so die Annahme. Denn es gibt eine mathematische Grenze, derzufolge die Kurse für Anleihen - und damit auch der Bund-Futures - nicht endlos steigen können. "Das ergibt sich aus der Tatsache, dass sich der Wert des Bund-Futures umgekehrt proportional zu den Renditen deutscher Anleihen entwickelt. Und dort ist beim Wert null das Ende der Fahnenstange erreicht", erklärt Heiko Weyand von HSBC Trinkaus.

Mit anderen Worten: Wenn ein Anleger beim Kauf einer Bundesanleihe mit zehnjähriger Laufzeit unter dem Strich draufzahlen würde, statt eine positive Rendite zu erzielen, wäre es eine dumme Idee, die Anleihe zu kaufen. Je weiter die Renditen fallen, desto näher rückt also das Ende der Fahnenstange. Doch welche Zahl steht auf dem Wimpel? "Der theoretische Maximalwert liegt bei 160 Prozent", sagt Peter Bösenberg von der Société Générale. Begründung: Wenn eine Anleihe mit zehnjähriger Laufzeit, die jedes Jahr sechs Prozent an Zinsen ausschüttet, heute mehr als 160 Prozent kosten würde, läge ihre Rendite im Minusbereich. Negative Renditen für Bundesanleihen sind zwar theoretisch denkbar, auf lange Sicht aber unwahrscheinlich. Deshalb wird der Kurs des Bund-Futures wohl niemals über 160 Punkte steigen.

Diese Marke scheint bei einem Stand von aktuell 138 Punkten noch weit weg. Sind die Trader mit ihren Wetten auf fallende Bund-Future-Kurse also viel zu früh losgerannt? Die Antwort lautet: Nein. Denn professionelle Trader betrachten nicht nur den Kurs des Futures, sondern auch die Zinskurve. Und da entscheidet nicht der Nullpunkt, sondern der Vergleich zum risikolosen Zins. Und der liegt bei etwa einem Prozent.

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Irgendwann wird der Bund-Future wieder fallen

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