Hedge-Fonds-Manager
John Paulson wettet gegen Europa

Nach Informationen von Insidern will Hedge-Fonds-Manager John Paulson gegen europäische Staatsanleihen wetten. Einerseits will er Bonds leerverkaufen, andererseits Ausfallversicherungen auf Euro-Staatsanleihen kaufen.
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Der Hedge-Fonds-Manager John Paulson hat seinen Investoren mitgeteilt, dass er europäische Staatsanleihen leerverkauft. Das berichtete eine mit den Vorgängen vertraute Person.

Der Milliardär habe auf einer Telefonkonferenz erklärt, er kaufe außerdem Kreditausfallswaps auf europäische Bonds, berichtete die Person, die ihren Namen nicht genannt haben wollte, weil die Information nicht öffentlich ist. Paulson habe spanische Banken als besondere Sorgenkinder identifiziert und auf ihre steigende Abhängigkeit von der Europäischen Zentralbank aufgrund ihrer Positionen bei spanischen Staatsanleihen und der Abflüsse von Kundengeldern verwiesen.

Im vergangenen Jahr hatte Paulson Rekordverluste verzeichnet. Ein Hedge-Fonds seiner Gesellschaft büßte 51 Prozent seines Wertes ein, nachdem Paulson zum falschen Zeitpunkt eine Wette auf eine Konjunkturerholung in den USA eingegangen war. Im Februar bezeichnete er den Euro als "strukturell voller Fehler" und erklärte, die Währung werde sich wahrscheinlich letztendlich auflösen.

Sorgen um eine Verschlechterung der Lage Spaniens haben die Finanzierungskosten des Landes in diesem Jahr in die Höhe schnellen lassen. Am Dienstag stiegen die Preise für Kreditausfallswaps auf spanische Staatsanleihen auf ein Rekordhoch, wie aus Daten von CMA hervorgeht. Die Renditen der spanischen zehnjährigen Bonds kletterten auf den höchsten Stand seit 1. Dezember.

Die Ausleihungen spanischer Banken bei der EZB legten im März um annähernd 50 Prozent zu auf ein Rekordhoch, wie Daten der spanischen Zentralbank belegen. Die Kreditinstitute nutzen die Notfalldarlehen der EZB und kaufen für einen Teil des Geldes spanische Staatsanleihen.

Paulson wurde 2007 mit Wetten gegen den US-Markt für Subprime-Hypotheken zum Milliardär. Armel Leslie, ein Sprecher für die Hedgefondsgesellschaft Paulson & Co., wollte sich zur Telefonkonferenz mit den Investoren nicht äußern.

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

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  • Recht hat der Mann damit, daß sich alle Papierwährungen in Luft auflösen.

    Wenn er also gegen den €uro wettet, braucht er aber einen langen Atem, denn unsere Euro-Schergen werden genau das Gleiche tun, was die US-Wohlstandsvernichter Grünspan, Bernanke und Co. getan haben: sie werden unendliche Mengen ungedecktes Schein-Geld drucken.

    Die Bad Bank EZB wird alle Staatsanleihen aufkaufen und mit frischgedrucktem Geld bezahlen.

    Er ist schon einmal auf die Nase gefallen, der geldgierige Bankster.

    Hoffentlich passiert ihm das immer wieder.

  • Man muß vorher nur mal nach der Gehaltsklasse fragen und die heißt: Keiner an der Wall Street verdient mehr als Hedge-Fonds-Manager John Paulson. Fünf Milliarden Dollar flossen 2010 auf sein Konto.
    Damit verfügt der Mann in unserem idiotischen Geldsystem über eine einmalige Positionierung. Jede seiner Aussagen ist selbstbefruchtend, weil jeder jeder seiner aufblickenden Jünger wird diese Botschaft tausendfach weitertragen und nachvollziehen.

    Auch wenn unsere Gesellschaft den Bach runter gegangen ist, wir uns längst an doppelte und dreifache Schlösser und vergitterte Fenster im ersten Stock gewöhnt haben, dann werden wir, weil wir ohne bezahlbare medizinische Versorgung eh früher ins Gras beißen immer noch diesem Fetisch Geld huldigen.
    Interessanterweise aber wird Paulson damit ein Anwärter für den Friedensnobelpreis, weil er die Welt gerettet hat. Verarmte und kurzlebige Bevölkerungsschichten verbrauchen weniger Resourcen, können sich kein Auto und keine Bildung leisten und sorgen sogar noch dafür das die Lohnkosten fallen.
    Auf diese Art und Weise lösen Paulson und Konsorten die Problem der Überbevölkerung, der Energiefrage und des Klimawandel auf einen Schlag. Das was die Erde dann noch hergibt reicht dann für die wo‘s bezahlen können allemal.

    Aber ich möchte auch daran erinnern, daß WIR die Basis der Politik sind und wenn WIR nicht mehr einbringen als einen Politikerbeschimpfungsreflex, brauchen WIR uns auch nicht wundern das Paulson das tun darf, weil keine Schranken für Seinesgleichen da sind.

  • Ich bin immer wieder beeindruckt, wie jemand, der nicht mal seinen Heimatmarkt richtig kennt, es schafft, dass ein Presseorgan wie die Fincial Times die Informationen dieser Menschen aufnimmt, um daraus eine Story zu bauen.
    Ich habe da wirklich keine Fragen mehr, außer, warum lassen naive Menschen immer noch ihr Geld von Diletanten verwalten?
    Yep, let's rolk again and ...

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