Hedge Funds haben nur eine geringe Liquidität
Mit Zertifikaten die Vorteile von Hedge Funds nutzen

Unterschiedliche Hedge Funds-Strategien weisen auch unterschiedliche Chancen-/Risikoprofile auf. So differenziert sich die Strategie "Long/Short Equity" durch eine höhere Korrelation zu Aktien.

Diese Strategie ist der Kauf von als unterbewertet geltenden Aktien und der gleichzeitige Verkauf überbewerteter Aktien. Diese von Hedge Funds am häufigsten eingesetzte Strategie weist eine höhere historische Rendite und gleichzeitig eine höhere Volatilität auf. Unter Volatilität wird das Ausmaß der Kursfluktuationen verstanden.

Reine Arbitrage-Strategie hat ein anderes Profil

Eine reine Arbitrage-Strategie, wie die der Wandelanleihen-Arbitrage, zeigt ein unterschiedliches Profil im Vergleich zum erstgenannten strategischen Ansatz. Dies liegt in der Natur der in beiden Strategien zum Einsatz gelangenden Instrumente und des damit verfolgten Handelsansatzes. Die Vorteile von Hedge Funds werden nicht zuletzt unter dem Gesichtspunkt der Diversifizierung (Risikostreuung) eines Portfolios deutlich. Die Beimischung einer Vermögensklasse zu einem aus Aktien- und Rentenpapieren bestehenden traditionellen Portfolio von Wertpapieren bringt für den Investor dann einen Nutzen, wenn diese zusätzliche Komponente mit einem interessanten Risiko-/Ertragsprofil bei niedriger Korrelation aufwarten kann.

Soll der portfoliotheoretische Nutzen bei der Strukturierung eines Hedge Funds-Index möglichst hoch sein, werden marktneutrale Strategien mit einer geringen Schwankungsintensität bevorzugt. Ein solcher Index richtet seinen Fokus auf die Betonung der Risikoreduzierung. Dies geht jedoch mit moderateren Renditen einher.Für Anleger, die zweistellige Renditen suchen, stellt sich die Alternative, in Strategiekombinationen zu investieren, die mit einer höheren Volatilität und Korrelation ein größeres Renditepotenzial versprechen. Damit verbunden ist aber ein Verlust der genannten Portfoliodiversifizierung.

Der Hebel macht's

Der Ausweg aus diesem Dilemma verbirgt sich hinter dem Begriff "Leverage" (Hebelwirkung). Dabei wird der erfolgreiche risikoarme Indexkonstruktionsansatz mit all seinen Vorteilen beibehalten. Das Chance-/Risikopotenzial wird durch das Hinzufügen von Fremdkapital in die gewünschte Dimension gehebelt. Je nach Risikoscheu oder Risikobereitschaft kann der Investor durch die Wahl des gewünschten Hebelfaktors eine Feinabstimmung vornehmen. Vor dem Hintergrund historisch niedriger Fremdkapitalkosten erscheint dieser Lösungsweg geradezu ideal.

Soll die bestehende Indexkonstruktion mit Rücksicht auf bestehende Investoren beibehalten bleiben, ergibt sich die Herausforderung, diese Hebelwirkung in einem getrennten technischen Ansatz abzubilden um dann beides - sowohl die Indexkonstruktion als auch den Hebeleffekt - in einem Produkt zu vereinen. Zur Umsetzung des Leverage muss mittels eines formeltechnisch abbildbaren Bezugsverhältnisses eine Hebelung der zukünftigen Wertentwicklung erreicht werden. Vor dem Hintergrund der eingeschränkten Liquidität von Hedge Funds, die Aufstockungen meist nur im monatlichen Rhythmus und Rückzahlungen oftmals nur vierteljährlich erlauben ist die handelstechnische Umsetzung mit Hindernissen verbunden. Die Tatsache, dass Hedge Funds ihre von der Depotbank bestätigten Nettoinventarwerte (NAV) meist mit einer Verzögerung von mehreren Tagen melden, ist eine weitere Herausforderung, die es zu lösen gilt. Besonderes Augenmerk kommt der Genauigkeit der Schätzungen zu, die in kürzeren Intervallen von den Hedge Funds auf Grund eigener Berechnungen ermittelt werden. Denn diese sind die Basis für die Bepreisung und das von der Bank durchgeführte "Hedging".

Absicherung gegen Nachschusspflicht

Eine rechtliche Herausforderung ist die Übersetzung dieser Zusammenhänge in die Sprache der Juristen. Im Falle einer negativen Wertentwicklung muss sichergestellt sein, dass sich der Anleger nicht mit einer wie bei Futuregeschäften üblichen Nachschusspflicht konfrontiert sieht. Gleichzeitig muss für die Bank gewährleistet sein, das der Fremdkapitalanteil zu jedem Zeitpunkt durch den Wert der in dem Index abgebildeten Hedge Funds gedeckt ist. Ein sehr strenges Auswahlverfahren bei der Indexzusammensetzung, eine kontinuierliche Risikokontrolle und eine Stopp-Marke sollen dies jederzeit gewährleisten.

Einige deutsche Banken verfolgen mit speziellen Produktfamilien bereits seit Jahren erfolgreich einen konservativen Investmentansatz in Hedge Funds. Dabei haben die Produktentwickler nicht geruht, sondern mit Zertifikaten ein gehebeltes Hedge Funds-Instrument zur Portfoliooptimierung interessantes Neuland betreten.

Claus Hilpold ist Produktmanager für alternative Investment Strategien bei der Commerzbank AG in Frankfurt.

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