Hochspekulative Kurzläufer
Neue Derivate nutzen die Börsenturbulenzen

Täglich neue Hebelprodukte auf den Dax sollen wieder für höhere Umsätze sorgen. Mit hochspekulativen Kurzläufern wollen Zertifikateemittenten private Investoren wieder an den deutschen Aktienmarkt zurückholen. Denn die Papiere bieten auf kurze Frist hohe Gewinnchancen und sind aufgrund der stark schwankenden Aktienmärkte beliebt wie nie.

FRANKFURT. Täglich neue Hebelprodukte auf den Dax sollen wieder für höhere Umsätze sorgen. Mit hochspekulativen Kurzläufern wollen Zertifikateemittenten private Investoren wieder an den deutschen Aktienmarkt zurückholen. Denn die Papiere bieten auf kurze Frist hohe Gewinnchancen und sind aufgrund der stark schwankenden Aktienmärkte beliebt wie nie: Allein im vergangenen Januar stieg der Handel mit Hebelpapieren um rund 22 Prozent auf 1,86 Mrd. Euro, berechnete der Deutsche Derivate Verband (DDV). Der Umsatz mit Anlagezertifikaten fiel dagegen um 36 Prozent auf 2,12 Mrd. Euro.

Goldman Sachs emittiert seit vergangenem Montag allmorgendlich neue Knockout-Papiere auf den deutschen Aktienindex. Die Produkte vollziehen ohne Laufzeitbegrenzung die Indexentwicklung mit einem Hebel von 30 nach oben oder nach unten nach. Investoren sollen so täglich schon vor Handelsbeginn der Börse in Frankfurt auf weltweite Ereignisse reagieren können.

"Allerdings müssen Anleger den Kursverlauf des Dax ständig beobachten und einen Totalverlust einkalkulieren", warnt Jochen Fischer von Goldman Sachs. "Die sehr handelsaktiven Anleger sollen mit den neuen Hebelprodukten auch starke Marktbewegungen spielen und überproportional profitieren können", sagt Fischer.

Langfristige Risikopositionen bestrafe der Markt derzeit mit Verlusten. Erfolgreicher seien da kurzfristige Spekulationen auf den Dax. Und die Investoren nehmen das Angebot bereits wahr: Allein in den ersten drei Stunden des vergangenen Montags war die Nachfrage nach den neuen Spekulationsobjekten groß: "Es sind zwar Nischenprodukte für Handelsprofis, aber dafür sehr erfolgreiche."

Mit noch schnellerer Schlagzahl bringt auch HSBC Trinkaus jetzt Dax-Hebelpapiere auf den deutschen Derivatemarkt. "Wir können mehrmals täglich zwischen neun und 15 Uhr Knockout-Papiere auf den Dax mit hohen zweistelligen Hebeln emittieren", sagt Heiko Weyand von HSBC Trinkaus. Gemeinsam mit Cortal Consors entwickelte die Düsseldorfer Bank einen Emissionsprozess, der im außerbörslichen Handel vor allem Scheine mit Hebel von 50 und mehr berechnet. Die Trader sollen so auch bei heftigen Kursschwankungen kurzfristig mit den gehebelten Knockouts spekulieren können.

Doch auch hier gilt: Totalverlust ist jederzeit möglich. "Unsere Zielgruppe sind ausgezeichnet informierte Trader." Ab dem Folgetag nach der Emission notieren die Wertpapiere dann auch für alle anderen Spekulanten im Freiverkehr an den deutschen Börsen.

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