Hoffnungen auf zweistellige Renditen zerstoben
Viele Hedgefonds-Zertikate enttäuschen die Anleger

Hedgefonds-Zertikate können von Gewinnen wie bei Rohstoffen nur träumen.

Die hochfliegenden Hoffnungen auf zweistellige Renditen unabhängig von der Lage an den Finanzmärkten weckte die Zertifikate-Industrie passgenau, als es mit den Aktienkursen bergab ging. Schlaflose Nächte mussten Hedgefonds-Anleger zwar nicht erleben. Aber die Erträge tendieren faktisch gegen null: 2004 waren es gerade 3,6 Prozent - das kostet schon der Ausgabeaufschlag. Auch über Jahre betrachtet bleibt das Ergebnis ernüchternd. So schafften 20 in Deutschland erhältliche Hedge-Zertikate gerade mal 4,5 Prozent Ertrag pro Jahr. Aktien hätten zur selben Zeit den selben Ertrag gebracht, simple Staatsanleihen mit überschaubarerem Risiko brachten bessere Renditen.

Der beste Ausreißer nach oben - ein Merrill-Lynch-Zertifikat - brachte immerhin sieben Prozent. Am schlechtesten lief ein Zertifikat der HypoVereinsbank, das in den vier Jahren seit Auflegung 0,01 Prozent jährliche Rendite abwarf - abzüglich Depotgebühr. Kein Wunder, dass Anleger statt erhoffter zehn Milliarden Euro 2004 in Hedge-Zertifikate und -fonds mit einer Milliarde Euro gerade einmal ein Zehntel der Traumsumme investierten.

Intransparenz statt nachvollziehbarer Standards

Nicht nur wegen mickriger Renditen. Es mangelt auch an Transparenz. Was mit seinem Geld genau geschieht? Da kann der Anleger nur rätseln. Die Manager der unterlegten Indizes verkaufen beispielsweise geliehene Aktien, in der Hoffnung, sie später billiger zurückkaufen zu können. Sie nutzen kleine Preisdifferenzen am Rentenmarkt, setzen auf Rohstoffe wie Öl oder spekulieren mit Währungen und hoffen auf Gewinne bei Übernahmenschlachten.

Die Zertifikate-Köche servieren ihren Investoren häufig Produkte auf eigenwillig kreierte Sonderindizes. "Es fehlt an nachvollziehbaren Standards", beklagt Ralf Fix, Manager beim Luxemburger Aegis Fund. Die meist geringen Gewinne dieser Zertifikate lohnen kaum die Mühe, sich als Anleger im eigenen Interesse mit den intransparenten Produkten zu befassen. Investoren sollten sich vorher erklären lassen, in welche Strategien, Märkte oder Indizes ihr Hedge-Zertifikat investiert. Zudem sind angesichts der schwachen Performance der vergangenen Jahre Ausgabeaufschläge von mehr als zwei Prozent nicht akzeptabel. Verlangt das Management zudem mehr als 0,75 Prozent Gebühren pro Jahr, ist der Prospekt reif für den Papierkorb.

Lesen Sie weiter auf Seite 4: Private Equity-Zertifikate: Renditeschwache Auslaufmodelle

Quelle: Wirtschaftswoche Nr. 22 vom 26.05.2005 Seite 110 ff.

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