Im Fokus breiterer Anlegerkreise
Holz bringt Stabilität ins Depot

Bäume sind der Inbegriff für Stabilität und Wachstum. Dass dies auch fürs Depot gilt, wissen nicht nur Großgrundbesitzer und öffentliche Körperschaften, sondern auch amerikanische institutionelle Investoren. Sie erwirtschaften damit Renditen von bis zu 14,5 Prozent pro Jahr – mehr als mit Aktien, Renten, Immobilien oder anderen Rohstoffen.

FRANKFURT. Die milliardenschweren Stiftungsfonds der Universitäten Yale und Harvard investieren seit Anfang der 70er Jahre in Nutz- und Edelhölzer. Im Durchschnitt erwirtschafteten die Yale-Anlagestrategen damit eine Rendite von 14,5 Prozent pro Jahr – mehr als mit Aktien, Renten, Immobilien oder anderen Rohstoffen.

„Inzwischen rücken Holzinvestments aber auch stärker in den Fokus breiterer Anlegerkreise“, sagt Olaf Posten von Caudex Capital – das Unternehmen ist auf die Strukturierung von Holzinvestments spezialisiert. „Mit dem steigenden Wohlstand vor allem in den aufstrebenden Länder Asiens und Osteuropas wächst die Nachfrage nach Holz als Baumaterial und Rohstoff für die Industrie dynamisch, während das Angebot nur langsam ausgeweitet werden kann. Hinzu kommt, dass Holz bei hohen Ölpreisen auch als erneuerbarer Energieträger an Bedeutung gewinnt. Die Folge ist, dass allein im Jahr 2006 die Preise für Bauholz um rund 25 Prozent gestiegen sind."

Neben den guten Aussichten für den Holzmarkt bieten Investments in diese Anlageklasse eine Reihe weiterer Vorteile. So sind Holzinvestments als Diversifikation von Portfolios interessant, da sich die Rendite weitgehend unabhängig von der Entwicklung an den Aktien- und Rentenmärkten entwickelt und zudem einen Inflationsschutz ermöglicht. Aber auch im Zusammenhang mit der Klimaschutzdebatte sind Holzinvestments in letzter Zeit stärker ins Rampenlicht gerückt, da Waldbesitzer durch den Verkauf von CO2-Emissionszertifikaten Zusatzrenditen erwirtschaften können.

Bis die Zertifikate-Industrie Holz als Anlagethema entdeckt hat, standen diesen Pluspunkten allerdings einige Nachteile gegenüber. Wer direkt in Holzplantagen oder über Private-Equity-Gesellschaften investierte, musste nicht nur einen langen Anlagehorizont von zehn bis 20 Jahren und große Mindestanlagebeträge mitbringen, sondern auch die eingeschränkte Handelbarkeit der Anteile in Kauf nehmen und politische Risiken im Blick behalten. Einen alternativen Weg, den Anleger mit Hilfe von Zertifikaten einschlagen können, sind Investments in Forstunternehmen. Interessant daran ist, dass steigende Holzpreise dank der gleichzeitig relativ stabilen Kosten bei diesen Unternehmen überproportional auf den Gewinn durchschlagen. Experten zufolge kann ein dauerhafter Holzpreisanstieg von zehn bis zwölf Prozent zu einer Gewinnverdoppelung bei Forstunternehmen führen.

Als erster Emittent ist die UBS mit ihrem Global-Timber-Zertifikat auf den Markt gekommen. Mit diesem können Anleger nicht nur in Waldbesitzer, sondern auch in Holz verarbeitende Unternehmen wie Sägewerke und Möbelhersteller investieren. Anleger sollten aber wissen, dass es sich bei Forstbetrieben meist um vertikal integrierte Unternehmen handelt. Das heißt, dass mit dem Aktienengagement meist auch in nachgelagerte Stufen der Wertschöpfung wie die Produktion von Zellulose oder Baumaterial sowie den Vertrieb von Holzprodukten und die Produktion von Möbeln investiert wird.

Etwas fokussierter geht man daher bei HSBC Trinkaus & Burkhardt mit dem aktiv gemanagten Open-End-Basket-Zertifikat auf internationale Aktien aus der Holzwirtschaft vor. Es enthält Plantagenbesitzer sowie Unternehmen, die in den Bereichen Aufforstung, Rodung, Kultivierung und im Holzhandel aktiv sind – Sägewerke und Möbelhersteller bleiben hingegen außen vor. Im März ist schließlich die Société Générale mit ihrem Timbex-Open-End-Zertifikat nachgezogen. Das Zertifikat lässt die Anleger zu 85 Prozent an den Dividenden partizipieren und bietet dank der Ausrichtung am von Dow Jones berechneten World Timber Total Return Index ein hohes Maß an Transparenz.

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