Immobilienmarkt
Steinerne Hoffnungsträger

Geringe Renditen, überhitzte Märkte: Anleger und Fondsmanager von offenen Immobilienfonds haben zweifelsohne schon bessere Tage erlebt. Und dennoch: Wer genau hinschaut, kann mit Zertifikaten von der Entwicklung an den internationalen Immobilienmärkten profitieren.

HB DÜSSELDORF. Das Vertrauen der Anleger in offene Immobilienfonds scheint vorerst erschüttert. Die über Jahre mickerigen Wertentwicklungen haben die Anleger vergrätzt: Im Schnitt brachten die 85 Milliarden Euro, die deutsche Anleger in den Fonds gebunkert haben, bescheidene 2,5 Prozent Rendite. Im Dezember vergangenen Jahres dann ein weiterer Nackenschlag: Die Deutsche Bank Tochter DB Real Estate (DBRE) hatte angekündigt, die rund 130 Immobilien des „Grundbesitz Invest“- Fonds neu bewerten zu müssen. Das Vermögen des „Grundbesitz Invest“ wurde kurzerhand eingefroren, um eine Panik bei den Anlegern und damit Mittelabflüsse in größerem Ausmaß zu verhindern. Ziel verfehlt: Die Reaktion der DBRE hatte Signalwirkung auf die Branche.

Insgesamt, schätzt der Branchenverband BVI, seien in den Monaten Dezember und Januar rund 7,3 Milliarden Euro aus offenen Immobilienfonds abgezogen worden. Die Münchener Fondsgesellschaft Kanam musste gar zwei ihrer internationalen Fonds schließen. Das Image der steinernen Geldanlage leidet.

Und dennoch: Anleger sollten sich nicht allzu sehr grämen. Zum einen, weil offene Immobilienfonds besser sind als ihr derzeitiger Ruf, wie Markus Koch, Experte für strukturierte Produkte bei der UBS, urteilt. Zum anderen, da Anleger, die auf ein Investment in Immobilien nicht verzichten wollen, durchaus Alternativen finden. Auf die richtige Auswahl der Produkte und die Depot-Mischung kommt es bekanntlich an.

„Real Estate Investment Trusts“ heißen die Hoffnungsträger dieser Tage, kurz: „Reits“. Die börsennotierten Immobiliengesellschaften nach US-amerikanischem Vorbild sollen demnächst auch in Deutschland eingeführt werden. Der Vorteil aus Anlegersicht: Reits müssen im Gegensatz zu gewöhnlichen Immobilienaktiengesellschaften keine Unternehmenssteuern zahlen, sind im Gegenzug aber verpflichtet, je nach nationalen Vorgaben, 65 bis 90 Prozent des Vorsteuerergebnisses als Dividende an die Anleger auszuschütten. Die Besteuerung erfolgt dann bei den Aktionären. Eingeführt wurden Reits bereits in den USA, Japan, Australien, Brasilien oder beispielsweise den Niederlanden. Hinzu kommt, dass die Transparenzanforderungen an Reits als börsennotierte Unternehmen größer sind als bei Immobilienfonds. Die genauere Ausgestaltung für Reits in Deutschland wird derzeit diskutiert. Das Risiko: Im Gegensatz zu Fonds unterliegen die „neuen“ Immobilien- Gesellschaften – wie reine Immobilienaktien auch – den Kursschwankungen der Börsen.

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