Indexzertifikate
Zertifikate: Rollen tut weh

Die Entwicklung von Indexzertifikaten im Rohstoffbereich hat die Anleger bisher enttäuscht. Mit flexibleren Strukturen wollen die Emittenten die bisherigen Rollprobleme lösen und schneller auf die Preisbewegungen der volatilen Rohstoff-Futures reagieren.
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DÜSSELDORF. Zwar sind die Preise für Rohstoffe gestiegen. Langfristig orientierte Anleger, die mit Indexzertifikaten ohne Laufzeitbegrenzung genau darauf gesetzt haben, profitieren aber nur unterdurchschnittlich. Hauptursache dafür ist die starre Konstruktion der so genannten Delta-1-Zertifikate. Emittenten haben nun neue Konzepte entwickelt, um flexibler auf die Preisbewegungen von Rohstoff-Futures reagieren zu können.

Denn anders als bei Zertifikaten, die sich auf Aktien beziehen, nutzen Rohstoffzertifikate nicht direkt den Basiswert - sprich Zucker, Platin oder Öl - sondern für die zugrunde liegenden Indizes die entsprechenden Rohstoff-Futures.

"Rohstoffe sind bis auf Edelmetalle nicht homogene Güter, weisen unterschiedliche Qualitätsmerkmale auf und lassen sich in der Regel schlecht lagern. Deshalb wurde erst mit den Futures eine standardisierte Handelbarkeit erreicht", erklärt Michael Geister von ETF Securities. Lediglich bei Edelmetallen beziehen sich die meisten Finanzprodukte auf den tatsächlichen Kassapreis.

Im Unterschied zum Kassapreis, auch Spotpreis genannt, spiegeln sich im Futurepreis zusätzlich einerseits Kosten für die Rohstofflagerung, andererseits Ernte- oder Fördererwartungen wider. Deshalb liegt der Futurepreis meistens über dem Spotpreis. Was die wenigsten Anleger wissen: Mit dem Kauf eines einfachen Indexzertifikats auf einen Rohstoff-Future spekulieren sie auf einen stärkeren Preisanstieg als ihn die aktuelle Terminmarktkurve erwarten lässt.

Weil Futures aber immer mit einer festen Laufzeit ausgestattet sind, müssen die Emittenten von endlos laufenden Indexzertifikaten in regelmäßigen Abständen tätig werden. Das geschieht in den meisten Fällen einmal pro Monat. Dazu wird der Future-Kontrakt, der fällig wird, durch einen neuen, länger laufenden Kontrakt ersetzt. Experten sprechen vom "Rollen" der Kontrakte - es wird beispielsweise der Future-Kontrakt, der im Oktober fällig wird, verkauft und im Gegenzug ein passender November-Kontrakt gekauft.

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