Insider-Bericht
MF-Global ist den US-Behörden ein Dorn im Auge

Die US-Behörden haben angeblich seit längerem den US-Broker MF Global im Visier. Geprüft wird, ob der Wertpapierhändler Kundengelder für immer riskantere eigene Handelsgeschäfte eingesetzt hat.
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Washington Die US-Behörden hatten den am Montag pleitegegangenen amerikanischen Broker MF Global offenbar seit Monaten im Visier. Bereits im Juni habe die Wertpapieraufsicht FINRA das Brokerhaus kontrolliert, verlautete am Mittwoch aus mit der Angelegenheit vertrauten Kreisen.

Die FINRA sei damals schon besorgt gewesen, dass MF Global eine beträchtliche Summe in europäische Anleihen investiert, jedoch nicht genügend Kapital als Absicherung beiseitegelegt habe. Daraufhin habe die Behörde Gespräche mit dem Handelshaus über die Bilanzierung geführt und einen höheren Kapitalpuffer verlangt.

Im September habe MF Global die Forderung erfüllt. Der Wertpapierhändler beriet sich zu der Zeit auch mit der US-Börsenaufsicht SEC. FINRA riet MF Global auch dazu, Wertberichtigungen auf seine Positionen in Europa vorzunehmen.

Die Pleite des Brokerhauses hatte in der Finanzbranche weltweit Wellen geschlagen. Vor allem auf den Rohstoffmärkten führte die erste Insolvenz einer großen US-Finanzfirma aufgrund der Euro-Schuldenkrise zu erheblicher Verunsicherung.

Die US-Behörden prüfen, ob die Firma zuletzt Kundengelder für eigene Geschäfte verwendet hat.

Zu Fall gebracht hat MF Global die Euro-Schuldenkrise. Die 200 Jahre alte Firma war in immer riskantere Handelsgeschäfte eingestiegen und hatte zuletzt verstärkt auf Schuldpapiere aus Italien, Portugal und Spanien gesetzt. Als auch Verkaufsverhandlungen mit dem Rivalen Interactive Brokers Group scheiterten, sah das Traditionshaus keinen anderen Ausweg mehr und beantragte Gläubigerschutz. Damit gehört MF Global nach Vermögenswerten zu den zehn größten Insolvenzen in der Geschichte der USA.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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