Institutionelle und private Anleger nutzen erweiterte Investmentmöglichkeiten
Indexfonds sind die neuen Börsenstars

Der Siegeszug der börsengehandelten Indexfonds (Exchange Traded Funds, ETFs) ist nicht aufzuhalten. Seit Jahren steigen Handelsvolumina und die in den Produkten angesammelten Vermögenswerte, während die traditionelle Anlagebranche auf neue Wachstumsimpulse wartet.

Es gibt viele Gründe für den Boom der ETF s. Eine kleine Auswahl: Enttäuschung über aktive Verwalter, günstigere Preise, transparentere Portfolios, vielseitige Einsatzmöglichkeiten gerade für institutionelle Investoren, ideal verwendbar auch in einer intelligenten Vermögensverwaltung.

In den USA haben ETFs schon eine längere Historie - an den europäischen Handelsplätzen gibt es sie erst seit rund fünf Jahren. Wenige Zahlen spiegeln den Erfolg der Produkte wider. Heute notieren an sieben Handelsplätzen mehr als 180 ETFs. Das Volumen ist in kurzer Zeit auf zirka 25 Mrd. Euro angeschwollen. Der Handel konzentriert sich auf die entsprechenden Marktsegmente an der Deutschen Börse, der Mehrländerbörse Euronext und der Londoner Börse. Drei Vermögensverwalter teilen den Großteil des Kuchens unter sich auf. Es sind die zur Hypovereinsbank gehörende Indexchange, die französische Société-Générale-Tochter Lyxor Asset Management und Barclays Global Investors.

Immer mehr Anleger wenden sich diesen Produkten schon aus einem einzigen Grund zu. Sie wollen nicht länger hohe laufende Gebühren für "aktive" Verwalter zahlen, die bei Aktien und Anleihen durch die gezielte Auswahl von Ländern, Branchen, Einzelwerten ihre Benchmark schlagen wollen: Denn die meisten Geldmanager scheitern an dieser Aufgabe. Und deshalb wenden sich viele Anleger lieber den börsengehandelten Indexfonds zu. Für den Privatinvestoren schlägt noch ein weiterer Vorteil zu Buche: auch der bei Aktienfonds im Schnitt fünf Prozent betragende Ausgabeaufschlag entfällt.

Handel jederzeit zu fairem Wert

Dank des Börsenhandels kann der Investor die ETFs jederzeit zu einem fairen Wert kaufen und verkaufen. Der Preis eines Anteilscheins beträgt beispielsweise ein Zehntel des fortlaufend ermittelten und damit aktuellen Indexwertes. Bei Ordererteilung kennt der Anleger daher auch den ihm berechneten Preis. Bei traditionellen Fonds wird dagegen nur einmal am Tag ein Preis errechnet, der bei vorheriger Ordererteilung unbekannt ist. Außerdem kann der ETF-Anleger die Zusammensetzung des Portfolios einfach am Index ablesen. Auch hier hapert es bei traditionellen Investmentfonds an Transparenz.

Die Institutionellen schätzen unterdessen die vielseitigen Einsatzvarianten der ETFs. Besonders wichtig sind dabei die strategischen Möglichkeiten kombinierter Kassa- und Terminmarkttransaktionen. Zu guter Letzt bieten ETFs auch die Möglichkeit des Leerverkaufs.

Indexfonds als Basis-Investment

Einen besonderen Schub erhält das ETF-Geschäft derzeit durch allgemein gefallene Renditen an den Wertpapiermärkten. Experten rechnen auch für die kommenden Jahre nur noch mit moderaten Erträgen. In diesem Umfeld gewinnt der besondere Investmentansatz der ETF s neue Anhänger.

Gerade bei Basisinvestments wie beispielsweise europäischen Standardaktien oder Euro-Anleihen ist die Aussicht auf Erzielen einer Mehrrendite gegenüber den maßgeblichen Indizes durch aktives Management geschrumpft. Ein wichtiger Grund ist die immer stärkere Durchdringung der Märkte mit Informationen und mit Researchmaterial über einzelne große Unternehmen. Informationsvorsprünge, die früher die Chance auf Outperformance eröffneten, sind daher immer schwerer zu erlangen. Aus diesen Grund entdecken gerade institutionelle Anleger Indexfonds und speziell ETFs für ihre Basisinvestments. Das schlägt sich auch in den Handelsvolumina nieder. Die umsatzstärksten Produkte in Europa sind jene auf den Dax, den Cac 40 und den Euro Stoxx 50.

Preiswerte und transparente Produkte

Aussichtsreicher ist die aktive Renditejagd nur noch in wenig analysierten Märkten. Daher mischen die Institutionellen den Kernanlagen gezielt Investments aus diesen Segmenten bei. Damit wollen sie eine Überrendite des Gesamtportfolios sichern. Zu diesen Beimischungen gehören Nebenwerte und Schwellenländertitel, im Anleihensegment unter anderem Unternehmenstitel oder nachrangige Bonds. In diese Gruppe gehören auch die Alternativen Anlagen von Hedge-Fonds bis zu Private Equity.

Darüber hinaus locken ETFs als interessante Elemente in der klassischen Vermögensbetreuung - und sind damit auch für Privatanleger attraktiv. Verwalter und Berater können mit diesen preiswerten und sehr transparenten Produkten eine Vermögenssumme inzwischen umfassend und gemäß ihren Erwartungen über die Zukunft der Kapitalmärkte strukturieren. Das ist möglich, weil es nicht nur eine breite Palette von ETFs auf Aktienindizes gibt, sondern auch die Zahl der Produkte für Bondindizes steigt.

Das weist die Richtung des Trends für die kommenden Jahre. Und genau so sehen viele Experten denn auch die Zukunft: "Aktive" Vermögensstrukturierung mit "passiven" ETF-Bausteinen.

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