Interview
„Die Aktie von Facebook ist sehr sehr teuer“

Die Facebook-Aktie ist mit knapp dem hundertfachen des Jahrsgewinns bewertet. Maik Haufe, Leiter des Portfoliomanagements der Quirin Bank verrät, ob der Einstieg trotzdem lohnt.
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Kann Facebook zu der neuen Volksaktie werden?

Bei einer Volksaktie im eigentlichen Sinne liegt natürlich der Gedanke an die Aktie der Deutschen Telekom nahe. Da ist der Vergleich mit Facebook schwierig. Der Anteil an älteren Usern bei Facebook ist sehr gering, so sind etwa Nutzer über 54 Jahre nur mit zwei Prozent der gesamten User vertreten. In Deutschland liegt das Vermögen aber primär bei der älteren Generation. Eine Volksaktie im Sinne der Telekom wird Facebook daher sicher nicht. Aber der Börsengang von Facebook kann jüngere Menschen für Aktieninvestitionen öffnen. Man könnte also von einer „Teil-Volksaktie“ sprechen.

Wo liegen die Risiken für die Anleger?

Facebook ist ein Unternehmen, das schwarze Zahlen schreibt. Allerdings ist das Online-Netzwerk nach den Zahlen, die veröffentlicht wurden, etwa mit dem Hundertfachen des Jahresgewinns bewertet – bei Dax-Unternehmen ist es ungefähr das Zehnfache. Wenn ich als Anleger  in Facebook investiere, muss ich also die Erwartungshaltung haben, dass das Unternehmen seinen Jahresgewinn mittelfristig verachtfacht oder verneunfacht. Das ist eine große Herausforderung, denn das Nutzerwachstum von derzeit 800 Millionen Usern weltweit dürfte begrenzt sein. Die Herausforderung, die Facebook meistern muss, ist den Ertrag pro User zu steigern. Nur damit kann Facebook diesen hohen Preis rechtfertigen. Die Kunst liegt jetzt darin, das Geschäftsmodell weiterzuentwickeln, obwohl Facebook bereits Marktführer ist. Die Risiken sind exorbitant. Wir halten Facebook daher für ein spekulatives Investment.

Wie sieht es mit Risiken für Facebook selbst aus? Das Management ist bisher eine Art One-Man-Show des Mark Zuckerberg, der nicht gerne von Aktionären bei seinen Entscheidungen beeinflusst wird.

In der Außenwirkung ist Facebook stark personalisiert, man nimmt nur Mark Zuckerberg wahr. Auch nach dem Börsengang wird er die Fäden in der Hand halten, in bestimmten Bereichen sogar stärker als bisher.

Wie geht das?

Er wird zwar nur rund 30 Prozent der Aktien besitzen, hält aber mehr als 58 Prozent der Stimmrechte. Einige Investoren haben bereits avisiert, Herrn Zuckerberg die Stimmrechte zu übertragen. Eine weitere Besonderheit ist, dass es verschiedene Arten von Aktien geben wird. A-Klasse-Aktien haben ein Stimmrecht pro Aktie, diese Papiere werden an der Börse gehandelt werden. Die Aktien der B-Klasse, die Mark Zuckerberg halten wird, haben zehn Stimmrechte.

Mit dieser Stimmrechtsverteilung sind gewissen Gefahren verbunden: Zuckerberg kann das Unternehmen strategisch in die Richtung steuern, die er sich vorstellt – im Zweifel auch gegen die Aktionäre, die Anteile am Kapitalmarkt erworben haben. Das sind elementare Risiken, denn als Anleger ist man in hohem Maße abhängig vom Management einer einzigen Person, von Mark Zuckerberg.

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  • Zitat MaceMcLain: 100 Milliarden Barvermögen?
    Hahahahahaha, wer hat ihnen denn diesen Bären aufgebunden?
    Schauen sie mal hier!
    http://www.appdated.de/2012/03/apples-barvermogen-tim-cook-kundigt-conference-call-an-strategie-wird-bekanntgegeben/

    Die Technik unter der Touchfläche kommt aus Deutschland!
    Ich will keine Aktien kaufen und bin nur durch Zufall hier gelandet, da wir im Macuser Thread gerade über Facebook diskutieren.
    Scheinbar ist Apple aber breit genug bei diesen Gewinnen aufgestellt!
    Und es werden sicherlich neue Sachen kommen und vielleicht schlagen auch die wieder ein wie eine Bombe.

    Schaut euch doch mal an was aus Nokia in kürzester Zeit geworden! Durch schlechtes Managment sind die ja schon fast pleite.
    Ein schlechtes Management kann man Apple sicher nicht nachsagen und sehe deshalb Apple auch über lange Zeit als führendes Unternehmen.
    Und was kann man alles mit 100 Milliarden Dollar anstellen.
    Die brauchen sich kein Geld für Übernahmen von Banken leihen!

    Facebook ist dagegen ein Witz und eine tierisch große Blase.
    Ca. 200 Millionen Gewinn, ich lach mich schlapp, bei einen angegebenen Börsenwert von ca. 100 Milliarden.
    Bei ihren nutzerzahlen haben sie sicher auch Dateileichen mitgezählt.
    Im Macuser Thread haben einige User gesagt, das sie dort mehrere Accounts haben!
    Ihre zahlen sind doch mit Sicherheit der gleiche Witz wie damals die Zahlen von Premiere/Sky!
    Naja, ich kann Interessenten nur davor warnen sich Facebook Aktien zu kaufen.

  • 100 Milliarden Barvermögen ?
    Hahahahahaha, wer hat ihnen denn diesen Bären aufgebunden ?

  • Ich lebe in Deutschland und mit Zenit und Absturz dürfte "nichtzufriedenerFacebooknutzer" kein verschwinden von der internationalen Bildfläche gemeint haben. Allerdings ist es fraglich, ob Apple seine beherrschende Stellung im Pad- und Smartphonemarkt behalten wird. Es gibt Analysten, die Apple eine Verzehnfachung des Börsenwertes voraussagen und da sind 100 Mrd. nur Peanuts. Wirklich breit ist Apple meiner Ansicht nach auch nicht aufgestellt. Im Wesentlichen verkauft Apple drei Produkte Laptops, Pads und Smartphones. Standrechner, ipods und dergleichen dürften bei den Kunden überflüssig werden. Auch Produkte wie Apple TV oder dergleichen sehe ich nicht. Zudem ist Apple in den einzelnen Sparten nicht wirklich tief aufgestellt und die Produktion findet hauptsächlich in Asien statt. Tolle Entwicklungen wie das Display kommen glaube ich aus Deutschland. Wenn Apple nicht aufpasst reduziert es sich komplett auf eine Marke und die Softwareentwicklung um am Ende nur noch einen angebissenen Apfel auf Hardware zu drucken.

    Somit wird Apple nicht verschwinden aber meiner Meinung nach seine jetzige marktdominierende Stellung verlieren und nur mit der wäre ein extreme Steigerung des Unternehmenswertes möglich. Aber wenn Sie das anders sehen, würde ich Apple-Aktien kaufen.

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