Investieren im Osten
Mit Derivaten die Chancen in Russland nutzen

Aufstrebend und rohstoffreich: Für Anleger lohnt es sich, mit Zertifkaten in das Riesenland zu investieren. Denn längst boomen auch Branchen wie Telekommunikation und Finanzdienstleistungen. Doch Investoren sollten die Inflation und die politische Stabilität im Auge behalten.

FRANKFURT. Riesige Vorkommen an wertvollen Rohstoffen machen Russland zu einem Investment mit Zukunft. Rund ein Drittel der weltweiten Gasvorkommen sind ein beeindruckendes Beispiel für das Potenzial, das Russland bietet. Die Wachstumsraten der Wirtschaft liegen weit über dem westeuropäischen Durchschnitt - und der Aufschwung erreicht immer größere Teile der Bevölkerung. Zunehmend profitieren auch andere Branchen vom Aufwärtstrend durch den Rohstoff-Boom, insbesondere die Bereiche Telekommunikation, Finanzdienstleistungen und Einzelhandel.

Dennoch gibt es Risiken, die dieses gute Bild trüben. Wenn auch eine Fortsetzung des starken Wirtschaftswachstums in Russland zunächst zu erwarten ist, empfiehlt es sich, die Inflation aufmerksam zu beobachten. Zu beachten ist auch die politische Entwicklung. Nach dem Zerfall der sozialistischen Großmacht hat das Land zwar große Fortschritte auf dem Weg zu Demokratisierung und Liberalisierung gemacht, ist aber aus westlicher Sicht noch nicht am Ziel angelangt. Für den Investor zählt jedoch vor allem politische Stabilität, die allerdings nach dem Präsidentenwechsel derzeit gegeben sein dürfte.

Bei der Suche nach Investmentmöglichkeiten in Russland bieten sich für deutsche Privatanleger Fonds und Zertifikate an. Ihnen sollte bewusst sein, dass eine Anlage in Russland schwerpunktmäßig ein Investment in Rohstoffe ist. Dennoch sollte auf eine ausreichende Streuung auf andere Branchen geachtet werden. Zertifikate bieten dabei den Vorteil, dass sie sich auf einen transparenten Basiswert beziehen und vergleichsweise liquide sind.

Als Basiswert für strukturierte Produkte bieten sich verschiedene Aktienindizes an, die ein gutes Spiegelbild für die Stärke der russischen Volkswirtschaft sind. Als internationaler Maßstab gilt dabei der RTS-Index. Er ist mit 50 enthaltenen Aktien vergleichsweise breit gestreut und deckt circa 85 Prozent der Marktkapitalisierung in Russland ab.

Dabei wird der Vorteil strukturierter Produkte besonders deutlich. Der deutsche Anleger kann aus einer Vielzahl von verschiedenen Anlageprodukten wählen und dabei sein persönliches Chance-Risiko-Profil abbilden. Dabei gilt es allerdings, das Gesetz des Kapitalmarktes zu beachten, das auch Zertifikate nicht ausschalten können: Je höher die Renditechance, umso höher auch das Risiko, das mit dieser Anlage eingegangen wird.

Ein gutes Produkt muss dabei jedoch nicht kompliziert sein. Im Gegenteil: Der Trend geht zu einfachen und klaren Strukturen. Gleichzeitig ist die Nachfrage nach risikoreduzierenden Produkten groß. Als Beispiel sei ein Discountzertifikat auf den RTS-Index mit einem Cap bei 2 000 Punkten genannt. Damit investiert der Anleger eher konservativ, denn er setzt auf tendenziell gleichbleibende Kurse. Dennoch eröffnet er sich mit dem Zertifikat eine Renditechance von derzeit rund 16 Prozent pro Jahr , wenn der RTS-Index bis zum Ende der Laufzeit gleichbleibt oder steigt.

Da der RTS-Index in US-Dollar gerechnet wird, spielt allerdings auch der Euro-Dollar-Kurs bei der Wertentwicklung eine nicht unwichtige Rolle.

Günter Schärtl ist Produktmanager Zertifikate bei Dresdner Kleinwort.

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