Investitions-Boom
Infrastruktur-Zertifikate: Die heimlichen Krisengewinner

Es gibt sie doch: Gewinner der Krise. Rund um den Globus investieren Staaten erhebliche Summen in die Adern der modernen Volkswirtschaft - die Infrakstruktur. Entsprechende Investments stehen in dem Ruf, Anlagevermögen zu stabilisieren - sofern man diese richtig einsetzt.

Seitdem die Industriestaaten dem weltweiten Konjunktureinbruch mit Hilfspaketen in Milliardenhöhe begegnen, herrscht ein Verteilungskampf. Welche Investition ist für die Zukunft sinnvoll oder sinnlos?

Viele Experten sind sich einig, dass die Staaten dem Konjunkturrückgang mit Investitionen in die Infrastruktur begegnen können. Die Weltbank schätzt, dass allein in den USA ein Investitionsbedarf von rund 1,6 Billionen Dollar in den kommenden fünf Jahren besteht. Wie zu Zeiten des New Deal in den dreißiger Jahren sollen nun Highways, Dämme und Deiche errichtet werden. Der neue US-Präsident Barack Obama will dafür hunderte Milliarden Dollar zur Verfügung stellen. So fließen alleine in den USA fast zwei Drittel des im Februar beschlossenen Konjunkturpaketes in Höhe von 787 Milliarden US-Dollar (615 Milliarden Euro) in Investitionen in Infrastruktur. Damit löst Obama ein Versprechen zur Stützung der heimischen Konjunktur sein. Und Investitionen in marode Autobahnen oder Stromleitungen sind auch dringend nötig. Dort wurden unter der Regierung Bush Ausgaben in die Infrastruktur entweder aufgeschoben oder gar nicht erst bewilligt. Mit dramatischen Folgen. Wie bei der Energieinfrastruktur. Der Blackout im Jahr 2004 hat im ganzen Nordosten einschließlich New York die Lichter ausgehen lasseb, weil die Stromleitungen veraltet und überlastet waren. Von Zeit zu Zeit melden Medien Brückeneinstürze, die auf mangelnde Erneuerung oder Reparatur schließen lassen.

In Deutschland ist die Investitionssumme zwar geringer, wird nach Meinung von Volkswirten aber trotzdem helfen, den Konjunktureinbruch abzufedern. Vom zweiten Konjunkturprogramm über 50 Milliarden Euro sollen 17 bis 18 Milliarden zur Renovierung von Schulen, Universitäten und andere Infrastrukturmaßnahmen zur Verfügung stehen.

Auch China investiert kräftig und will von dem verabschiedeten Konjunkturpakt von vier Billionen Renmimbi - das entspricht 585 Milliarden Dollar - den Großteil des Geldes in die Infrastruktur investieren. Darüber hinaus möchte das Reich der Mitte noch mehr Geld für die betreffenden Branchen in die Hand nehmen.

Selbst die Bauwirtschaft am Persischen Golf setzt im Zuge der Krise verstärkt auf öffentliche Investitionen in Kraftwerke, Kläranlagen, Krankenhäuser, Straßen und Brücken. Die Regierungen der sechs-Golf-Staaten haben Infrastruktur-Projekte in Höhe von einer Billion Dollar angekündigt.

Allein Saudi-Arabien, der weltgrößte Öl-Exporteur und die stärkste Volkswirtschaft in der Region, will in den kommenden Jahren 400 Mrd. Dollar lockermachen. Das Königreich hat für 2009 Ausgaben in Höhe von rund 127 Mrd. Dollar reserviert, ein Plus von 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Das ist Wasser auf die Mühlen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Sie fordert momentan Investitionen in die Infrastruktur. Vor allem in Projekte, die schnell positive Auswirkungen zeigen. Das beweist, wie stark sich das Augenmerk von Investitionen derzeit auf den Bereich Infrastruktur richtet.

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