Investmentidee
Attraktive Bonuschancen bei der EADS-Aktie

Eigentlich ist das Wertpapier des Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS kein attraktives Investment. Die wirtschaftlich positiven Aussichten müssten den Aktienkurs beflügeln, doch politische Einflussnahmen verhindern das derzeit. Mit Bonuszertifikaten kann sich ein Einstieg dennoch lohnen. Die tägliche Investmentidee auf Handelsblatt.com.

DÜSSELDORF. Fast alle führenden Analysten haben den EADS-Konzern in den vergangenen Wochen hochgestuft. Die Tochter Airbus hat auf der Luftfahrtmesse Le Bourget in Paris über 400 neue Bestellungen verkündet und schiebt ein Auftragsvolumen von mehr als 200 Milliarden Euro vor sich her. Die Produktion sämtlicher Modellreihen wird in den kommenden Monaten hochgefahren. "In den kommenden zwei bis drei Jahren mangelt es uns an Lieferkapazität. Wenn wir für 2009 noch Kapazitäten für die A320 frei hätten, könnte ich wesentlich mehr Flugzeuge verkaufen", sagte Airbus-Chef Louis Gallois in einem gemeinsamen Interview mit Co-CEO Thomas Enders dem Handelsblatt.

Eigentlich hätte die Aktie einen Sprung nach oben hinlegen müssen. Zumal auch der staatlich kontrollierte Investmentfonds Dubai International Capital (DIC) 3,12 Prozent des Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS erworben hat und nun fünfgrößter Aktionär ist. Doch das Wertpapier stagniert und notiert mit 24 Euro deutlich unter dem Allzeithoch von 35 Euro Anfang 2006. Seit einem Jahr bewegt sich der Titel in einer Spanne zwischen 20 und 26 Euro.

Grund für diese Seitwärtsbewegung: Berlin und Paris sehen sich als legitime Vertreter der nationalen Interessen in dem EADS-Konzern, die nicht immer mit wirtschaftlicher Vernunft einhergehen. Derzeit halten Daimler-Chrysler und ein deutsches Bankenkonsortium insgesamt 22,5 Prozent der EADS-Aktien. Dem stehen auf französischer Seite der Staat mit 15 Prozent und die Lagardère-Gruppe mit 7,5 Prozent gegenüber, insgesamt also ebenfalls 22,5 Prozent. Ein Aktionärspakt sichert den industriellen Haupteignern Entscheidungshoheit zu.

Zudem gibt es einen Führungsstreit. Die deutsch-französische Doppelspitze soll abgeschafft werden. Klar ist aber noch nicht, wer gehen soll und wer Chef wird. „Eine Reduzierung der Doppelspitze auf einen einzigen Vorstand dürfte von den Anlegern begrüßt werden und würde die komplexe Struktur des Konzerns vereinfachen, hieß es in einer aktuellen Studie von Sal. Oppenheim. Analyst Winfried Becker hat die Aktie zum Kauf mit Ziel 27,30 Euro empfohlen.

Über ein Bonuszertifikat können Anleger von beiden Szenarien profitieren: Falls der Führungsstreit schnell gelöst wird und die Aktie dementsprechend steigt, profitieren Investoren in vollem Umfang, falls nicht, gibt es immerhin noch attraktive Seitwärtsrenditen – zumindest wenn die Sicherheitsschwelle bei dem Derivat nicht unterschritten wird.

Ein Blick auf den EADS-Chart zeigt: Bei 20 Euro verläuft eine wichtige Unterstützungslinie, die nur einmal unterschritten wurde. Das war vor einem Jahr, als der Konzern die Lieferverzögerung des A380 bekannt gab. Dadurch fiel der Kurs auf rund 16 Euro, konnte sich aber schnell wieder von diesem Tiefstand lösen und auf über 20 Euro klettern.

Derzeit attraktive Konditionen bietet ein Produkt der Commerzbank (WKN CB4AMK) mit gut einem Jahr Laufzeit (31. Juli 2008). Solange der Kurs der Aktie während der Laufzeit nicht unter 18 Euro fällt, erhalten Anleger 28 Euro ausbezahlt. Bei dem aktuellen Kurs des Bonuszertifikates von 25,87 Euro ist das eine jährliche Rendite von 7,73 Prozent. Falls die Aktie Ende Juli 2008 über 28 Euro notiert, wird der höhere Stand der Aktie ausbezahlt.

Bonuszertifikate, deren Auszahlungsbetrag „gedeckelt“ ist, bieten sogar noch deutlich attraktive Konditionen. Sie sind geeignet für Anleger, die keinen rasanten Kursanstieg der EADS-Aktie erwarten. So bietet ein Produkt der Deutschen Bank (WKN DB0QPZ) eine Bonusrendite von 20 Prozent, wenn die Aktie bis Ende 2008 nicht unter die 18-Euro-Schwelle fällt. Im Gegenzug ist der Rückzahlungsbetrag auf 33,5 Euro begrenzt, was nur knapp unter dem Allzeithoch liegt.

Beide Produkte notieren etwas mehr als einen Euro über dem aktuellen Aktienkurs. Falls also die Sicherheitsschwelle unterschritten werden sollte, ist der Verlust um diesen Betrag höher als gegenüber dem Direktkauf der Aktie. Hinzu kommt der Verlust der Dividende. Die kassiert der Emittent, um die Bonusstruktur zu finanzieren.

Die oftmalige Überlegenheit von Bonus-Zertifikaten zeigt ein Blick auf die Investmentidee vom 2. Mai 2007. Damals haben wir Ihnen ein Bonusprodukt auf France Telecom vorgestellt (WKN CZ7804). Die Aktie hat seitdem 2,5 Prozent verloren, während der Kurs des Derivats rund zehn Prozent zugelegt hat. Aktuell beträgt die Bonusrendite noch zwölf Prozent bei einem Puffer der Aktie gegenüber der Sicherheitsschwelle des Zertifikats von 27 Prozent.

»  France Telecom - Die Investmentidee vom 2. Mai 2007

Jürgen Röder
Jürgen Röder
Handelsblatt / Redakteur Finanzzeitung
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