Investmentidee
Attraktive Wette auf Nicht-Insolvenz von Dax-Unternehmen

Die Krise auf dem Hypothekenmarkt hat sich nicht nur auf den Aktienmarkt ausgewirkt, sondern auch den Anleihenmarkt erfasst. Anleger können einen Blick auf sogenannte „Credit Linked Notes“ werfen, die eine ansprechende Rendite abwerfen, falls kein Insolvenzereignis eintritt. Die tägliche Investmentidee auf Handelsblatt.com.

DÜSSELDORF. Bei „Credit Linked Notes“ werden die Bonitätsrisiken von Unternehmen verbrieft – es handelt sich um sogenannte synthetische Anleihen. Wie bei herkömmlichen Anleihen sind die Zinszahlungen und die Rückzahlung am Ende der Laufzeit von der Kreditwürdigkeit der Unternehmen abhängig. Erfüllen die Unternehmen ihre Zahlungsverpflichtungen, erhält der Anleger bei Credit Link Notes einen höheren Zins gegenüber den Anleihen des Unternehmens und das eingesetzte Kapital vollständig zurück. Das Risiko ist dementsprechend ebenfalls höher: Im Fall einer Zahlungsfähigkeit erhalten Anleger keine Zinszahlung mehr, sondern eine Anleihe des „ausgefallenen“ Unternehmens.

Anleger sollten Produkte mit kurzer Laufzeit und Unternehmen mit gutem Rating als Basiswert bevorzugen. Attraktive Konditionen bieten beispielsweise die Cobold 63 CLN von der DZ Bank (WKN: DZ8F2U). Das Derivat hat vier Dax-Unternehmen als Basiswerte: Daimler, Thyssen, Tui und Volkswagen. Dabei ist Tui mit Abstand der Wert mit dem schwächsten Rating. Der Touristik- und Logistik-Konzern bekommt von der Ratingagentur ein BB- mit negativem Ausblick.

Die Wette darauf, dass Tui in den nächsten anderthalb bis zwei Jahren keine Insolvenz anmeldet, wird mit einer Rendite von mehr als sieben Prozent belohnt. Was für Tui spricht: Der norwegische Tankerkönig John Fredriksen ist vor kurzem mit drei Prozent bei dem Konzern eingestiegen, weil die „Aktien billig waren“.

Derzeit notiert das Zertifikat bei rund 95 Euro und wird – falls keine Insolvenz eintritt – zu 100 Euro Ende September 2009 zurückgezahlt. Zusammen mit einer jährlichen Kuponzahlung von 4,5 Prozent ergibt das eine Rendite von rund 7,2 Prozent.

Ähnliche „Credit Linked Notes“ gibt es auch mit US-Banken als Basiswerte. Doch davon sollten Anleger eher die Finger lassen.

Jürgen Röder
Jürgen Röder
Handelsblatt / Redakteur Finanzzeitung
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