Investmentidee
Auf die Nachzügler am Immobilienmarkt setzen

Überall auf der Welt laufen die Immobilienpreise heiß. In den USA wird das Thema schon seit Jahren diskutiert. In Großbritannien nimmt der Boom vor allem in London fast schon absurde Züge an. In Spanien platzt die Blase gerade und erschüttert die nationale Wirtschaft. Nur zwei große Industriestaaten bilden eine Ausnahme: Deutschland und Japan. Eine Gelegenheit einzusteigen?

HB DÜSSELDORF. Jahrelang liefen die Immobilienmärkte in diesen beiden Ländern nicht, weil die gesamte Wirtschaft schwächelte. Davon ist zurzeit keine Rede mehr. Japan hat sich aus der Deflation und der Bankenkrise weitgehend befreit und zeigt wieder Stärke. In dieser Woche waren Immobilienaktien daher ein Thema an der Börse Tokio. Und Deutschland ist seit geraumer Zeit der Darling ausländischer Investoren – inzwischen glauben wir auch selbst daran. Gute Konjunktur heißt aber auch steigende Nachfrage nach Büros und anderen Gewerbeimmobilien – und nach Wohnungen.

Makler berichten, dass in einigen begehrten Städten wie Hamburg oder Düsseldorf mittlerweile Scharen von ausländischen Käufern, etwa aus Dänemark und Großbritannien auftreten, die den Wohnungsmarkt leer kaufen. Zum Teil handelt es sich um große Pensionsfonds, es gibt aber auch Privatleute mit dickem Portemonnaie. Ihr Motiv ist recht simpel: Sie kommen nach Deutschland, weil in anderen Ländern die Immobilien schon zu teuer sind. Wann schlägt das auf die Preise durch?

Im kommenden Jahr – diese Prognose haben in dieser Woche die Landesbausparkassen abgegeben. Sie spüren nach eigener Aussage steigendes Interesse an Wohnungen und Häusern. Weil immer noch wenig gebaut werde, sei daher eine Stärkung des Marktes zu erwarten. Auch für Büromieten gibt es ganz ansprechende Prognosen – natürlich muss man immer hinschauen, um welche Stadt es sich handelt. Vor kurzem hat zum Beispiel der Berliner Immobilienberater Winter & Hirsch für die Hauptstadt eine Steigerung der Büromieten um fünf bis sieben Prozent in den nächsten zwölf Monaten vorausgesagt - vor allem in prominenten Innenstadtlagen sieht er sehr gute Chance.

Anleger haben viele Möglichkeiten, in Immobilien zu investieren. Der direkte Kauf einer Wohnung oder eines Hauses ist mit viel Arbeit verbunden – zumal es teuer und manchmal frustrierend sein kann, mit externen Verwaltern zusammenzuarbeiten. Ein traditioneller deutscher Weg sind die offenen Immobilienfonds. Die Branche hat sich nach einer tiefen Krise wieder gut erholt. Hiermit investiert der Anleger in Gewerbeimmobilien - in der Regel im In- und Ausland.

Relativ gut abgeschnitten hat in den zwölf Monaten bis Ende des ersten Quartals zum Beispiel der Grundbesitz-Invest (WKN: 980700) mit einer Wertentwicklung von immerhin 16,44 Prozent, auf drei Jahre verteilt lag die durchschnittliche Entwicklung bei 6,33 Prozent. Ausgerechnet dieser Fonds der Deutschen Bank hatte für Schlagzeilen gesorgt, weil er nach Bewertungsproblemen vorübergehend geschlossen werden musste - das ist aber fast schon wieder vergessen. Weil der Fonds erst Immobilien abschreiben musste, sie dann aber doch recht lukrativ verkaufen konnte, weist er jetzt sehr gute Zahlen aus, die man nicht so ohne weiteres in die Zukunft fortschreiben kann. Seine Anlageschwerpunkte liegen in München, Frankfurt und Hamburg.

Seite 1:

Auf die Nachzügler am Immobilienmarkt setzen

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%