Investmentidee
Bildungshunger fürs Depot

Die Zertifikatebranche entdeckt nach Rohstoffen, Erneuerbaren Energien, Infrastruktur und Transportdienstleistungen nun den Bildungssektor als weiteren Profiteur der globalisierten Weltwirtschaft. Die tägliche Investmentidee auf Handelsblatt.com.

HB DÜSSELDORF. Industriegesellschaften wandeln sich immer stärker zu Informationsgesellschaften. Denn nur durch überlegenes Wissen können sich Unternehmen auf Dauer aus dem Strudel des globalen Niedriglohnwettbewerbs befreien. Dadurch nimmt die Bedeutung von Bildung und Wissen als Produktionsfaktor zu.

Um sich dieses Know-How aneignen und es erfolgreich nutzen zu können, sind Unternehmen auf qualifizierte Mitarbeiter angewiesen. Entsprechend werden für Unternehmen aus bildungsnahen Sektoren eine wachsende Nachfrage und steigende Aktienkurse erwartet. Als erster Emittent bietet nun die WestLB ein Open-End-Zertifikat zum Thema "Bildung & Wissen" an, das seit kurzer Zeit gehandelt wird (WKN: WLB7DB).

Das neue Strategiepapier der Landesbanker basiert auf einem Aktienkorb, der sich anfänglich aus den gleichgewichteten Anteilsscheinen zehn internationaler Unternehmen zusammensetzt. Übergewichtet sind dabei US-Unternehmen, die fünfzig Prozent der Korbwerte ausmachen.

Hierzu zählt beispielsweise die an der Nasdaq gelistete Aktie von Blackboard, einem führenden Anbieter von Softwareanwendungen und entsprechenden Dienstleistungen für den Bildungssektor. Zu den Kunden des Unternehmens zählen Universitäten, Schulen, Schulbuchverlage und andere Bildungseinrichtungen. Oder ITT Educational Services, einem Anbieter von Bachelor-, Master- und Diplomstudiengängen in Nordamerika.

Die britische BPP Holdings veröffentlicht didaktische Materialien wie Bücher oder E-Learning-Software und bietet Aus- sowie Weiterbildungskurse aus den Bereichen Betriebswirtschaft, Recht und Fremdsprachen. Berufliche Fortbildung ist auch eine Kernkompetenz von Raffles Education - dem führenden asiatischen Anbieter von Bildungsdienstleistungen aus Singapur. Der Konzern betreibt mittlerweile mehr als zwei Dutzend Schulungsstätten in mehreren Ländern.

Ebenfalls im Aktienkorb vertreten: Ein Unternehmen aus Australien, das über 300 Vorschulen betreibt und jeweils ein japanischer sowie chinesischer Wert aus dem Aus- und Fortbildungssektor.

Weitere Aktien können zum Anfang eines Quartals aufgenommen werden, wenn die Zusammensetzung des Korbes überprüft und ggf. angepasst wird. Zwar lässt sich die WestLB diesen Service mit 1,5 Prozent Managementgebühr pro Jahr vergüten. Doch im Gegenzug werden immerhin drei Viertel der ausgeschütteten Dividenden gutgeschrieben.

Anleger, die mit dem Kauf des neuen Themenpapiers liebäugeln, sollten aber beachten, dass vor allem ein weiterer Wertverlust des Dollars die erzielbare Rendite negativ beeinflussen kann. Denn trotz der US-Dominanz im Basiswertkorb bietet das Zertifikat keinen Währungsschutz.

Georgios Kokologiannis ist Redakteur im Finanzteam des Handelsblatts, mit Sitz in Frankfurt am Main. Er studierte Betriebswirtschaftslehre in Düsseldorf mit Schwerpunkt auf Controlling und Marketingmanagement. Bereits während seiner Studienzeit wirkte der Diplom-Kaufmann erstmals an der Entwicklung des Handelsblatt-Onlineangebots mit. Seinen journalistischen Feinschliff erhielt der Kapitalmarktexperte an der Georg von Holtzbrinck-Schule für Wirtschaftsjournalisten. Mit Geldanlage-Themen beschäftigt sich der Derivatespezialist für das Handelsblatt seit mehr als 17 Jahren. Dabei wurde er mit dem DDV-Preis für Wirtschaftsjournalisten ausgezeichnet und hat zuletzt vier Jahre lang das Musterportfolio der Redaktion verantwortet.
Georgios Kokologiannis
Handelsblatt / Finanzredakteur
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