Investmentidee
Continental ist kaum zu bremsen

Kein anderer Dax-Wert ist in den vergangenen vier Jahren so stark gestiegen, wie die Aktie von Continental. Analysten sehen trotzdem noch Kurspotenzial. Die tägliche Investmentidee auf Handelsblatt.com.

DÜSSELDORF. Der Anteilsschein des Automobilzulieferers verzeichnete seit Mai 2003 ein Kursplus von über 560 Prozent und notiert derzeit knapp unter seinem vor kurzem erreichten Allzeithoch, das bei 108,65 Euro liegt.

Zum Vergleich: Sowohl der deutsche Standardwerteindex Dax als auch der Branchenindex Euro Stoxx Automobiles and Parts, der die größten Automobilzulieferer aus dem Euroraum beinhaltet, gewannen in dieser Haussephase "nur" rund 170 Prozent.

Angesichts dieser beeindruckenden Performance stellt sich Anlegern die Frage, wie es um die weiteren Aussichten für die Aktie bestellt ist. Zumindest für die Mehrheit der Analysten ist die Antwort auf diese Frage ein klarer Fall: Laut Handelsblatt Analystencheck-Tool raten 20 Experten zum Kauf der Aktie. Nur sieben stufen den Wert mit "neutral" ein, bei keinem einzigen steht sie auf der Verkaufsliste.

Kein Wunder: Der Konzern blieb bei der Präsentation von Geschäftszahlen Anfang Mai seinem Image treu und übertraf wiederholt die Erwartungen der Analysten mit neuen Bestmarken. Conti steuert auf das sechste Rekordjahr in Folge zu.

Der Konzern steigerte den Umsatz allein von Januar bis März um knapp zehn Prozent auf fast vier Milliarden Euro, das operative Ergebnis legte um 24 Prozent auf über 430 Mill. Euro zu. Selbst die optimistischste Analysten-Schätzung lag rund zehn Prozent unter den veröffentlichten Gewinnen. Wachstumsmotor war wieder einmal das Geschäft mit Fahrwerkskomponenten wie ESP oder ABS. Solche Systeme werden in immer mehr neue Modellreihen eingebaut. Dadurch kann Conti im Bereich Automotive Systems auch bei einer schwachen Automobilkonjunktur wachsen.

Sollte Conti-Chef Manfred Wennemer die geplante Übernahme von Siemens-VDO gelingen, würde das Geschäft mit Fahrzeugkomponenten künftig rund zwei Drittel des Konzernumsatzes repräsentieren.

So bewerten die Analysten der Citigroup die Aktien nicht zuletzt wegen der Akquisitionspolitik mit "Buy" und einem Kursziel von 120 Euro. Conti ist nach Einschätzung der Experten unter den Automobilzulieferern der günstigste Titel.

Ein höheres Kursziel nennt die BHF-Bank mit 125 Euro. Auch hier lautet die Einstufung "Buy". Die Aktie des Konzerns dürfte trotz Risiken wie der Schwäche des US-Marktes weiter zulegen, erwarten die Analysten in einer im Mai veröffentlichten Studie.

Mit den sehr guten Ergebnissen zum ersten Quartal sei der Automobilzulieferer in allen Segmenten stark ins Jahr 2007 gestartet, urteilt Analyst Marc-Rene Tonn von M.M. Warburg. Das Kursziel der Continental-Aktien erhöhte er von 115 auf 121 Euro. Auch hier lautet die Anlageempfehlung "Kaufen".

Anleger, die sich dem Urteil der Experten anschließen und grundsätzlich positiv gestimmt sind, aber angesichts der stark gestiegenen Aktie Bedenken haben, direkt in den Anteilsschein zu investieren, können auf Anlagezertifikate setzen.

So eignet sich beispielsweise ein Bonuszertifikat von Sal. Oppenheim (WKN: SDL13Y) für offensive Anleger, die nicht nur bei deutlich steigenden Kursen der Conti-Aktie, sondern auch bei stagnierenden und leicht fallenden Notierungen eine überdurchschnittliche Rendite erzielen möchten.

Falls der Basiswert bis zum Laufzeitende des Zertifikats (Mitte Juni 2008) nicht um mehr als rund 23 Prozent fallen sollte, erhält der Anleger eine jährliche Rendite in Höhe von knapp 16 Prozent. Auf eine höhere Rendite bei darüber hinaus steigendem Aktienkurs muss der Anleger im Gegenzug verzichten. Der Grund: Dieses Papier verfügt im Gegenatz zu normalen Bonuszertifikaten über eine Gewinndeckelung ("Cap") bei 125 Euro.

Sollte die Aktie von Continental mehr als 23 Prozent verlieren und die Schwelle bei 80 Euro reißen (aktueller Kurs: 104,50 Euro), geht der Bonusmechanismus verloren und das Papier verwandelt sich in ein Trackerzertifikat, das sowohl an Gewinnen wie auch Verlusten vollständig beteiligt ist.

Defensivere Anleger, die bis Mitte Juni 2008 eher eine Seitwärtsbewegung von Continental oder sogar moderat fallende Kurse erwarten, können sich zum Beispiel ein Discountzertifikat ins Depot legen, das die Commerzbank emittiert hat (WKN: CZ8819). Selbst wenn die Conti-Aktie bis auf 88 Euro fallen sollte, wird die maximale jährliche Rendite von über acht Prozent erreicht.

Georgios Kokologiannis ist Redakteur im Finanzteam des Handelsblatts, mit Sitz in Frankfurt am Main. Er studierte Betriebswirtschaftslehre in Düsseldorf mit Schwerpunkt auf Controlling und Marketingmanagement. Bereits während seiner Studienzeit wirkte der Diplom-Kaufmann erstmals an der Entwicklung des Handelsblatt-Onlineangebots mit. Seinen journalistischen Feinschliff erhielt der Kapitalmarktexperte an der Georg von Holtzbrinck-Schule für Wirtschaftsjournalisten. Mit Geldanlage-Themen beschäftigt sich der Derivatespezialist für das Handelsblatt seit mehr als 17 Jahren. Dabei wurde er mit dem DDV-Preis für Wirtschaftsjournalisten ausgezeichnet und hat zuletzt vier Jahre lang das Musterportfolio der Redaktion verantwortet.
Georgios Kokologiannis
Handelsblatt / Finanzredakteur
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