Investmentidee des Tages
Alpha-Zertifikat für defensive Anleger

Viele Alpha-Zertifikate mit dem Dax als einen Basiswert haben in den vergangenen Monaten deutlich an Wert verloren. Derzeit gibt es aber neue Produkte auf dem Markt, die für sicherheitsorientierte Anleger einen Blick wert sind. Die tägliche Investmentidee auf Handelsblatt.com.

Von Jürgen Röder

DÜSSELDORF. „Marktneutrale Rendite“ – so haben Emittenten für so genannte Alpha-Zertifikate geworben, bei denen zwei Basiswerte gegeneinander laufen. Die Differenz zwischen diesen beiden Werten ist das Alpha, die Rendite für den Anleger, wenn der richtige Wert vorne liegt. Egal, ob die Märkte insgesamt steigen oder fallen.

Als beliebteste Spielart der Emittenten haben sich in den vergangenen Monaten Zertifikate etabliert, die eine Dividendenstrategie verbriefen, da sich in der Vergangenheit Aktien mit hoher Dividendenrendite in fast allen Marktphasen besser entwickelt haben als der breite Markt. Doch die bessere Performance des deutschen Leitindexes in den vergangenen Monate beispielsweise gegenüber dem europäischen Auswahlindex Euro Stoxx Select Dividend 30 hat entsprechende Produkte deutlich ins Minus rutschen lassen.

Besser geschlagen haben sich aber Alpha-Produkte, bei denen der Dax gegen den DivDax mit den 15 dividendenstärksten Dax-Titeln lief. Denn beide Indizes haben eine enge Korrelation. Und diese enge Verbindung hat die Vermögenverwaltung Pintarelli bei einem Alpha-Express-Zertifikat genutzt, das sie gemeinsam mit der Deutschen Bank auf den Markt gebracht haben. Express bedeutet: Das Produkt wird samt einer Kuponzahlung rückgezahlt, falls an einem der jährlichen Stichtage der eine Basiswert sich nicht deutlich schlechter entwickelt hat.

Das Alpha Express Pro-Zertifikat DivDax vs. Dax (WKN DB1MPF) ist für defensive Anleger strukturiert: Es kommt bereits zur Expresszahlung von acht Euro, falls der DivDax an einem der Stichtage nicht mehr als sieben Prozent verloren hat. Zum Ende der gut sechsjährigen Laufzeit sichert ein 40-prozentiger Puffer sowohl die Rückzahlung des eingesetzten Kapitals als auch des Kupons. Konkret heißt das: Falls es zu keiner Expresszahlung kommt und der DivDax zum Laufzeitende nicht mehr als 40 Prozent verloren hat, erhält der Anleger 148,70 Euro zurück. Dies entspricht einer Rendite von mehr 6,74 Prozent pro Jahr. Im negativen Fall zählt die Wertentwicklung des DivDax, Anleger profitieren also dann auch von einer möglichen positiven Performance des Auswahlindex. Um die Zertifikate-Strukturen zu finanzieren, behält der Emittent die Dividenden. Bei dem DivDax handelt es wie bei fast allen derartigen Derivaten um den Kursindex.

Die Renditechancen bei dem Produkt sind zwar begrenzt, die Chancen auf eine Zahlung aber sehr hoch. Schließlich stammen alle Werte das DivDax aus dem deutschen Börsenbarometer. „Basiswerte wie Dax und EuroStoxx oder gar der Nikkei wären deutlich risikoreicher“, sagt Michael Hinz, Vorstand bei der Vermögensverwaltung Pintarelli. Und der Sicherheitspuffer von 40 Prozent ist relativ: Falls der Dax in den sechs Jahren um 40 Prozent fällt, müsste der DivDax schon um 80 Prozent fallen, um die Schwelle zu reißen. In den vergangenen sieben Jahren wäre es in jedem Jahr zu einer Expresszahlung gekommen, der maximale Rückstand des DivDax (Kurs) gegenüber Dax war ein Minus von 2,4 Prozent im Jahr 2003.

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