Investmentidee des Tages
Die Macht der Dividenden-Hunde

Die Dividende als Kriterium für die Aktienwahl ist für Investoren eine einfache und erfolgreiche Anlagestrategie. Entsprechende Fonds und Zertifikate überzeugen auch nach vier Jahren Bullenmarkt.

Anfang der Siebzigerjahre kam der amerikanische Vermögensverwalter Michael O'Higgins buchstäblich auf den Hund. Denn als „Dog“ bezeichnen US-Amerikaner umgangssprachlich ungeliebte Menschen und Gegenstände. Oder: Aktien. O'Higgins fand heraus: Die zehn zum Jahresende dividendenstärksten Aktien des 30 Werte umfassenden Dow-Jones-Index schneiden im Folgejahr mit hoher Wahrscheinlichkeit besser ab als der gesamte Index. Die „Dogs of the Dow“-Strategie war geboren.

Das System ist denkbar einfach, denn im Vergleich zum Kurs hohe Dividendenausschüttungen – gemessen an der Dividendenrendite – signalisieren Unterbewertungen, häufig infolge zuvor stark gefallener Kurse. Auch auf andere Märkte übertragen und über Jahrzehnte zurück gerechnet, ist der Erfolg dieser Strategie nachweisbar: Dividendenstarke Aktien schneiden langfristig fast immer besser ab als der Gesamtmarkt.

In den vergangenen fünf Jahren legte etwa der DivDax-Index für die 15 dividendenstärksten deutschen Standardwerte doppelt so stark zu wie der Deutsche Aktienindex Dax. Auch der europäische Dividendenauswahlindex Stoxx Select Dividend kletterte seit Jahresbeginn 1999 im Schnitt um 21 Prozent pro Jahr zu und zeigte auch zwischen 2000 und 2003 keine Schwäche (siehe Grafik).

Das ist bemerkenswert, denn die reine Auswahl nach der aktuellen Dividendenrendite hat einen Schwachpunkt. „Die Zusammensetzung von Dividendenindizes orientiert sich an den Dividenden der Vergangenheit“, erklärt Gerrit Fey vom Deutschen Aktieninstitut. Unternehmen, deren Kurs seit der letzten Dividendenzahlung stark gefallen ist, haben automatisch eine hohe Dividendenrendite.

Selbst vordergründig hohe Dividendenrenditen nutzen jedoch wenig, wenn der Aktienkurs mangels Wachstumsaussichten immer weiter abbröckelt oder die Höhe der Ausschüttung möglicherweise nicht langfristig beibehalten werden kann. Beispiel: Die Aktie der Deutschen Telekom, die auch in Jahren hoher Dividendenrenditen den Anlegern oft Verluste brachte. Doch selbst solche Flops kann diese Strategie verkraften.

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