Investmentidee
Die Gewinne sichern

Nach der vierjährigen Hausse sollten Anleger nach Meinung vieler Experten darüber nachdenken, wie sie ihre Gewinne sichern können. Vermögensverwalter Uwe Johannhörster empfiehlt, sich so genannte Lock-In-Zertifikate genauer anzuschauen. Die tägliche Investmentidee auf Handelsblatt.com.

DÜSSEDLORF. Zertifikate mit Lock-In-Mechanismus heißt nichts anderes, als dass einmal erreichte Gewinne gesichert werden. Meistens werden Gewinnstufen vorher festgelegt. Wenn beispielsweise der Basiswert um 15 Prozent gestiegen ist, wird das Zertifikat mindestens zu 115 Euro zurückgezahlt, bei einer Steigerung von 30 Prozent beträgt der Rückzahlungsbetrag mindestens 130 Euro.

Vermögensverwalter Uwe Johannhörster empfiehlt aber, keine Zertifikate mit solch hohen Gewinnstufen zu kaufen. „Diese Stufe sollte nicht höher als fünf Prozent sein“, sagte er. Johannhörster hat in Kooperation mit der ING Bank ein Lock-In-Produkt entwickelt, das jede fünfprozentige Steigerung des Basiswertes Euro Stoxx 50 „einlockt“ (WKN: A0JYU8). Die Gewinnsicherung erfolgt jeweils Mitte jedes Monats.

Im Gegenzug für die niedrige Lock-In-Stufe ist der Gewinn begrenzt. Falls der Euro Stoxx 50 in einem Monat also stärker steigt, werden nur 7,2 Prozent Anstieg berücksichtigt. Dies ist seit der Emission Juni 2006 zweimal passiert. In den Zeiträumen Juli/August 2006 und März/April 2007 stieg der Basiswert um mehr als acht Prozent. Derzeit notiert das Produkt mit einer Laufzeit bis Juni 2009 bei 128 Euro, garantiert ist ein Rückzahlungsbetrag von 120 Euro. Das maximale Verlustrisiko beträgt also gut sechs Prozent. Mittlerweile notiert der DJ Euro Stoxx unter Berücksichtigung des Caps bereits bei rund 123 Prozent und steht damit kurz vor dem Erreichen der nächsten Lock-In Stufe von 125 Euro.

Ein Nachteil hat das Produkt: Mit dem Erreichen der ersten Gewinnstufe wird dem Anleger ein Rückzahlungsbetrag garantiert. Die Gewinne müssen, falls das Zertifikat nach dem ersten Lock-In gekauft wurde, auch nach einem Jahr Laufzeit komplett versteuert werden.

Ein Lock-In-Produkt hat ING auf dem Markt, das noch keine Gewinnstufe erreicht hat und bei dem die Gewinne nach einem Jahr Haltedauer entsprechend nicht versteuert werden müssen. Zudem gibt es keinen Höchstbetrag beim monatlichen Zuwachs. Es handelt sich um ein Alpha Lock-In Plus Zertifikat (WKN: A0NN0P) mit den Basiswerten Euro Stoxx 50 (Total Return Index, inklusive Dividenden) und dem Euro Stoxx Select Dividend 30 Index (als Kursindex, ohne Dividenden), Grundlage vieler Alpha-Produkte. Für eine positive Performance muss sich der Index mit den Dividendenwerten besser entwickeln als der Euro Stoxx 50.

Die Gewinnstufe beträgt auch dort jeweils fünf Prozent. Allerdings wird – vorteilhaft für den Anleger - die Entwicklung der beiden Indizes täglich betrachtet. Seit Emission hat der Euro Stoxx 50 aber fast zwei Prozent mehr zugelegt als sein Gegenpart. Dennoch notiert das Zertifikat nahe dem Emissionspreis von 100 Euro. Das liegt an der quasi Kapitalgarantie: Solange der Euro Stoxx 50 bis zum 23. Dezember 2008 nicht eine mehr als 50-prozentige Outperformance gegenüber dem Select 30 hinlegt, werden auch die 100 Euro zurückgezahlt.

Jürgen Röder
Jürgen Röder
Handelsblatt / Redakteur Finanzzeitung
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