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Heiße Wette auf Uran

Atomkraft ist in jeder Hinsicht ein heißes Thema. Iran beharrt auf seinem Recht, sie zu nutzen - angeblich friedlich - und schert sich nicht um politischen Gegenwind. Damit ängstigt das Land nicht nur den Westen, sondern auch die Staaten in der eigenen Region. Überall dort, zum Beispiel in der Türkei und in Ägypten, wird jetzt auf einmal von Atomkraft geredet. Wirtschaftlich schwerer dürfte aber die Diskussion in den Industrieländern wiegen.

HB DÜSSELDORF. Zwar ist es eine alt bekannte Weisheit, dass Atomstrom hilft, den Ausstoß des Klimaschädlings CO2 zu vermindern. Aber wenn die Uno, wie kürzlich geschehen, diese Tatsache noch einmal deutlich in ihrem Klima-Report unterstreicht, gibt sie der politischen Diskussion damit neue Impulse. Hinzu kommt: Die psychologische Situation hat sich verändert. Die beinahe schon hysterische Angst vor der Kernkraft ist geringer geworden, dafür steigern sich die – ebenfalls berechtigten – Sorgen vor dem Klimawandel inzwischen beinahe zur Hysterie. Auch das spricht dafür, dass die Atomkraft künftig vielleicht wieder stärker genutzt wird. Ein dritter Punkt schließlich: Die großen Schwellenländer, allen voran China, haben ebenfalls nukleare Pläne. Ihnen geht es schlicht um die eigene Versorgungssicherheit.

Zertifikateemittenten springen auf den Trend auf – wie auf jedes Modethema. Sollten Anleger mitspringen? Sicher ist hier keine übertriebene Euphorie angebracht: Der Markt ist schon heiß gelaufen. Einige Experten wie Markus Bachmann von Craton Capital in Johannesburg und Adam Schatzker von RBC Capital Markets in Toronto warnen daher seit geraumer Zeit vor einer Konsolidierung. Hinzu kommt: Der Markt ist sehr anfällig. Ein größerer Störfall in einem Atomkraftwerk irgendwo auf der Welt würde ihn gewaltig unter Druck setzen. Zu beachten ist auch, dass derzeit in vielen Ländern, etwa in Namibia und Australien, die Uranförderung ausgebaut wird, was mittelfristig den Markt entlastet.

Tool: Zertifikate suchen und vergleichen

Auf der anderen Seite: Kernkraft ist mehr als ein Hirngespinst oder eine kurzfristige Modewelle. Die Energienachfrage ist gewaltig, sie wird weiter wachsen – und Kernenergie könnte, bei allen Bedenken, ein Teil der Lösung sein. Und Brancheninsider rechnen damit, dass die Angebotslücke auf dem Uranmarkt, die zurzeit bei rund 40 Prozent der weltweiten Nachfrage liegt, den Preis, der schon bei deutlich mehr als 100 Dollar je Pfund erreicht hat, noch mindestens zwei bis drei Jahre weiter hochtreiben wird.

Die DWS bietet zu dem Thema ein neues Zertifikat an. Das Produkt wird, ähnlich wie ein Fonds, aktiv gemanagt, die Zusammensetzung der ändert sich also je nach Einschätzung der Experten. Die DWS setzt auf Unternehmen, die in der Uranförderung und in der Exploration, also dem Auffinden des Metalls, beschäftigt sind. Diese Unternehmen profitieren also auch vom Ausbau der Produktion. Dabei sind auch kleinere und relativ neue Gesellschaften vertreten, der Anleger muss also dem Geschick des DWS-Managements viel Vertrauen entgegenbringen. Zurzeit sind 22 Unternehmen dabei, die meisten mit Sitz in Kanada oder Australien. Die beiden größten Brocken bilden mit je elf Prozent Anteil die australischen Gesellschaften Energy Resources of Australia und Paladin Resources.

DWS0G8 lautet die Wertpapierkennnummer (WKN) des Zertifikats. Es ist seit dem 3. Mai im Handel. Die Gesellschaft verlangt eine Managementgebühr von 1,75 Prozent jährlich, die Spanne zwischen An- und Verkauf soll bei „normalen Marktbedingungen“ maximal 0,9 Prozent erreichen. Dividenden werden investiert. Eine Währungsabsicherung gibt es nicht: Wenn der Euro noch weiter steigt, könnte sich das also unangenehm bemerkbar machen.

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