Investmentidee
Kleine Teile, große Hoffnung

Vor rund vier Jahren kam die Nanotechnologie an der Börse auf – und entwickelte sich schnell zu einem Hype. Doch der Absturz ließ nicht lange auf sich warten, seither spricht an der Börse kaum noch jemand darüber. Dennoch glauben vor allem Banken trotz einer bisher schwachen Börsenbilanz an den Erfolg der Nanotechnologie – und bieten langsam wieder mehr Produkte zu dem Thema an. Die tägliche Investmentidee auf Handelsblatt.com.

FRANKFURT. Als der Deutsche Peter Grünberg und der Franzose Albert Fert Anfang der Woche den Nobelpreis für Physik erhielten, war das nicht nur ein großer Tag für die beiden Wissenschaftler, sondern auch für die Nanotechnologie. Grünberg und Fert haben der Nanotechnik zu einer ihrer ersten echten Anwendungen verholfen. Dank ihrer Erforschung des elektrischen Widerstands von winzig kleinen Magnetschichten können Festplatten heute gewaltige Datenmengen speichern, was beispielsweise die Entwicklung von MP3-Playern erst möglich machte.

Elektroniklösungen sind nur eines von vielen Einsatzgebieten, die Experten für die Nanotechnik sehen. Die Technologie, die mit minimal kleinen Teilchen arbeitet – ein Nanometer entspricht dem Millionstel eines Millimeters – gilt als eine der Schlüsseltechnologien des 21. Jahrhunderts. Sie wird von der Medizin über die Autoproduktion bis hin zur Umwelttechnik neue Standards setzen. Nach Prognosen der amerikanischen National Science Foundation (NSF) wird sich der Umsatz der Nanotech-Branche bis zum Jahr 2014 von 100 Mrd. auf mehr als eine Bill. Euro verzehnfachen.

An der Börse kam die Nano-Euphorie bereits vor rund vier Jahren auf – und entwickelte sich schnell zu einem Hype. Die Anleger stürzten sich auf die wenigen Aktien aus diesem Bereich und trieben so die Bewertungen für die jungen Unternehmen in irrationale Höhen. Der Absturz war die logische Folge, seither spricht an der Börse kaum noch jemand über Nanotechnologie: „Das Thema kommt immer mal wieder auf, verschwindet aber auch relativ schnell wieder", sagt Nicolai Tietze, Derivate-Experte der Deutschen Bank.

Die Banken allerdings glauben an den Erfolg der Nanotechnologie, auch an der Börse. Gemessen an der geringen Zahl der börsennotierten Unternehmen und deren Marktkapitalisierung ist das Angebot an Nanotechnologie-Zertifikaten in Deutschland deshalb üppig. Mit der Société Générale hat vor kurzem bereits der vierte Emittent ein Produkt zu dem Thema auf den Markt gebracht. „In führenden Technologiezweigen der Zukunft wird die Nanotechnologie einen bedeutenden Anteil haben. Der Bereich bietet Anlegern langfristig großes Potenzial, aber auch kurzfristig sehen wir schon Chancen“, sagt Sebastian Bleser, Zertifikate-Experte der Société Générale.

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