Investmentidee
Mit Multis auf Renditejagd

Discount-Zertifikate gelten mittlerweile als Standardanlage. Sie bieten gegenüber dem direkten Aktienkauf einen Rabatt, dafür sind die Gewinnchancen begrenzt. Nun hat Merrill ein Multi-Discount-Zertifikat mit vier Discountern auf den Markt gebracht. Das Chance-Risiko-Profil ist durchaus attraktiv. Die tägliche Investmentidee auf Handelsblatt.com.

DÜSSELDORF. Multi ist derzeit eines der Lieblingswörter in der Zertifikatebranche. Die Idee dahinter: Mehrere einzelne Basiswerte werden zusammen in ein neues Produkt gesteckt – heraus kommt ein hohes Renditepotenzial oder ein überdurchschnittlicher Sicherheitspuffer.

Mehrere Banken haben bereits Multi-Bonus-Produkte emittiert, mit denen jährliche Renditen von mehr als 40 Prozent möglich sind. Allerdings nur, wenn einer der Werte während der gesamten Laufzeit nicht unter eine vorher festgelegte Schwelle fällt. In diesem Fall sind herbe Verluste wahrscheinlich. Der Kurssturz von Conergy beispielsweise hat das erste Multi-Bonus "ausgeknockt“ (WKN SDL4SB), der Wert des Zertifikates fiel von 100 Euro auf zwischenzeitlich 27,50 Euro.

Nun hat die US-Bank Merrill Lynch Multi-Discounter auf den Markt gebracht, die mit einem geringeren Risiko auch ansprechende Renditen ermöglichen. Denn bei Multi-Discountern ist der Kursverlauf der vier Aktien während der Laufzeit für die Auszahlung am Ende völlig uninteressant. Entscheidend ist lediglich die Notierung der vier Titel am Bewertungstag kurz vor Fälligkeit. Und selbst wenn dann ein Titel mehr als 50 Prozent verloren hat, kann der Anleger immer noch einen Gewinn erzielen.

Zudem kann der Anleger sein Risiko selbst aussuchen, weil Merrill Lynch Produkte mit drei verschiedenen Höchstbeträgen emittiert hat. Je nach Risikoneigung beträgt der Höchstbetrag (Cap) für die einzelnen Werte 100, 80 oder 50 Prozent. Je höher der Cap, desto höher das Risiko und damit die Rendite.

Der risikoreichste Multi-Discounter bezieht sich auf vier Werte der Informationstechnologie (SAP, Yahoo, Apple und Amazon) mit einem Höchstbetrag von 100 Prozent. (WKN ML0C2L). Anleger erhalten eine Rendite von 63 Prozent, falls keiner der Titel am Laufzeitende Mai 2009 unterhalb seines Ausgangswertes notiert.

Das defensivste Produkt ist ein "Multi“ auf einen Aktienkorb mit vier Bank-Werten (BNP Paribas, Lehman Brothers, Goldman Sachs und Deutsche Bank) und einem Höchstbetrag von 50 Prozent (WKN ML0C2T). Anleger erhalten 17 Prozent, falls sich keiner der vier Werte im Mai 2009 mehr als halbiert hat.

Und selbst wenn dann ein Titel mehr als 50 Prozent verloren hat, kann der Anleger immer noch einen Gewinn erzielen. In diesem Fall zählt die schlechteste Performance der vier Basiswerte. Wenn eine Aktie also zum Beispiel 55 Prozent an Wert verloren hat, erhält der Anleger eine Auszahlung von 45 Euro – was angesichts des aktuellen Kurses immer noch ein kleiner Gewinn wäre.

Jürgen Röder
Jürgen Röder
Handelsblatt / Redakteur Finanzzeitung
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