Investmentidee
Von hohen Ölpreisen profitieren

Für Investoren ist der Ölmarkt einerseits kompliziert, bietet aber andererseits für Anleger mit klaren Marktmeinungen lukrative Verdienstmöglichkeiten. Mit geeigneten Zertifikaten können derzeit auch defensivere Investoren hohe Seitwärtsrenditen erzielen. Die tägliche Investmentidee auf Handelsblatt.com.

DÜSSEDLORF. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) Brent Rohöl ist wieder über die Marke von 70 Dollar gestiegen. Preistreiber sind geopolitische Spannungen und die Furcht vor erneuten Produktionsausfällen. Nigeria hat dabei zurzeit das größte Störpotenzial am Ölmarkt. Eine Welle der Gewalt hatte zuletzt in dem westafrikanischen Land, dessen Bedeutung als Öllieferant für den Westen stark gestiegen ist, zur Schließung von Ölfeldern geführt. Die Marktteilnehmer haben mit einer verstärkten Nachfrage zu Lagerhaltungszwecken reagiert.

Langjährige Beobachter der Lage befürchten, dass die Gewalt im Nigerdelta nur langfristig gelöst werden kann. Die internationalen Rohölmärkte werden daher voraussichtlich weiter unter Lieferausfällen zu leiden haben. Nach einer Umfrage von Bloomberg-News rechnen aktuell rund zwei Drittel von 48 befragten Analysten damit, dass sich der Ölpreis auf dem aktuellen hohen Niveau stabilisiert oder weiter steigt. Nur ein Viertel der Experten glaubt, dass der Preis fallen könnte.

Anleger, die sich der Einschätzung der Mehrheit der Analysten anschließen und eine Seitwärtsbewegung der Ölpreise oder weiter steigende Notierungen erwarten, können auf spezielle Öl-Bonuszertifikate setzen, die derzeit interessante Konditionen bieten.

Im Gegensatz zu klassischen Bonuszertifikaten auf Aktien stehen zwar bei Rohstoffinvestments keine Dividenden zur Finanzierung einer Bonusstruktur zur Verfügung. Viele Emittenten nutzen aber die so genannte Terminmarktkurve zur Strukturierung von Bonus- und anderen Zertifikaten und nutzen dabei Preisunterschiede für unterschiedliche Futures-Liefertermine.

Konkret funktioniert beispielsweise das Öl-Zertifikat von JP Morgan mit der WKN JPM1MH genau wie klassische Bonuszertifikate: Fällt der Ölpreis während der dreijährigen Laufzeit des Zertifikats (August 2010) nie unter 45,94 US-Dollar je Fass, erhalten Anleger eine Bonuszahlung auf ihr Investment. Das Zertifikat ist währungsgesichert, das heißt, die Wechselkursveränderungen spielen für die Auszahlung keine Rolle. Konkret errechnet sich daher ein aktueller Puffer zwischen Ölpreis und Barriere von rund 35 Prozent und eine Bonusrendite von 10,6 Prozent pro Jahr, solange die Barriere hält. Wird die Barriere gerissen, verhält sich das Zertifikat wie ein 1:1 Indexzertifikat auf den Ölpreis, auch an stärkeren Kursanstiegen über den in Aussicht gestellten Bonuslevel hinaus partizipieren Anleger uneingeschränkt.

Wer sich mit einer Laufzeit bis Februar 2009 begnügt, findet mit dem Öl-Bonus JPM0G9 aus dem gleichen Haus eine ebenfalls währungsgesicherte Alternative mit einer überdies deutlich tieferen Barriere bei 34,43 US-Dollar. Im Gegenzug fällt die Bonuszahlung mit 6,26 Prozent p.a. zwar niedriger aus, dafür kann der Ertrag aber trotz der neuen Abgeltungssteuer steuerfrei eingestrichen werden. (Gewinne bleiben steuerfrei, wenn Zertifikate länger als ein Jahr gehalten und vor dem 30.6.2009 verkauft werden). Nachteil des Zertifikats: An Ölpreisen über 79,82 US-Dollar partizipiert der Anleger nicht, denn das Papier verfügt über eine Gewinndeckelung („Cap“).

Auch die Société Générale ist im Ölmarkt aktiv und bietet mit dem SG241A ein Zertifikat ohne Währungsschutz, dafür aber ebenfalls mit einer sehr tiefen Barriere von knapp 37 US-Dollar. Es lockt eine Bonusrendite von 7,7 Prozent bei einem üppigen Puffer von knapp 48 Prozent. Nachteil mancher Ölprodukte: Wegen der großen Nachfrage waren einige Öl-Bonuszertifikate zeitweise ausverkauft, und der Emittent stellte nur Geldkurse, das heißt, es war zwar jederzeit eine Rückgabe, aber kein Neueinstieg möglich.

Prinzipiell sind die Öl-Bonuszertifikate allerdings eine spannende Depotbeimischung für Investoren, die zumindest einen drastischen Rückgang des Ölpreises ausschließen – und damit auch eine Absicherung gegen mögliche kriegerische Konflikte im Mittleren Osten suchen, wenngleich die länger laufenden Öl-Zertifikate nur sehr träge auf kurzfristige Veränderungen des Ölpreises reagieren.

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