Kampf den Roll-Kosten
Neue Strategien für Rohstoff-Investments

Die Rohstoffpreise steigen wieder. Doch Investments in beliebte Rohstoffe wie Gold oder Öl bleiben weiterhin problematisch: Denn bei lang laufenden Zertifikaten fressen die sogenannten Roll-Kosten einen Teil der möglichen Gewinne auf. Neue Konzepte sollen hier Abhilfe schaffen.

DÜSSELDORF. Gold ist Gold ist Gold. Wer Goldbarren kauft, kann sie sich in einen Bank-Safe legen oder in den Keller. An der Terminbörse sieht es ähnlich aus. Anleger, die in Gold investieren, stecken ihr Geld in goldglänzendes Edelmetall. Bei so genannt ETCs (Exchange Trade Commodities) besteht das Investment aus einer Verbriefung. Das Gold liegt in einem Keller-Safe in London, in New York oder Frankfurt. Und wenn die Welt zusammenbricht oder der Anleger das Gefühl hat, er müsste sein Investment streicheln, dann kann er sich die Barren oder Unzen nach Hause bringen lassen. Das funktioniert bei Gold-Anlagezertifikaten zwar nicht, doch das Prinzip ist das gleiche: Steigt der Goldpreis, dann steigt wie bei einem ETC auch der Wert des Zertifikats.

Probleme können nur durch Währungsverschiebungen entstehen. Zwar kaufen und verkaufen Investmentprofis und Goldminen-Unternehmen Gold auch auf Termin. Doch für Privatanleger macht das kaum Sinn. Zukünftige Preise sind Spekulation. "Gold ist ein Wert zum Anfassen, für die Seele und zur Beruhigung. Ein Wert, der keine Zinsen bringt und nichts produziert. Deshalb gehorcht die Entwicklung des Preises von Gold und Edelmetallen wie Silber, Platin und Palladium ganz anderen Gesetzen als das Geschäft mit anderen Rohstoffen, die die Bevölkerung mit Nahrung oder die Industrie mit Energie versorgen", sagt Eugen Weinberg, Rohstoffanalyst der Commerzbank.

Zyklische Entwicklungen

Anders als bei Edelmetallen geht es bei den meisten anderen Rohstoffen nicht um den aktuellen Wert, sondern um zyklische Entwicklungen, um Prognosen, wann und wo wie viel eines Rohstoffs für die Produktion gebraucht wird. Lieferengpässe, Produktions-Verknappung, zukünftige mögliche Überschüsse verderblicher Waren, zu- und abnehmende Lagerbestände: Das Alles sind Faktoren, die die Marktteilnehmer ständig beurteilen und danach entscheiden, welchen Preis sie für ein bestimmtes Gut in der Zukunft erwarten. Gehandelt werden diese Erwartungen in Form von Futures an den Terminbörsen.

Für jeden Monat in der Zukunft gibt es Futures für die jeweiligen Rohstoffe, deren Preise ständig zwischen den Marktteilnehmern neu verhandelt werden. Rückt der Liefertermin am Ende des jeweiligen Vormonats näher (der Juni-Kontrakt beispielsweise endet Ende Mai), müssen sich die Investoren rechtzeitig vorher entscheiden, ob sie jeweils die Schweinehälften, Sojabohnen, Kupfer-Kabel oder das Orangensaftkonzentrat nach Hause geliefert haben möchten, ob sie ihre Futures einfach nur verkaufen und das Geld nehmen - oder ob sie das Geld wieder in den nächst fälligen Future investieren, oder wie die Börsianer das nennen: ob sie das Investment rollen. Der Folge-Future kostet dann vielleicht genau so viel wie der alte.

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