Kampf ums Geld: Das lange Leiden der Lehman-Opfer

Kampf ums Geld
Das lange Leiden der Lehman-Opfer

Lehman und kein Ende. Immer noch kämpfen die Insolvenzverwalter in Deutschland, den Niederlanden, Großbritannien und den USA ums Geld. Von den Gläubigern hat bisher kaum jemand auch zwei Jahre nach der Pleite einen Pfennig gesehen. Besonders düster sieht es für die Käufer von Lehman-Zertifikaten aus.
  • 0

FRANKFURT. Die Pleite der US-Bank Lehman ist für ihre Gläubiger noch lange nicht verarbeitet. Das Bangen um ihr Geld wird noch lange andauern. Nach Auskunft des Insolvenzverwalters Bryan Marsal hatten Gläubiger weltweit bis zum Ende vergangenen Jahres Forderungen in Höhe von fast eine Trillion Dollar hatten angemeldet. Allein die deutsche Finanzwirtschaft hatte rund 80 Mrd. Dollar Forderungen geltend gemacht. Nach Abzug von Mehrfach-Anmeldungen wären es jetzt etwa 700 Mrd. Dollar, so der Insolvenzverwalter.

Doch Marsal will nur 260 Mrd. Dollar Forderungen als gerechtfertigt akzeptieren. Der endgültige Insolvenzplan soll bis Ende des Jahres vorliegen. In der ersten Hälfte 2011 sollen die Gläubiger darüber abstimmen, danach könne mit Ausschüttungen begonnen werden. Derzeit verfügt Lehman über Assets in Höhe von rund 50 Mrd. Dollar und etwa 20 Mrd. Dollar Cash.

Seit Frühjahr nimmt Marsal zudem Gläubiger ins Visier, die zu viel Geld aus der Insolvenmasse haben wollen. Dazu sollen laut Informationen aus Finanzkreisen unter anderem die japanische Nomura, die Bundesbank, die Deutsche Bank und die Commerzbank gehören. Mit Nomura streite man derzeit vor dem Insolvenzgericht, hieß es beim Insolvenzverwalter.

Mit den deutschen Instituten sei noch keine Einigung erzielt worden. Die Bundesbank will rund 10,4 Mrd. Dollar haben, die Commerzbank hatte 4,9 Mrd. Dollar angemeldet, die Deutsche Bank 6,3 Mrd. Dollar. Allerdings dürfte bei ihr nicht der gesamte Betrag umstritten sein, da ein Teil der Forderungen daher stammt, dass sie aus London heraus stark in den Handel mit Lehman-Forderungen involviert ist. Die Londoner Niederlassung hatte insgesamt 1,6 Mrd. Dollar angemeldet.

Doch auch die Insolvenzverwalter untereinander streiten ums Geld. So will der britische Insolvenzverwalter PWC, der die europäische Lehman-Tochter LBIE in London abwickelt, eine Milliarde Dollar von der deutschen Tochter der Lehman Bankhaus AG aus Frankfurt haben. Derzeit streiten beide Parteien vor Gericht. Mit einer ersten Entscheidung wird im Oktober gerechnet.

Seite 1:

Das lange Leiden der Lehman-Opfer

Seite 2:

Kommentare zu " Kampf ums Geld: Das lange Leiden der Lehman-Opfer"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%