Kolumne Nachgerechnet
Wenn das eigene Depot nur für die Bank arbeitet

Am Depot einer alten Dame hat eine Volksbank auf dem Land über Jahre gut verdient. Zertifikate und Immobilienfonds bescherten der Bank satte Gebühreneinnahmen. Die Kundin aber ging leer aus.
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DüsseldorfDie ältere Dame hat ihr Geld gut zusammengehalten. Darüber geredet hat sie mit niemandem, auch nicht mit ihren Kindern. Jetzt ist sie gestorben, und ihre Kinder haben gestaunt, was sich im Depot alles fand. Von einer „Alpha Express-Anleihe“ der Citibank bis zum „Unigarant Dividendenstars“ lagen da nahezu ausschließlich Garantieprodukte. Dazu noch drei Immobilienfonds, einer ist gerade geschlossen. Insgesamt 16 Positionen, erworben bei ihrer kleinen Volksbank. Die Bank hat daran gut verdient. Die Kundin weniger.

Viele Stunden brüteten die Kinder, bis sie die Positionen verstanden hatten. Die Dame hatte auf alles Mögliche gewettet: auf Rentenpapiere, Aktien, Immobilien, den Dividendenindex Div-Dax versus den Dax und auf Rohstoffe. Risiken ist die Anlegerin dabei nur in Maßen eingegangen, denn fast jedes Produkt verspricht am Ende der Laufzeit den Einsatz zurück.

Die Beraterin hat das Sicherheitsbedürfnis der Kundin durchaus berücksichtigt, die ihres Arbeitgebers aber mindestens genau so stark. Mit Slogans wie „Meinen eigenen Weg gehen (VR Europa Relax Zertifikat)“ oder „Winterträume für Ihr Vermögen (VR Europa Garant Zertifikat)“ hatten Broschüren für die Produkte der Volks- und Raiffeisenbanken geworben. Doch viel herumgekommen ist bei der komplexen Depotstruktur nicht.

Etwas über 206.000 Euro hatte die Dame in den letzten sieben Jahren portionsweise neu investiert, daraus sind inzwischen inklusive Zinsen 207.400 Euro geworden. Ein halbes Prozent Plus über sieben Jahre. Es könnte noch ein bisschen mehr werden, denn die meisten Fonds und Zertifikate schütten den Gesamtertrag erst zum Ende ihrer Laufzeiten aus.

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Mehr als 10.000 Euro Gebühren

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  • Ich wünsche mir gerade in Zeiten der Vertrauenskrise gegenüber Banken und Bankberatern fachlich deutlich besser und fairer recherchierte Artikel. Gefährliches Halbwissen ist Öl ins Feuer der Krise!

  • das Beispiel ist klasse!Aber:...der Zimmermann kann bald keinen Dachstuhl mehr bauen, weil er sich auch nicht mehr auf seine Bank verlassen kann!

    Gar beginnt immer erst mit halbgar!

  • Wenn der Zimmermann dir den Dachstuhl fertigbaut, mußt du ihn dann nur bezahlen, wenn der nie Feuer fängt?

    Mein Gott, was für halbgare Vorschläge hier.

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