Komplexe Produkte eignen sich vor allem für erfahrene Anleger
Vola-Zertifikate bringen Balance ins Depot

Wenn die Kurse stark schwanken, ist das ein Zeichen für Nervosität an den Märkten. Unsichere Anleger steigen aus, risikofreudige Investoren ein.

Meist gehen die Kurse in solchen Marktphasen nach unten. Für den Handel mit Derivaten spielen die Schwankungen der Märkte (Volatilität) und einzelner Aktien eine wichtige Rolle. Denn die Volatilität ist einer der entscheidenden Einflussfaktoren für den Preis von Optionen.

Professionelle Anleger, wie beispielsweise Hedge-Fonds, investieren daher schon lange in Volatilität – vor allem um ihr Portfolio unabhängig von steigenden oder fallenden Kursen zu machen. Die Schwankungen des Deutschen Aktienindex Dax, die im VDax New abgebildet wer-den, verlaufen anders als der Index selbst: In der Vergangenheit hat sich gezeigt, dass die Kursschwankungen in fallenden Märkten größer sind, als in steigenden. „Der VDax korreliert negativ mit dem Dax", sagt Lutz Johanning, Professor für Asset Management an der European Business School (EBS) in Oestrich-Winkel. Anleger könnten Volatilität als Anlageklasse daher zur Risikostreuung nutzen.

Für Privatanleger bietet sich der Index VDax New als Instrument für die Vola-Anlage an. Der Index wurde eigens für die Bedürfnisse privater Anleger konstruiert und erlaubt es, Zertifikate und spekulative Hebelprodukte auf die Dax-Vola anzubieten. Mehrere große Zertifikate-Emittenten haben entsprechende Papiere bereits im Programm. Die Konstruktion der Produkte ist allerdings recht kompliziert – Anleger sollten sich genau darüber informieren, bevor sie Vola-Zertifikate kaufen.

Denn aus der Konstruktion des Volatilitäts-Index ergibt sich, dass der Wert der Papiere – anders als bei Aktienindex-Zertifikaten – während der Laufzeit stärker von Index abweichen kann. So kostete das Merrill-Lynch-Zertifikat auf den VDax New vergangenen Freitag 17,62 Euro, während der Index bei rund 15,11 Punkten notierte. Das Papier von Goldman Sachs mit Laufzeit bis zum 21.9.2005 kostete dagegen nur 15,80 Euro. Der Grund dafür liegt in den Absicherungsgeschäften, die den Banken die Anlageprodukte erst ermöglichen. Die Banken bilden den VDax New, der aus Optionspreisen errechnet wird, über komplizierte Derivate-Geschäfte ab, die den Kursverlauf aber nicht immer genau treffen. Erst zur Fälligkeit des Zertifikats sind Kurs und Indexstand gleich. Deswegen konzentrieren sich die meisten Anbieter auf Papiere mit kurzen Laufzeiten.

Eine ungünstige Situation am Markt für Vola-Derivate sorgt außerdem dafür, dass der Preis der Zertifikate während der Laufzeit den Index deutlich übertrifft. Daher sind die Vola-Zertifikate momentan Wetten auf steigende Schwankungen im Markt. Wer auf eines der Zertifikate setzt, macht dann Gewinn, wenn der Index bei Fälligkeit über dem Aus-gabepreis des Zertifikats liegt. Der VDax New muss also mindestens den Abstand zum Kurs des Zertifikats wett machen.

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