Krisenstrategien
Mit Rabatt und Sicherheitsnetz

Das Wahlergebnis in Griechenland dürfte die Märkte nur kurzzeitig beruhigen. Mit Discountprodukten können sich Anleger gegen eine Fortsetzung der Börsenturbulenzen rüsten.
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FrankfurtGriechenland hat gewählt. Die gute Nachricht zuerst: Das befürchtete Armageddon an den Börsen ist ausgeblieben. Der Austritt des Krisenlandes aus der Euro-Zone mit unabsehbaren Folgen für die Gemeinschaftswährung und die weltweite Wirtschaft scheint vorerst abgewendet. Auf den letzten Metern haben die Sparplanbefürworter der konservativen Partei „Nea Demokratia“ (ND) das Rennen für sich entschieden. Das stimmt Experten vorsichtig optimistisch. Es sehe so aus, dass die gemäßigten Kräfte die neue Regierung bilden werden, sagte der Wirtschaftsweise Peter Bofinger nach der Parlamentswahl. „Das könnte für Entspannung an den Finanzmärkten sorgen.“

Doch es gibt auch skeptischere Einschätzungen: Die Unsicherheit dürfte demnach bis auf weiteres erhalten bleiben. Eine Fortsetzung der Talfahrt an den Aktienmärkten könnte nur unterbrochen sein. So hatten Analysten der Royal Bank of Scotland bereits am Freitag vor überzogenen Erwartungen bei einem Wahlsieg der Nea Demokratia gewarnt: „Selbst wenn die ND gewinnt, ist das nicht unbedingt positiv. Es gibt immer noch das große Risiko, dass Griechenland die Auflagen der Troika verfehlt.“ Neue Verwerfungen an den Börsen bleiben vor diesem Hintergrund weiterhin jederzeit möglich.

Wie also mit der vertrackten Situation umgehen? Die einfachste Möglichkeit, das Verlustrisiko des eigenen Portfolios zu reduzieren, besteht darin, die schwankungsanfälligsten Positionen wie Aktien zu veräußern und Erlöse auf einem Tagesgeldkonto zu parken. Was im aktuellen Niedrigzinsumfeld aber dagegen spricht: Attraktive Renditen lassen sich so nicht erzielen. Aussichtsreicher erscheint es, Anlageprodukte ins Depot aufzunehmen, die Verlustrisiken zwar dämpfen - allerdings ohne gleichzeitig die Ertragschancen auf praktisch null herunterzufahren.

Interessante Alternativen sind derzeit auf dem Derivatemarkt zu finden. Eine Möglichkeit, das Kursrisiko von Aktienengagements zu verringern, bieten vor allem sogenannte Discountzertifikate. Die Funktionsweise: Der Anleger kauft mit solch einem Produkt den jeweiligen Basiswert - das kann zum Beispiel eine Aktie oder ein Index sein - mit einem „Rabatt“ auf den aktuellen Kurs. Im Gegenzug sind Gewinne anders als bei einem Direktinvestment in eine Aktie oder ein Börsenbarometer begrenzt. Das ist der Preis für den vergünstigten Einstiegskurs.

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Ausfallrisiko bei Discountzertifikaten

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