Lehman-Zertifikate
Neue Klage trifft die Commerzbank

Die Klagen wegen angeblicher Falschberatung beim Verkauf von Lehman-Zertifikaten nehmen kein Ende. Im Sommer 2011 endet die Frist. Viele Anleger nutzen jetzt die letzte Gelegenheit, um ihre Ansprüche geltend zu machen.
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FrankfurtKurz vor der Verjährung reißen die Klagen von Zertifikateanlegern wegen angeblich falscher Beratung im Zusammenhang mit der Lehman-Pleite nicht ab. So hat eine Rentnerin die Commerzbank nun verklagt, weil ihr ein Berater dieses Instituts ein Discountzertifikat von Lehman Brothers empfohlen habe, teilte der Anwalt der Frau am Montag mit. Daraufhin habe die Anlegerin im Juni 2008 rund 200.000 Dollar in das Papier investiert. Dieses Geld habe sie durch die Insolvenz von Lehman Brothers im September 2008 komplett verloren.

Der Anwalt habe Indizien dafür, dass der Bank bereits Mitte 2008 das erhöhte Risiko einer Zahlungsunfähigkeit von Lehman bekannt gewesen sei, teilte er mit. Denn die Dresdner Bank, die heute zur Commerzbank gehört, habe in den Informationen zu dem Discountzertifikat auf die ausgeweiteten Credit Spreads von Lehman Brothers hingewiesen. Laien könnten mit diesem Begriff, der auf erhöhte Risikoaufschläge am Anleihemarkt hinweist, jedoch nichts anfangen. Daher hätte die Bank die Anlegerin ihrem Anwalt zufolge darauf hinweisen müssen.

Seit Herbst 2008 hat es eine regelrechte Klagewelle von Anlegern wegen falscher Beratung beim Kauf von Lehman-Zertifikaten gegeben. Die bisherigen Gerichtsurteile haben teils den Banken und teils den Anlegern Recht gegeben. Im Sommer 2011 läuft die dreijährige Verjährungsfrist für eventuelle Schadenersatzansprüche der Anleger ab. Daher reichen viele Anleger nun noch schnell Klage ein.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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