Lehman-Zertifikate
Nordmetall setzt Millionen in den Sand

Auch Arbeitgeberverbände sind vor Verlusten nicht gefeit. Nordmetall hat sich an Zertifikaten der US-Pleitebank Lehman Brothers versucht - und muss nun einen Millionenverlust anmelden. Allerdings besteht noch die Hoffnung, die rund 40 Mio. Dollar aus der Konkursmasse zurückzubekommen.
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HB HAMBURG. Der Arbeitgeberverband Nordmetall hat mit Zertifikaten der pleitegegangenen US-Investmentbank Lehman Brothers einen Millionenverlust eingefahren. "Wir bedauern diesen Verlust, den keiner vorhersagen konnte", sagte Nordmetall-Hauptgeschäftsführer Thomas Klischan dem Sender NDR-Info. Insgesamt gehe es um 41,7 Mio. Dollar, die Nordmetall und Nordmetall-Stiftung vorläufig abgeschrieben hätten, teile Pressesprecher Peter Haas am Samstag mit. Das entspricht nach heutigem Kurs rund 28 Mio. Euro. Es bestehe die Chance, einen Teil des Geldes aus der Konkursmasse zurückzubekommen.

Nach Klischans Angaben hatten Nordmetall und die Nordmetall- Stiftung 2007 und 2008 Lehmann-Zertifikate im Wert von mehr als 30 sowie elf Mio. Dollar erworben. Der Verlust des Geldes schränke weder die Handlungsfähigkeit des Verbandes für seine Mitglieder noch die Fördertätigkeit der Stiftung ein. Die Substanz des Vermögens, das von den Mitgliedern eingebracht wurde, sei nicht berührt.

Nordmetall ist der Arbeitgeberverband für 255 Unternehmen mit rund 105 000 Mitarbeitern der Metall- und Elektroindustrie in Hamburg, Bremen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und im nordwestlichen Niedersachsen.

Kommentare zu " Lehman-Zertifikate: Nordmetall setzt Millionen in den Sand"

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  • Sofortige Entlassung dieses Hauptgeschäftsführers Klischan ist das Gebot der Stunde.
    Jahrelang wurde dieses Vermögen angespart, im Wesentlichen durch steuerfrei vereinnahmte Zinsen und jetzt verzockt.
    Die Steuerfreiheit der Arbeitgeberverbände, die Millionen an Zinsen einnehmen und keinen müden Euro Steuern dafür zahlen, muss unverzüglich aufgehoben werden.
    Jeder Oma wird ins Sparbuch gestempelt "Zinsen sind einkommensteuerpflichtig" und hier werde Millionen am Fiskus vorbei kassiert. Herr Schäuble, übernehmen sie.

  • "Wir bedauern diesen Verlust, den keiner vorhersagen konnte"

    Ach, bei Privatanlegern heisst es, schon alleine auf Grund der Renditeversprechen hätte man es wissen MÜSSEN!

    Jeder biegts sich deine Weltsicht so zurecht, wie er es gerne hätte.

    Als Unternehmer (und wer ist in einem Unternehmerverband kein Unternehmer). Man hätte die Sorgfalt eines ordentlichen Kaufmanns walten lassen müssen, so steht es im Gesetz, und das heisst bei hoher Rendite hätte an sich AbSiCHERN MÜSSEN !

    ich würde Strafanzeige an die Handelnden stellen.

  • Woher hat Nordmetall zweistellige Millionbeiträge übrig, die der Verband in (hoch-)riskante Anlagen längerfritig unterbringen kann? Zahlen die Mitglieder zu hohe beiträge? Dürfen gemeinnützige Stiftungen eigentlich riskante Anlagen mit dem Stiftungsvermögen vornehmen?

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