Liquide Anlage
Trinkwasser wird zum kostbaren Gut

Experten nationaler und supranationaler Fachorganisationen betonen immer wieder, dass sauberes Trinkwasser knapp werden könnte. Doch noch immer erfährt das Ökosystem Wasser nicht die erforderliche Wertschätzung. Dabei könnte der Preis für Wasser deutlich steigen - und damit auch als Anlage interessant werden.
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FRANKFURT. Das Bewusstsein für den Urstoff Wasser ist noch immer schwach ausgeprägt. Was viele nicht wissen: Wasser ist der drittgrößte Wirtschaftssektor weltweit nach Öl und Elektrizität.

"Wasser ist heute viel zu billig", sagt Simon Gossop, Co-Gründer von CF Partners. Der Fachmann findet Unterstützung bei Ursula Schäfer-Preuss. Die Vizepräsidentin der Asiatischen Entwicklungsbank (ADB) sagt, in Asien werde die pro Kopf zur Verfügung stehende Trinkwassermenge im Jahr 2020 nur noch ein Viertel der Menge des Jahres 1950 erreichen. Sie spricht sich vehement dafür aus, Wasser gerade auch in den Emerging Markets ein Preisschild umzuhängen. "Nur dann wird auch das Bewusstsein für eine sich abzeichnende Verknappung dieses Lebens-Elixiers zunehmen", so die Expertin. Dass Wasser knapper wird, hat vor allem drei Ursachen: Globalisierung, Industrialisierung und Urbanisierung.

Während Wasser in den meisten westlichen Ländern einen Preis aufweist, steht dieser Urstoff den Menschen in den Schwellenländern wegen der fehlenden Infrastruktur nicht selten als kostenloses Gut zur Verfügung. "Was nichts kostet, wird meist nicht ausreichend geschätzt", sagt die Bankerin.

Bis heute ist es nicht wirklich gelungen, Anlegern zu vermitteln, dass Investments in den Wassersektor ein Megatrend sind. Dies liegt auch daran, dass Wasser als solches auf dem Globus in Hülle und Fülle zur Verfügung steht. Das eigentliche Problem beginnt da, wo es um Frischwasser und sauberes Trinkwasser geht; denn hier droht eine weltweite Verknappung mit allen möglichen negativen Folgen für die Menschheit.

Und Wasser steht oft nicht dort zur Verfügung, wo es dringend benötigt wird. Und so kam es in zahlreichen Regionen der Welt zuletzt zu alarmierenden Zuständen, die durch Wasserknappheit verursacht sind. Dies gilt zum Beispiel für China, wo ein latenter Wassermangel Gefahr für den wirtschaftlichen Aufschwung ist. Und auch im Iran, in Syrien, im Yemen und in Ägypten kämpfen die Regierungen derzeit gegen Wasserknappheit.

Dass Wasser große Chancen bietet, hat zum Beispiel auch Jeff Immelt erkannt. Der General Electric-Chef sagt, Wasser habe das Potenzial, einen erheblichen Beitrag zum Gesamtertrag des Konzerns zu leisten. Anlegern werden zahlreiche Investmentmöglichkeiten am Wassermarkt über Aktien, Zertifikate, Indexfonds (ETF) und Derivate geboten.

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