Lukrative Anlage
Luxus lohnt sich wieder – trotz China

China ist ein wichtiger Markt für Luxusgüter. Die Abwertung des chinesischen Yuan war für Unternehmen wie LVMH, Richemont und Co. allerdings ein Schuss vor den Bug. Doch die niedrigen Kurse bieten Chancen.
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Das Jahr hatte für die Hersteller von Luxusgütern eigentlich sehr gut begonnen. Die Halbjahres-Bilanz beispielsweise von LVMH, dem Größten unter den Großen, wenn es um edle Handtaschen, Schuhe, Schmuck und teure Mode geht, las sich wie eine Einladung, LVMH-Aktien zu kaufen: Der französische Konzern meldete Anfang August eine Umsatzsteigerung von fast 20 Prozent für die ersten sechs Monate des Jahres auf 16,7 Milliarden Euro. Die LVMH-Halbjahresbilanz wies unter dem Strich einen Reingewinn von 1,58 Milliarden Euro aus. Das sind immerhin fünf Prozent mehr als im Vorjahr.

Auch der direkte Konkurrent Kering, zu dem Marken wie Gucci und Brioni gehören, steigerte seinen Umsatz im ersten Halbjahr um rund 17 Prozent auf 5,5 Milliarden Euro. Insbesondere die Luxusmarken Saint Laurent (+38%) und Bottega Veneta (+23%) beschertem dem Luxuskonzern-Konglomerat Kering hohe Umsatzgewinne. Auch Hugo Boss meldete Ende des zweiten Quartals einen Umsatzsprung um 16 Prozent auf 647,1 Millionen Euro. Netto blieben 70,7 Millionen Euro als Gewinn übrig und damit 13 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Der Konzern peilt im Gesamtjahr währungsbereinigt ein Umsatzplus im mittleren einstelligen Bereich an. Mittlerweile müsste es wohl eher heißen: peilte. Denn für die Prognosen von Hugo Boss gilt ebenso wie für die oben genannten und fast alle anderen Luxushersteller: Die Manager haben ihre Halbjahresbilanzen Anfang August vorgelegt – nur wenige Tage, bevor die chinesische Zentralbank die eigene Währung, den Yuan, um fast zwei Prozent abwertete. Kurz darauf erfolgte eine weitere Abwertung. Seitdem ist die Welt der schönen und teuren Produkte eine andere.

Die Abwertung des Yuan macht teure Import-Luxuswaren aus Europa für Chinesen nun noch teurer. Für Multimillionäre mag das vielleicht kein Problem sein. Doch Chinesen aus der aufstrebenden Mittelschicht wurden zuletzt auch dadurch getroffen, dass ihre Börseninvestments ins Trudeln gerieten. Viele private chinesische Investoren haben im August in Euro umgerechnet fünf- bis sechsstellige Summen verloren, die nicht selten sogar auf Kredit finanziert waren. Für die Luxus-Branche fallen diese Anleger als Käufer erst einmal aus.

Das Problem für die Luxus-Marken: Asien und insbesondere China ist für sie mittlerweile der wachstumsstärkste Markt. Angaben der schweizerischen Uhrenindustrie zufolge geht rund ein Drittel der Uhrenexporte nach China. „Die Chinesen holen jahrzehntelangen Konsumverzicht in hohem Tempo nach“, erklärt Wolfgang Köbler von der KSW Vermögensverwaltung in Nürnberg.

Etliche Analysten fürchten nun, die jüngsten Entwicklungen an den Devisen- und Aktienmärkten könnten der Wachstumsgeschichte der Luxusbranche einen Dämpfer bescheren. „Die Prognosen von Zuwächsen von fünf bis acht Prozent fürs laufende Jahr werden von vielen Luxusgüter-Konzernen angesichts der jüngsten Entwicklungen kaum zu halten sein“, sagt Wolfgang Köbler. Die Märkte reagierten bereits entsprechend: Die Aktien europäischer Luxus-Konzerne sind nach Bekanntgabe der Yuan-Entscheidung der chinesischen Zentralbank in der vergangenen Woche zwischen sieben und zehn Prozent eingebrochen.

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  • Herr von Arnim kann ganz unbesorgt sein: Es gibt keine Missverständnisse bezüglich der jüngsten Yuan-Abwertung.

    China hat sich in der Vergangenheit durch die Manipulation seiner Währung und der Hortung von US-Dollar-Devisen einen unfairen Handelsvorteil verschafft, der die ursächlichste Ursache der Finanzkrise 2008 war. Trotz großer Anstrengungen ist entgegen aller Versprechungen der Yuan immer noch nicht voll konvertierbar, von der Schwierigkeit des Auslands im chinesischen Inland investieren zu können ganz zu schweigen.

    Nun haben die, trotz einem prognostizierten Leitungsbilanzüberschuss von rund 3 % dieses Jahr, ihre Währung nochmals abgewertet. Das ist so, wie wenn ein Dieb sagen würde: Ich kann leider im Moment mit dem Stehlen nicht aufhören, da mein Haus noch nicht vollständig abgezahlt wird.

    Damit keine Missverständnisse entstehen: Mag sein, dass China für die Luxusgüterindustrie ein Wachstumsmarkt ist, ansonsten exportiert China mit seinem Leistungsbilanzüberschuss Arbeitslosigkeit und Verschuldung in den Rest der Welt. Ganz so wie Deutschland, mit dem Unterschied, dass sich die Zentralbanken gegen den Euro und seine Unterbewertung wehren können.

    Ganz nebenbei: Eine Unterbewertung einer Währung nutzt immer der betreffenden Volkswirtschaft, selbst wenn sich dadurch die Importe verteuern. Hat sich nur noch nicht überall herumgesprochen. ;-)

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