Lukrativer Einsatz
Wie Zertifikate schützen können

Trotz Bonus, Puffer und Garantien kommen Zertifikate in den Börsenturbulenzen unter die Räder. Ein Praxistest zeigt Stärken und Schwächen der wichtigsten Papiere.
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Die Kritiker hatten es so kommen sehen. "Mit vielen Zertifikaten, die Anleger aus Sicherheitsgründen gekauft haben, erlitten sie in den schwachen Börsenmonaten Juli und August bittere Kursverluste", sagt Jürgen Kurz von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz. Ein Vorwurf, den die Zertifikate-Branche nicht auf sich sitzen lassen will. So prüften etwa nach den hektischen Wochen die Banker von Sal. Oppenheim 7639 hauseigene Anlagezertifikate auf Crash-Resistenz. Sie wollten wissen, ob der Risikopuffer der Papiere in der kritischen Zeit vom 13. Juli bis 20. August erhalten blieb.

Das Ergebnis: Je nach Zertifikate-Gattung hielt bei 93 bis 99 Prozent der Papiere der eingebaute Risikopuffer den Börsenturbulenzen stand. "Zertifikate sind kein Schönwetterinvestment", so Christopher Maaß, Derivate-Fachmann von Oppenheim, "vielmehr können sie gerade bei den jetzt herrschenden Kursschwankungen Anlegern ein Mehr an Sicherheit bieten." Zertifikate also doch zu Unrecht gescholten?

Nehmen wir drei beliebte Papiere: Dass bei einem Kursrückschlag ein Bonus erhalten bleibt, heißt noch nicht, dass Anleger auch in Zukunft auf den Schutzmechanismus dieses Papiers bauen können. Ein Discountzertifikat bekommt man zwar billiger als eine Aktie; was aber, wenn die Aktie kein Halten mehr kennt? Und 100-Prozent-Garantien bei Gewinn-Partizipation klingen gut; doch wer nicht zum richtigen Zeitpunkt einsteigt, kann dennoch Verluste machen. Die aktuelle Finanzkrise offenbart Stärken und Schwächen dieser Papiere. Wer die unterschiedlichen Funktionen der einzelnen Papiere clever einsetzt, für den bleiben Zertifikate lukrativ.

» Bonuszertifikate
Ausgerechnet diese Papiere schnitten in den Börsenturbulenzen oft schlecht ab – obwohl die Bonusfunktion in der Regel als Sicherheitspuffer eingesetzt wird.

» Discountzertifikate
Die Klassiker unter den strukturierten Zertifikaten gewähren privaten Anlegern den Zugang zu einem Profi-Instrument: den Verkauf von Optionen auf eigene Aktienbestände. Er ermöglicht zusätzliche Jahresrenditen.

» Expresszertifikate
Keine Zertifikate-Art legt in diesem Jahr so schnell zu wie sie. Im Juni, als der Zertifikate-Markt schon auf der Stelle trat, lagen Expresszertifikate an der Spitze.

» Garantiezertifikate
Der Einsatz ist garantiert, und wenn die Aktien steigen, gibt es einen Schnaps obendrauf. Kein Wunder, dass in keiner Zertifikate-Gattung hierzulande mehr Geld investiert ist als in Garantiepapieren.

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