Marktausblick und Börsen
Diese Aktien könnten Sie 2016 erfreuen

Die EZB-Geldschöpfung wird auch im kommenden Jahr der wichtigste Faktor für Aktien sein. Deshalb sollten die Terroranschläge keine langfristigen Auswirkungen auf die Börsen haben. Welche Titel richtig interessant sind.
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Die deutsche Wirtschaft boomt. Immer noch, trotz der jüngsten Schreckensnachrichten aus Frankreich, der Türkei und aus Syrien. Auch deutsche Aktienwerte sind international gefragt. Immer noch. Und es deutet sich an, dass dies eine Weile so bleiben könnte. Ein Grund dafür wird wohl die Entwicklung auf dem Zinsmarkt sein. Während die US-Notenbankchefin Janet Yellen durchblicken ließ, im Dezember die Leitzinsen anheben zu wollen, stehen die Zeichen im Euro-Raum eher auf eine Fortsetzung der Niedrigzinspolitik. Es wird sogar erwartet, dass die Europäische Zentralbank weiter in großem Stil Anleihen aufkaufen wird, um die Geldmenge im Euro-Raum zu erhöhen und die Wirtschaft zu stimulieren.

„Die EZB wird keine zweite Finanzkrise zulassen. Auch angesichts der politisch angespannten Situation in Europa wird die Zentralbank vor allem für Ruhe am Geldmarkt sorgen wollen“, sagt Robert Halver, Leiter Kapitalmarktanalyse bei der Baader Bank. Unter dem Strich werde ein höheres Zinsniveau in den USA dafür sorgen, dass der Euro gegenüber dem US-Dollar weiter an Wert verlieren dürfte.

Für den deutschen Aktienmarkt sind das gute Aussichten. „Gerade den exportstarken deutschen Unternehmen spielt es in die Hände, dass die Zinsentwicklung in den USA und im Euro-Raum auseinanderdriftet. Denn mit einem schwächeren Euro können sie ihre Produkte im internationalen Vergleich preiswerter anbieten“, so Halver.

Ebenfalls für die Deutsche Bank führt aus den gleichen Gründen auch 2016 an Aktien kein Weg vorbei. Da die Unternehmensgewinne voraussichtlich nur im einstelligen Prozentbereich wüchsen, sieht die Bank den Dax Ende kommenden Jahres bei 11.700 Punkten und den Euro Stoxx 50 bei 3650 Zählern. Das ist im Vergleich zum aktuellen Kurs jeweils ein Plus von etwa 5,5 Prozent.

Es könnte für Anleger also derzeit aussichtsreich sein, in deutsche Aktien zu investieren. Allerdings sollten sie dabei nicht allein auf den Dax schielen. Der deutsche Leitindex befindet sich seit dem harschen Rücksetzer zwischen Anfang August und Ende September und der anschließenden 1500-Punkte-Rally in einer brenzligen Situation. Zum einen läuten charttechnisch die Alarmglocken: Seit Anfang April dieses Jahres fällt jedes neue Index-Hoch niedriger aus als das vorige. Charttechniker erkennen hier die Gefahr eines veritablen Abwärtstrends.

Gleichzeitig hat die Dax-Schwäche auch fundamentale Gründe: „Im Dax sind einige fußkranke Branchen stark vertreten. Banken, Automobilwerte und Versorger sind derzeit nicht unbedingt Kaufempfehlungen“, so Halver. Entsprechend mau sehen die Geschäftszahlen aus. So konnten nur 40 Prozent der Dax-Unternehmen, die zuletzt Bilanzen vorgelegt haben, die Gewinnschätzungen der Analysten übertreffen. Auch das Gewinnwachstum gegenüber dem Vorjahr fiel negativer aus.

„Die Zahlen sind zwar von den sehr hohen Quartalsverlusten der Deutschen Bank und von Volkswagen verzerrt, aber auch die Ausblicke einiger Unternehmen fallen im Vergleich zum Vorquartal negativer aus. Eine Konsolidierung würde uns daher nicht überraschen“, sagt Sören Wiedau von der Weberbank. Kein Wunder: Die angeschlagenen Versorger RWE und Eon, sowie die Aktienwerte der Automobilbranche und der Banken machen rund 36 Prozent der Indexgewichtung im Dax aus.

Kommentare zu " Marktausblick und Börsen: Diese Aktien könnten Sie 2016 erfreuen"

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  • Erst einmal Dank HBO, dass ich wenigstens hier einen Kommentar abgeben darf.

    Es ist schon sehr frustrierend, jeden Morgen im HBO zu schauen wo noch eine Kommentarfunktion frei ist.

    Aber jetzt zum Thema, ich glaube ich hatte es schon mal erwähnt.
    Ich bin seit über 50 Jahren in Aktien investiert, aber natürlich nur in den internalionalen Prämiummarken.
    VOW, war ja mal kurz der größte Autobauer, hatte ich vorher rechtzeitig verkauft.
    Deutsche Bank hatte ich nie, ist ja auch keine Prämiummarke.
    Bei Schwäche immer nachkaufen und nie bei Verlusten verkaufen, denn nur realisierte Verluste sind Verluste.

    Dazu noch etwas Gold beigemischt, das habe ich natürlich auch schon vor 30 Jahren angefangen zu kaufen.

    So kann man den Lebensabend geniesen.

  • Sehr richtig! Aber da können Sie auch gleich nem Ochs' ins Horn petzen. Das wird hier in Deutschland nix mehr mit der Aktienkultur.

    Wo andere Chancen sehen, überwiegen hier die Risiken. Welche Risiken aber Tagesgeld bei diversen Banken beinhalten, interessiert natürlich nicht.

    http://www.kritische-anleger.de/artikel/der-kaiser-ist-nackt-ein-blick-auf-die-einlagensicherungen-in-europa/

  • Na ja, im September gab es wunderbare Einstiegskurse.

    Heute kann man noch antizyklisch günstige Rohstoffwerte einsammeln (wie BHP).

    Und wer Einzelwerte nicht selber bewerten und auswählen kann, der zahlt entweder einen aktiven Fondsmanager dafür oder kauft den Index über ETFs.

    Ich sehe aktuell das größere Risiko darin ohne Aktien zu sein bei Tages-/Festgeld dauerhaft <1%.

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